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Preview - Splatoon Raiders : Die Tintenkiller der Spiralit-Inseln

  • NSw2
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Nintendos Tintenkleckser-Shooter Splatoon setzte bislang vor allem auf kunterbuntes PvP-Geballer mit der einen oder anderen Koop-Einlage. Im Spin-off Splatoon Raiders verschiebt sich der Schwerpunkt erstmals auf eine Einzelspieler-Kampagne mit PvE-Action und Story. Ganz ohne Koop geht es natürlich trotzdem nicht. Ich durfte bereits einige Stunden mit Splatoon Raiders verbringen und tief in die farbenfrohe Welt aggressiver Meeresbewohner eintauchen.

Die legendäre Band Surimi Syndicate, bekannt von so Knaller-Titeln wie Till Depth Do Us Part, Fins in the Air oder einfach Splatoon 3, scheint mit ihrem Podcast und der musikalischen Karriere noch nicht ganz ausgelastet zu sein. Also beschließen Mako, Muri und der Band-Mantarochen Mantaro (spielt in eurer Lieblingsband etwa kein Mantarochen?), sich kurzerhand noch als Schatzsucher zu verdingen und in die Fußstapfen von Lara Croft zu schlüpfen (Spla-Tomb Raiders also).

Gerüchteweise sollen die sagenumwobenen Spiralit-Inseln wieder aus dem Meer aufgetaucht sein, und das klingt doch nach einem Fall für unser musikalisches Tinten-Trio. Und jetzt wird es Zeit für euren Auftritt! Ihr schlüpft jedoch nicht in die glibschige Haut eines Flossen-Bassisten, Backing-Blubblers oder Tentakel-Drummers, sondern in die des namenlosen Piloten (später nur “Der Mechaniker”) des Privat-Hubschraubers der Band. Nicht sonderlich glamourös, aber es könnte schlimmer sein. Stellt euch nur mal vor, der Heli würde jetzt auch noch abstürzen und ihr wärt gestrandet auf einer Inselkette voll mit feindlichem Fischzeugs …

Tintenkiller, qu'est-ce que c'est ?

Splatoon-typisch besteht euer Arsenal aus den unterschiedlichsten Waffen, deren Hauptaufgabe darin besteht, möglichst schnell möglichst viel Farbe auf möglichst viele Gegner zu verteilen. Über 100 verschiedene Waffenvarianten warten auf euch. Neben gewehrähnlichen Tintenspritzern stehen euch natürlich auch Farbroller zur Verfügung, mit denen ihr euren Gegnern die Farbe gleichzeitig aus- und ins Gesicht prügelt, sowie die obligatorischen Farbeimer, die Feinde ebenso schmucklos wie effektiv mit bunter Schlotze überschütten, und jede Menge anderer Waffen.

Da endet euer farbenfrohes Loadout allerdings noch nicht. Zur Ausrüstung gehören noch ein Farb-Tank und diverse Gadgets. Die Tanks definieren im Grunde eure Klasse und entscheiden darüber, ob ihr auf rohe Gewalt, hohe Mobilität oder taktische Raffinesse setzt. Gerade in anspruchsvolleren Kämpfen macht diese Wahl einen gewaltigen Unterschied. Bosse, die mit dem Stärke-Tank nahezu unbezwingbar wirkten, lagen mit der Taktikvariante plötzlich im ersten Versuch am Boden. Nach einigen Stunden Testzeit kann ich jedenfalls bestätigen, dass nicht jeder blaue Fleck von einem tropfenden Pinsel stammt.

Der eigentliche Unterschied zwischen den Tanks zeigt sich allerdings bei den verfügbaren Gadgets. Diese Spezialfähigkeiten nutzt ihr im Kampf, um das Blatt zu euren Gunsten zu wenden. Der Stärke-Tank ermöglicht beispielsweise den Einsatz eines Farb-Beils, mit dem ihr zunächst geradewegs nach vorne stürmt und anschließend einen mächtigen horizontalen Schlag ausführt. Mit dem Taktik-Tank errichtet ihr dagegen unter anderem Geschütztürme oder setzt andere Unterstützungswerkzeuge ein. Vor jedem Einsatz entscheidet ihr euch für zwei dieser Fähigkeiten.

