Test - Sudden Strike 5 : Test: Strategie-Klassiker zwischen Begeisterung und Frust
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Quer durch Europa führen uns die 25 Einsätze mit Westalliierten, Roter Armee und Wehrmacht. Von Kreta bis tief in den Ural lässt uns Sudden Strike 5 kommandieren, mitunter auch den gleichen Einsatz aus mehreren Perspektiven. Das sieht gut aus, macht einen durchdachten Eindruck - lässt jedoch bei allem Realismus zu oft Frustmomente aufkommen.
Schwierigkeitsgrade sind, so viel Ironie muss sein, eine der schwierigsten Aufgaben beim Spieldesign. Ist der ganze Krempel zu einfach, fühlt sich ein Sieg eher nach einem Geschenk an, ein zu anspruchsvoller Ablauf hingegen kann auch eigentlich motivierende Gameplay-Schleifen zunichte machen. Richtig: Sudden Strike hat sich auch im fünften Teil dafür entscheiden, im Zweifelsfall die Mission größer, den Ablauf filigraner und den Anspruch höher auszugestalten.
Und das von der ersten Mission an. Egal ob wir mit der Wehrmacht in Kreta landen - oder ebendiese Operation unterbinden wollen - oder uns an der Ostfront an die Befreiung der Ukraine machen: Jeder Einsatz erfordert Konzentration und Ausdauer, kleine Fehler werden schnell bestraft.
Ein durchdachtes System
Jedes Fahrzeug und jeder Infanterist hat nicht nur die üblichen Gesundheitsbalken, die von einem Reparaturfahrzeug oder Sani im Notfall wieder aufgefrischt werden können, sondern auch Vorräte für Treibstoff und Munition. Diese können etwa mit mobilen Fahrzeugen oder an bestimmten Versorgungsstützpunkten wieder gefüllt werden. Und muss es auch, sonst stehen Mörser, Panzerbüchsen-Infanterist und Sherman-Fahrer nutzlos auf der Wiese. Dementsprechend muss jeder Angriff wohl überlegt sein und wir in der Planung auch berücksichtigen, dass die durchaus fordernde KI etwa unsere Versorgungswege und -stützpunkte angreifen wird.
Im Gegensatz zu Command & Conquer oder Tempest Rising errichten wir keine klassische Basis und schicken erst einmal ein paar Sammler ins nächstgelegene Feld, sondern müssen meist mit den zur Verfügung gestellten Truppen auskommen. Die wirklich langen Missionen geben uns dabei mitunter die Möglichkeit, per Spezialaktion zusätzliche Einheiten per Fallschirmabwurf herbeizuklicken, aber per se schmerzt jeder Verlust enorm. Ein Schützengraben für unsere Infanterie oder das Schießen aus einem besetzten Haus bieten zwar Schutz gegen feindliche Soldaten - ein einziger plötzlich auftauchender Panzer jedoch kehrt die Situation schnell um.
Schön: Sekundärziele in den Missionen sind oft klug mit der Materie verbunden. Das Einnehmen eines Offizierszeltes etwa gibt uns weitere Informationen über die feindlichen Stellungen, ein besetzter Landeplatz schneidet den gegnerischen Luftnachschub ab und das Ausschalten feindlicher Luftabwehr ermöglicht uns den Einsatz eigener Unterstützung von oben. Vieles an Sudden Strike 5 ist offensichtlich durchdacht, logisch und auf dem Papier enorm motivierend
Auch die verschiedenen Boni, die durch unsere jeweilig ausgewählten Kommandanten hinzukommen und sich für verschiedene Spielweisen jeweils anbieten: prima. Das Prestige-System, mit dem wir für das Halten wesentlicher Landmarken Punkte erhalten, die sich in Spezialaktionen umsetzen lassen: toll, weiter so. Selbst die clever berechneten Sichtkegel und die Grafik bis hin zu den Wasserreflexionen zeugen von einem überzeugend inszenierten “Theatre of War”, wie Kriegsschauplätze etwas theatralisch auf Englisch heißen.
Manöverkritik: Schwierigkeitsgrad & Technik
Doch selbst wenn wir mit der Leertaste die taktische Pause aufrufen, die Sanitäter und Versorgungsfahrzeuge einsatzbereit in der Hinterhand haben und Granaten wie Minen eifrig platzieren: Die Einsätze sind im mittleren Schwierigkeitsgrad ein ordentliches Brett. In der Natur des Kriegsgeschehens liegt zudem, dass etwa eine Unterstützung aus der Luft nicht augenblicklich und zielgenau etwa das gewünschte gegnerische Fahrzeug oder MG-Nest ausschaltet, sondern erst nach ein paar kreisenden Flugbewegungen und hoffentlich ohne Verluste.
Wir hatten dabei zudem im Laufe des Testes immer wieder mit kleineren technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie Truppen, die sich beim Laufen verkanteten, oder Artillerie-Einheiten, die etwas zu freigiebig mit ihren Waffen umgehen, weil irgendwo zwei Bildschirme weiter ein feindliches Dreirad gesichtet wurde. Mehr Tooltipps oder auch zu Beginn etwas aktiveres Eingreifen der jeweiligen In-Game-Heeresleitungen hätten hier sicherlich geholfen.
Hinzu kommt, sicherlich besonders subjektiv, ein merkwürdig klinischer Umgang mit dem Szenario. Es ging gerade im Zweiten Weltkrieg ja eben nicht nur darum, Landstriche auf einer Karte neu einzufärben - die Einsatzbesprechungen fallen jedoch vergleichsweise nüchtern aus, als ginge es eben nur um ein Brettspiel mit viel Realismus.
Greift zu, wenn...… ihr gerne länger über Landschaftskarten und Flankierungsmöglichkeiten brütet.
Spart es euch, wenn...… Echtzeitstrategie für euch schnelle Schlachten und Basisbau bedeutet.



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