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Test - Replaced : Test: Cyberpunk-Thriller mit klarem Fokus

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In einem alternativen 1984 hat Wissenschaftler Warren eine leistungsfähige KI namens “R.E.A.C.H.” erschaffen, die sich nach einem schweren Laborunfall mit seinem Körper verbindet. Damit nicht genug, wird er fortan von der Polizei gejagt – aber warum eigentlich? Das und mehr gilt es herauszufinden.

Die unfreiwillige Verbindung aus Mensch und Maschine birgt nämlich eine besondere Dynamik. Die KI reagiert analytisch und emotionslos auf die dystopische Welt außerhalb des Labors, die gezeichnet ist von Armut, Krankheit und Polizeigewalt. Im Spielverlauf wird Warren allerdings mit zahlreichen Emotionen konfrontiert, darunter negative wie Stress und Wut, aber auch positive wie Freude und Glück. Wie die KI darauf reagiert und welche Entscheidungen sie treffen muss, ist eng mit dem Spielablauf verknüpft und stellt ein zentrales Element der Story dar.

Zwischen Kampf und KI

In den 2D-Arealen wechseln sich Kletter-, Sprung- und Rätseleinlagen mit Kämpfen gegen korrupte Cops und andere böse Typen ab. Mit dem Schlagstock attackiert Warren und lädt durch erfolgreiche Kombinationen seine Pistole auf, deren einzelne Geschosse mächtigen Schaden anrichten. Eingehende Attacken werden per Knopfdruck elegant gekontert; eine rasche Ausweichrolle gehört ebenfalls zum Repertoire. An dieser Konstellation ändert sich im Spielverlauf wenig, sodass die Auseinandersetzungen bald eintönig werden. Zudem erschwert die träge Steuerung im späteren Verlauf die Kämpfe gegen mehr und stärkere Feinde.

Die Platforming-Einlagen sind besser, weil sie mit unterschiedlichen Konstellationen und Herausforderungen aufwarten und somit abwechslungsreich ausfallen. Warren hangelt sich an Gittern und Rohren entlang, klettert enge Schächte hinauf, springt über Abgründe oder nutzt ein spezielles Werkzeug, um an gekennzeichneten Mauern Halt zu finden. Das alles macht Laune, geht jedoch nicht immer sauber von der Hand. Hin und wieder ist ob der allgemein dunklen Farbgebung kaum erkennbar, auf welchem Weg es weitergeht – da hilft nur ausprobieren und gegebenenfalls scheitern.

Optisch ist Replaced ein Hingucker. Die Schauplätze wurden mit viel Liebe zum pixeligen Detail gestaltet. Siedlung, verfallene Stadt, U-Bahn-Schächte, feindliche Lager und mehr sehen völlig unterschiedlich, aber immer stimmig-dystopisch aus. Sammlerinnen und Sammler halten Ausschau nach Text-Logs, die mehr über die Welt und ihre Bewohner verraten. Ebenfalls zu finden gibt es Upgrades für Warren, die beispielsweise seine Lebensenergie erhöhen – sie sind hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig.

Kleine, aber feine Geschichten

Im Spielverlauf bietet sich immer wieder die Gelegenheit, zwischen dem Bildvordergrund und -hintergrund zu wechseln, um mit der Umgebung oder den Charakteren auf der jeweiligen Ebene zu interagieren. So werden unter anderem optionale Nebenmissionen abgeschlossen: Sie erzählen lustige, traurige oder geradezu herzzerreißende Mini-Geschichten, die der ganzen Welt zusätzliche Glaubwürdigkeit verleihen. Die Themen schlagen oftmals eine Brücke zu unserer Realität, vor allem den Einsatz von KI in nahezu allen Bereichen. Replaced schwingt aber nicht die Moralkeule, sondern lässt Raum für Interpretationen und regt zum Nachdenken an.

Musik wird in Replaced relativ selten, dafür aber sehr effektiv eingesetzt. Treibende Stücke bei Verfolgungsjagden oder ruhige Klänge in emotionalen Situationen sorgen stets für die passende Untermalung wichtiger Momente. Dazwischen halten sich die Synthwave-Arrangements zurück, lediglich diverse Soundeffekte sind zu hören.

Greift zu, wenn...

… du spannende Geschichten und stimmige Cyberpunk-Welten magst.

Spart es euch, wenn...

… dir abwechslungsreiche Action wichtig ist.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Starke Story, durchschnittlicher Spielablauf

Was ist wichtiger: Story oder Spielablauf? Diese alte, aber noch immer entscheidende Frage wirft auch Replaced auf. Die Gestaltung der Cyberpunk-Welt geht Hand in Hand mit einer Geschichte, die Probleme und Ängste behandelt, die in Zeiten zunehmender KI-Präsenz und militärischer Konflikte sehr real sind. Zusammen mit einigen Wendungen und dramatischen Ereignissen ist die Geschichte die große Stärke des Titels.

Auf spielerischer Seite hat Replaced dagegen ein paar Macken. Der Mix aus Kontern, Ausweichen und Attackieren wiederholt sich im Prinzip ständig – daran ändern auch gelegentlich neu hinzukommende Aktionen oder Waffen nichts. Lediglich bei den Bossen wird das Grundprinzip etwas abgewandelt. Dafür macht sich hier die dezent träge Steuerung negativ bemerkbar, sodass mancher Kampf länger (und mitunter nerviger) ist, als er sein müsste.   

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Deutlich besser gefallen mir die Sprung- und Kletterpassagen, die immer wieder etwas Neues zu bieten haben. Manche Passage kommt zwar etwas sperrig daher, weil die Route nicht klar erkennbar ist. Ob ich es über einen Abgrund schaffe oder die vermeintliche Kante zu greifen bekomme, lässt sich manchmal nur durch Ausprobieren herausfinden. Das wird aufgrund häufiger Checkpoints jedoch niemals zum Problem. 

Empfehlen kann ich den 2D-Thriller allen, denen stimmige, dystopische Spielwelten und spannende Geschichten über alles gehen. Wer dagegen durchweg astreine Spielbarkeit und abwechslungsreiche Action erleben möchte, dürfte mit diesem Cyberpunk-Thriller nicht glücklich werden.

Überblick

Pro

  • stimmungsvolle 2D-Cyberpunk-Welt voller Details
  • abwechslungsreiche Sprung-, Kletter- und Rätselpassagen
  • spannende Geschichte mit aktuellem Bezug
  • drei jederzeit wechselbare Schwierigkeitsgrade

Contra

  • monotone Kämpfe
  • etwas schwammige Steuerung
  • teils schlecht erkennbare Kletterrouten

Awards

  • Story
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    • XSX

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