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Test - The Rogue Prince of Persia : Test: In Version 1.0 endlich ein wahrhaft royales Rogue-like

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Early Access als Geschäftsmodell etablierte sich in den letzten Jahren immer weiter. Manche Spiele nutzten das Vertrauen der Fans schamlos aus und streichen das Geld ein, ohne wirkliche Verbesserungen vorzunehmen. Nicht so bei The Rogue Prince of Persia. Das Entwicklungsstudio Evil Empire hörte auf die Kritik, verpasste dem Prinzen eine gehörige Frischzellenkur und veröffentlichte jetzt mit Version 1.0 eine kleine Genre-Perle.

Seit seinem Early-Access-Debüt im Mai 2024 erfuhr The Rogue Prince of Persia einige Updates, die teils drastische Überarbeitungen mit sich brachten. Allen voran verlor der royale Nachfahre seine schicke lila Hautfarbe, da viele Oldschool-Fans sich an dieser empfindlich stießen. Doch natürlich gab es auch sinnvollere Neuerungen, darunter frische Gebiete, Items und deutlich aufgehübschte Hintergründe. Mit Version 1.0 liegt nun laut den Entwicklern die finale Version vor, und ich kann euch jetzt schon sagen: Als Genre-Fans müsst ihr einfach zugreifen.

Altbekannt und motivierend

Hinter The Rogue Prince of Persia steckt das Studio Evil Empire, das Roguelike-Connaisseuren bestens bekannt sein dürfte. Schließlich stammt Dead Cells aus dieser Spieleschmiede – einer der wichtigsten Genre-Titel der letzten Jahre. Diese Expertise schlägt sich auch in der Zusammenarbeit mit Ubisoft nieder, die sämtliche Punkte der Checkliste gekonnt abhakt.

Soll heißen: Nach eurem Tod findet ihr euch im Hub wieder, und der Spaß geht von vorne los. Die Levels werden zufällig aus vordefinierten Bauteilen zusammengewürfelt, Items und Waffen variieren ebenfalls von Durchgang zu Durchgang, und selbstverständlich fehlen auch dauerhafte Upgrades nicht – die Motivationsspirale dreht sich beständig und schnell stellt sich dieses fantastische „eine Runde noch“-Gefühl ein.

Bei euren Touren durch die diversen Abschnitte sammelt ihr unterschiedliche Ressourcen ein – manche helfen nur im aktuellen Run, andere nutzt ihr in der Hub-Oase zur Freischaltung neuer Waffen, Items, Outfits und mehr. Dafür benötigt ihr Blaupausen, die ihr durch den Sieg über bestimmte Feinde erhaltet oder aber zufällig findet.

Dazu gesellt sich ein Level-System: Jeder besiegte Feind gewährt euch Erfahrungspunkte, und nach einem Stufenaufstieg erhaltet ihr einen Fertigkeitspunkt. In den Skilltrees winken Wiederbelebungen, mehr Aufladungen für euren Heiltrank, Startboni und viele weitere dauerhafte Upgrades, die selbst den schwächsten Prinzen ans Ende der Story führen.

Denn The Rogue Prince of Persia knallt euch eine steile Lernkurve vor den Latz. Das Spieltempo ist enorm hoch, und nach ein paar Treffern kippt der Thronfolger schon aus den Latschen. In einer Tour weicht ihr Angriffen aus, schlagt zurück und müsst dabei die zahlreichen Fallen im Blick behalten. Die Levels sind gespickt mit Dornen, Abgründen und Druckplatten im Boden, die nach Aktivierung Speere nach oben schießen lassen.

Euer Arsenal reicht von Schwertern über Äxte bis hin zu ungewöhnlicheren Prügeln wie Weihrauchgefäßen. Neben den regulären Attacken verfügt jede Waffe über besondere aufgeladene Manöver, die entweder deutlich mehr Schaden verursachen oder euch kurzzeitig mit Elementareffekten verstärken. Nach mehreren Stunden habe ich zwar meine Lieblinge gefunden, mit denen ich mich deutlich schneller durch die Hunnen-Horden meuchle, aber tatsächlich schafft ihr es mit jeder Waffe bis zum Ende – glaubt mir, ich habe es in Dutzenden Runs probiert.