Natürlich lässt sich auch hier wieder fleißig schrauben und verbessern. Gadgets könnt ihr umfangreich modifizieren und eurem Spielstil anpassen. So verwandelt sich der finale Schlag des Farb-Beils beispielsweise von einer horizontalen in eine vertikale Attacke. Dadurch verliert ihr zwar Flächenschaden, konzentriert eure Schlagkraft dafür deutlich stärker auf einzelne Gegner. Auch eure Waffen steigen im Level auf und lassen sich Schritt für Schritt weiter ausbauen, bis ihr eure persönliche Traum-Ausrüstung zusammengeschraubt habt. Ein Klacks für einen echten Mechaniker.

Absolut lach(s)haft!

Die feindlichen Fischis dürften Splatoon-Fans ebenfalls bekannt vorkommen. Die Salmoniden waren bereits in Splatoon 2 und 3 die Antagonisten im Koop-Modus Salmon Run. Auch in Splatoon Raiders droppen sie wieder Fischeier als wertvolle Ressource und stehen vor allem zwischen euch und den Schätzen der Spiralit-Inseln.

Zum Glück seid ihr nicht allein unterwegs. Eure Lieblingsband unterstützt euch nicht nur mit flotten Sprüchen, sondern packt auch kräftig mit an. Schon früh entdeckt ihr einen alten Mech, der nach einer kurzen Reparatur zu einem der wichtigsten Werkzeuge eurer Expedition wird. Statt allerdings selbst einzusteigen, verfrachtet ihr kurzerhand eines der Bandmitglieder in den Kampfroboter. Der marschiert anschließend treu an eurer Seite, nimmt Gegner unter Beschuss und dient gleichzeitig als praktische Sprungplattform, wenn ihr höher gelegene Bereiche erreichen wollt.

Je nachdem, welcher Musiker gerade im Mech sitzt, erhaltet ihr zusätzlich Zugriff auf eine mächtige Spezialfähigkeit. Diese lädt sich mit der Zeit auf und entfesselt anschließend verheerende Angriffe. Schließlich sind die Mitglieder des Surimi Syndicate nicht nur Musiker, Podcaster und Moderatoren, sondern stammen außerdem aus legendären und ausgesprochen kampferprobten Clans, deren geheime Techniken ihr euch zunutze macht.

Muri entfesselt beispielsweise einen regelrechten Sturm wütender Muränen, die vom Himmel herabregnen und ganze Gegnerhorden überrollen. Mako ruft dagegen einen gigantischen Hai herbei, der aus euren Widersachern im wahrsten Sinne des Wortes Fischfutter macht. So fühlt sich selbst ein Bosskampf gelegentlich eher wie eine äußerst kreative Form der Meeresbiologie an.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Farbenfroher Fall von vergnüglichem Fisch-Verprügeln

Splatoon Raiders fühlt sich auf den ersten Blick erstaunlich vertraut an und wagt gleichzeitig den wohl größten Schritt, den die Reihe bislang gemacht hat. Statt den nächsten PvP-Aufguss zu servieren, verpasst Nintendo seinem Tintenspektakel erstmals eine vollwertige Einzelspieler-Erfahrung, die sich klar vom Rest der Serie abhebt.

Nach den ersten Stunden macht dieser Richtungswechsel durchaus Lust auf mehr. Das neue Gadget-System sorgt für spürbar mehr spielerische Tiefe, der Mech bringt frische Ideen in Erkundung und Kämpfe, und auch die Spiralit-Inseln wirken deutlich abwechslungsreicher, als man es von einer reinen Shooter-Kampagne zunächst erwarten würde. Gleichzeitig bleibt Splatoon seinem chaotischen Charme treu. Farben fliegen in alle Richtungen, die Band liefert gewohnt herrlich schräge Unterhaltung und spätestens wenn ein gigantischer Hai oder ein Schwarm aggressiver Muränen über den Bildschirm fegt, fühlt sich das alles unverkennbar nach Splatoon an.

>>Nicht nur praktisch, um die Wohnung zu streichen! - Die nützlichsten Gadgets in Videospielen<<

Ob Nintendo die Balance zwischen Story, Erkundung und Action bis zum Abspann halten kann, lässt sich nach wenigen Stunden natürlich noch nicht abschließend beurteilen. Die Richtung stimmt allerdings. Und falls Splatoon Raiders dieses Niveau über die komplette Kampagne hält, könnte der Ausflug auf die Spiralit-Inseln weit mehr werden als nur ein nettes Spin-off für zwischendurch.

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