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Test - Audeze Maxwell 2 : Test: Planar-Präzision in der zweiten Runde

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Als Audeze das erste Maxwell auf den Markt brachte, horchte die Gaming-Welt auf: Planartreiber, bombastischer Sound und eine Verarbeitung wie für die Ewigkeit. Für viele war es schlicht das beste Gaming-Headset überhaupt und bei mir daheim ist es seitdem im Dauereinsatz an der Konsole. Nun steht der Nachfolger in den Startlöchern. Billig ist der Spaß allerdings nicht: Satte 426 Euro verlangt der Hersteller als UVP für die PlayStation-Variante, Xbox-Besitzer müssen sogar stolze 480 Euro hinblättern – auch wenn der Straßenpreis bereits etwas bröckelt. Wir haben uns die Xbox-Version auf den Kopf gesetzt und geprüft, ob Audeze den Thron verteidigen kann.

Aus der Verpackung gezerrt, zeigt sich das Maxwell 2 sofort als echtes Premium-Produkt. Die Verarbeitung ist schlicht exzellent und extrem hochwertig. Allerdings solltet ihr vor der ersten Session ein wenig Nackentraining absolvieren: Das gute Stück wiegt satte 560 Gramm und ist damit sogar noch etwas schwerer als sein ohnehin nicht gerade leichter Vorgänger.

Die gute Nachricht: Audeze hat an der Ergonomie geschraubt. Das Kopfband ist breiter, die Polster sind spürbar voluminöser und die Gewichtsverteilung ist derart gut gelungen, dass das irrsinnige Gewicht im Alltag überraschend wenig auffällt. Zudem wurden einige Bedienelemente etwas anders angeordnet und sind von den Seitenblenden ans Gehäuse gewandert. Der Grund ist einfach: Die magnetischen Seitenblenden der Ohrmuscheln lassen sich abnehmen und durch Custom-Blenden ersetzen, von denen Audeze selbst eine Handvoll Alternativen anbietet.

Konnektivität wird beim Maxwell 2 großgeschrieben. Unser Xbox-Testmuster funkt wahlweise kabellos mittels USB-C-Dongle an der Microsoft-Konsole, dem PC oder Mac. Direkt am Dongle befindet sich ein Umschalter für den Xbox-Betrieb und den Betrieb am PC.

Ein USB-C-Kabel nebst passendem USB-C-auf-USB-A-Adapter sowie ein 3,5-mm-Klinkenkabel liegen für alle Fälle bei. Auch Bluetooth 5.3 ist mit an Bord und unterstützt moderne Standards wie Auracast, LE Audio, LDAC und AAC. Ein dicker Wermutstropfen bleibt jedoch von der Mängelliste des Vorgängers bestehen: Wireless- und Bluetooth-Audio lassen sich nach wie vor nicht parallel nutzen. Wer beim Zocken via Dongle gleichzeitig Telefonate annehmen oder Discord auf dem Smartphone nutzen will, schaut weiterhin in die Röhre.

Dafür entschädigt das Headset in seiner Kerndisziplin. Unter den Hauben werkeln gewaltige 90mm magnetische Planartreiber, die einen Frequenzgang von 10 bis 50.000 Hz abdecken und Wireless-Audio mit knackigen 24 Bit / 96 kHz auflösen. Dank der SLAM-Technologie, die man sonst aus den audiophilen High-End-Kopfhörern des Herstellers kennt, zaubert das Maxwell 2 eine wunderschön breite Klangbühne in eure Gehörgänge. Die Richtungswahrnehmung ist phänomenal, der Detailgrad lässt eure Synapsen schmelzen. Dolby Atmos und Tempest3D werden natürlich voll unterstützt.

Allerdings gibt es eine klangliche Veränderung zum ersten Maxwell: Der Bass agiert in der Werkseinstellung spürbar subtiler – böse Zungen könnten auch sagen: schwächer. Er ist zwar extrem präzise und detailreich vorhanden, hat aber spürbar weniger Punch als früher. Wer den gewohnten Wumms vermisst, kann aber erfreulicherweise über die überarbeitete App (verfügbar für PC, iOS und Android) per Equalizer nachbessern. Abseits davon liefert das Headset einen glasklaren und hervorragend ausgewogenen Sound.

Auch beim Mikrofon hat sich was getan. Das abnehmbare Mikro kommt mit einem Schaumstoff-Poppschutz und spendiert euch eine KI-Rauschunterdrückung. Das Ergebnis ist eine absolut saubere Sprachübertragung, die störende Nebengeräusche im Zimmer gnadenlos herausfiltert. Echte Broadcast-Qualität solltet ihr zwar nicht erwarten, aber für hitzige Gefechte im Multiplayer ist es mehr als ausreichend. Und wer ausdauernde Sessions liebt, wird jubeln: Der Akku hält bis zu 80 Stunden durch und verfügt über eine praktische Schnellladefunktion.

Greift zu, wenn...

… ihr absoluten High-End-Klang mit einer breiten Klangbühne sucht und kein Problem mit einem schweren Headset auf dem Kopf habt.

Spart es euch, wenn...

… ihr den Vorgänger bereits besitzt oder zwingend Bluetooth und Wireless-Audio gleichzeitig parallel nutzen wollt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Klangliches Meisterwerk mit bekannten Altlasten

Das Audeze Maxwell 2 ist erneut ein verdammt starkes Stück Hardware, das ganz ohne Zweifel in der absoluten Oberliga mitspielt. Die riesigen Planar-Treiber sorgen für einen grandiosen und extrem detaillierten Sound, selbst wenn die Bässe ab Werk etwas zahmer ausfallen als beim ersten Maxwell. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben und trotz des heftigen Gewichts von 560 Gramm sitzt das Teil erfreulich bequem auf der Rübe.

Wer allerdings den Vorgänger besitzt, braucht kein Upgrade zu erwarten. Die Änderungen liegen primär im Detail und bei der Ergonomie. Schade ist zudem, dass Audeze zwei alte Baustellen nicht komplett beseitigt hat: Das hohe Gewicht bleibt gewöhnungsbedürftig und dass Bluetooth und Wireless-Dongle immer noch nicht parallel betrieben werden können, ist in dieser Preisklasse schlicht ärgerlich. Dennoch: Wer das nötige Kleingeld parat hat und Audiophilie beim Gaming sucht, kommt am Maxwell 2 kaum vorbei.

Überblick

Pro

  • enorm breiter, detailreicher Klang
  • exzellente Verarbeitung
  • verbessertes Mikrofon mit starker KI-Filterung
  • gute Konnektivität und gigantische Akkulaufzeit (80 Stunden)
  • trotz des hohen Gewichts erfreulich bequem
  • solide App mit allen wichtigen Optionen

Contra

  • noch schwerer als sein Vorgänger (560 Gramm)
  • Wireless und Bluetooth weiterhin nicht parallel nutzbar
  • Bässe ab Werk etwas schwächer als beim Vorgänger

Awards

  • Hardware Tipp

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