Taktisches Einkaufen

Jeder eliminierte Gegner lässt etwas Gold fallen, das ihr wiederum in Shops auf den Kopf haut – denn nach dem aktuellen Run ist es wieder verloren. Ganz besonderen Wert solltet ihr dabei auf Amulette legen, denn die können den Unterschied zwischen einer vorzeitigen Rückreise zur Oase und dem Sieg machen.

Ihre passiven Boni reichen von simplen Upgrades wie mehr Schaden oder höheren Resistenzen bis hin zu ausgefalleneren Effekten. Eine Giftwolke beim Ausweichen ist ebenso möglich wie die Chance auf Feuerschaden bei regulären Angriffen. Stimmt ihr eure Waffen, Werkzeuge und Amulette gut ab, macht euch selbst der größte Boss keine Probleme mehr.

Bei den Werkzeugen handelt es sich letztlich um aktive Items, die ihr mitführt. Ihre Nutzung kostet Energie, die ihr durch ausgeteilte Treffer wieder aufladet. Der Einsatz will also durchdacht sein, und ihr solltet sie als weiteres taktisches Element verstehen, mit dem ihr euch aus brenzligen Situationen rettet. Neben kleinen Shuriken oder einem Bogen gibt es natürlich auch ungewöhnlichere Optionen. Habt ihr den ersten Boss getötet, bekommt ihr die Blaupause für einen mächtigen Sprung, der bei der Landung Felsen in alle Richtungen abfeuert.

Der letzte Pfeil im offensiven Köcher des persischen Prinzen ist eine Art Fokus-Modus. Durch im perfekten Timing ausgeführte Ausweich- und Parcours-Manöver füllt ihr die entsprechende Leiste, woraufhin ihr euch deutlich schneller bewegt. In Kombination mit Amuletten winken ganz besondere Skills. Oder klingen durchgehende Explosionen, solange ihr euch in diesem Zustand befindet, nicht verführerisch?

Prinzenrollen am laufenden Band

Neben Kämpfen und Sterben steht The Rogue Prince of Persia auf einer weiteren wichtigen Säule: Plattforming. Überall in den Levels verteilt finden sich Schwungstangen, Abgründe, erklimmbare Pfosten und vieles mehr. Euer Held hält sich an geeigneten Objekten automatisch fest, dazu verfügt er über weitreichende Wandlauf-Skills.

Wie aus anderen Genrekollegen bekannt, rennt ihr auf Knopfdruck an senkrechten Wänden nach oben. Doch er hat noch einen weiteren Trick im royalen Gewand: Er kann an Flächen im Hintergrund entlanglaufen. Allerdings sind dabei Vorsicht und ein gutes Auge geboten, denn die Grafik verrät euch andeutungsweise, ob es sich um eine solide Wand handelt – oder eben nicht.

Auch hier greift die steile Lernkurve von The Rogue Prince of Persia. Zu Beginn werdet ihr öfter abstürzen als eine SpaceX-Rakete, doch mit jedem Anlauf lernt ihr den Hintergrund besser zu lesen, verinnerlicht das Timing gegnerischer Angriffe und findet in den Flow, der so gerne erwähnt wird. Der Spielfluss fällt nach den ersten kläglichen Versuchen schlicht großartig aus, und der Mix aus Plattforming, Kämpfen und sogar Story bockt ungemein.

Die Geschichte orientiert sich dabei an Genre-Leuchtfeuern wie Hades. Ihr schickt im Spielverlauf immer mehr NPCs in den Hub, unterhaltet euch dort mit ihnen über den Hunnen-Überfall auf euer Königreich und sammelt Hinweise. Immer wieder müsst ihr bestimmte Objekte in den Levels finden, um neue Durchgänge freizuschalten. Regelmäßig entscheidet ihr euch zwischen unterschiedlichen Pfaden, wodurch ihr in anderen Gebieten landet.

Bei der Story selbst reißt The Rogue Prince of Persia tatsächlich keine Bäume aus. Eine feindliche Armee fällt in euer Königreich ein, und als Thronfolger müsst ihr sie aufhalten. Dabei trefft ihr auf übernatürliche Mächte, findet Familienmitglieder und haut haufenweise Bosse kaputt. Nichts allzu Spektakuläres, aber sie erfüllt ihren Zweck.

Lediglich der Zwang zur ständigen Wiederholung kann etwas lästig ausfallen. Natürlich handelt es sich um eine typische Genre-Krankheit, aber gelegentlich müsst ihr einen kompletten Run absolvieren, um einen winzigen Dialog zu führen, damit sich neue Pfade öffnen. Durchgänge dauern gerne mal eine halbe Stunde, aber nachdem das alles so viel Laune macht, störte es mich tatsächlich kaum.

Endlich ein Ende

Mit Version 1.0 bringt Evil Empire gleich zwei neue Biome: den Hafen von Tisfun und endlich auch den verdorbenen Tempel. Letzterer bringt auch das Ende der Story mit sich, denn hier lauert König Nogai auf euch. Der Ober-Hunne stellt noch einmal eine ganz besondere Herausforderung dar und markiert definitiv einen würdigen Abschluss. Natürlich müsst ihr ihn mehr als einmal aus den Latschen hauen, doch glücklicherweise gibt es auch Endgame-Mechaniken.

Nach jedem Sieg über Nogai erhaltet ihr besondere Tafeln, die euch mit negativen Effekten belegen. Doch je mehr ihr davon ausrüstet, umso höher fallen eure Belohnungen an Ressourcen aus, die ihr für Freischaltungen in der Oase benötigt. High Risk, High Reward also: Stärkere Gegner, weniger Lebenspunkte oder wild durchgewürfelte Monster stehen hier an der Tagesordnung.

Laut Evil Empire hat The Rogue Prince of Persia jetzt seinen finalen Status erreicht, aber es sollen noch ein paar Updates folgen. Ich hoffe auf eine ähnliche Behandlung wie bei Dead Cells, das über Monate hinweg mit frischen Inhalten versorgt wurde. Doch auch in dieser Fassung gehört der Titel zu den besten Genrevertretern der letzten Jahre.

Greift zu, wenn...

… ihr Bock auf ein rundes Rogue-like mit durchdachten Mechaniken habt.

Spart es euch, wenn...

… euch immer gleiche Spielabläufe den letzten Nerv rauben.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Keine Ausreden mehr für Genre-Fans: Dieses royale Abenteuer macht fast alles richtig

Seit dem Early-Access-Start verfolge ich The Rogue Prince of Persia und ganz ehrlich: Vor etwas über einem Jahr packte mich das Roguelike einfach noch nicht. Die Steuerung fiel noch deutlich ungeschliffener aus, es mangelte an Content, und das Balancing war eher auf der harten Seite. Dazu ließen sich die Hintergründe wahnsinnig schwer lesen, weshalb ich regelmäßig in den Tod stürzte.

Doch meine Herren! Evil Empire hat die letzten Monate hinterm Klemmbrett anständig genutzt, haufenweise neue Inhalte eingepflegt und eine komplette optische Frischzellenkur vollzogen. Mittlerweile flutschen mir sämtliche Manöver vergleichsweise einfach von der Hand, und in so ziemlich jedem Run prügle ich Nogai zuverlässig ins Jenseits. Jedes Item lohnt sich, auch schlechte Waffen sind mir bisher nicht über den Weg gelaufen. Dazu gesellen sich jede Menge freischaltbare Inhalte – die Langzeitmotivation ist also definitiv gegeben.

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Allerdings gibt es bei The Rogue Prince of Persia bisweilen etwas zu viel Zwang zur Wiederholung, was dem Fortschrittssystem der Story geschuldet ist. Wenn mir nur ein einziger, ganz bestimmter Dialog fehlt und ich dafür aber einen vollständigen Run absolvieren muss, ist das nicht gerade super. Aber bei dem großartigen Spielgefühl verzeihe ich die kleinen Fehler doch gerne.

Überblick

Pro

  • jede Menge nützliche Waffen und Items
  • motivierender Gameplay-Loop
  • schicke Optik mit detaillierten Hintergründen
  • Plattforming funktioniert endlich anständig
  • clevere Erzählweise für die Story
  • passende Soundtrack mit seichtem Hip-Hop-Einflüssen

Contra

  • bisweilen sehr starker Zwang zur Wiederholung
  • Lernkurve für manche deutlich zu steil
  • Genre-typisches Grinding für Freischalt-Ressourcen nötig
  • vergleichsweise kurze Spielzeit bis zum Ende (12 bis 15 Stunden)

Awards

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