Test - Razer Nari Ultimate : Ein Headset erschüttert die Lauscher

  • PC
  • PS4
  • One
  • NSw
  • Mob
Von Kommentieren

Razer stampft mit Nari gleich mal eine ganz neue Headset-Reihe aus dem Boden, bestehend aus drei verschiedenen Versionen. Am interessantesten, aber auch verflucht teuer ist das Flaggschiff Nari Ultimate für 199 Euro, das mit der HyperSense-Technologie ausgestattet ist. Das ist, kurz gesagt, eine dynamische Vibrationsfunktion, um das haptische Spielerlebnis und damit die Immersion zu intensivieren. Wir haben den Ohrvibrator mal genüsslich unsere Lauscher massieren lassen.

Das Razer Nari Ultimate ist ein ziemlicher Brummer und nicht unbedingt ein schlankes, dezentes Headset. Über 400 Gramm Gewicht sind nicht ohne, natürlich bedingt durch die Wireless-Technologie, nutzbar an PC und PS4, sowie die HyperSense-Treiber. Ein flexibler Metallkopfbügel, ein selbstverstellendes Kopfband sowie ungemein dicke und weiche Ohrpolster an drehbaren Ohrmuscheln, sogar mit integrierter Aussparung für Brillenbügel nebst Kühlgel für heiße Tage, sorgen aber für einen erstaunlich hohen Tragekomfort. Perfekt ist der allerdings nicht, denn bei Spielern mit kleinerem Kopf dürfte das Nari Ultimate ein wenig zu locker sitzen.

Insgesamt macht das Nari hinsichtlich der Verarbeitung einen ordentlichen Eindruck, zumal auch an nette Details gedacht wurde. So könnt ihr den USB-Dongle, der für den kabellosen Betrieb an PC oder PS4 angeschlossen werden muss, direkt in einer Aufnahme im Headset einrasten lassen, damit er nicht verloren geht. Wer möchte, kann das Headset auch analog via 3,5-mm-Klinkenanschluss an der Xbox oder mobilen Geräten nutzen. Vorrangig ist es aber als PC-Headset konzipiert.

Natürlich fehlt es nicht an Bedienelementen. An der rechten Ohrmuschel befindet sich einzig der Lautstärkeregler. Links gibt es ein Bedienelement für die Game-Chat-Balance, den An-/Ausschalter sowie eine leider etwas klein geratene Taste zum Stummschalten des Ausziehmikrofons. Auch eine LED-Ladestandsanzeige ist vorhanden. Was allerdings derzeit (Stand 01.10.) noch fehlt, ist ein Update der Synapse-3-Software, um dort weitere Justierungen für das Headset vornehmen zu können, allem voran die Stärke des HyperSense-Effekts. Eine Einstellmöglichkeit hierfür direkt am Headset ist leider nicht vorhanden.

Für den kabellosen Betrieb nutzt das Nari Ultimate die 2.4-GHz-Übertragung mit einer Reichweite um die 12 Meter, und die funktioniert reibungslos und störungsfrei. Die Akkulaufzeit beträgt etwa 24 Stunden ohne und bis zu 8 Stunden mit Chroma-RGB-Beleuchtung und HyperSense. Bestückt ist das Headset mit 50-mm-Treibern mit einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz bei einer Impedanz von 32 Ohm. Standard also. Dafür unterstützt es THX Spatial Audio, was einen schönen 360-Grad-Rundumsound gewährleistet.

Zur Sprachübertragung dient ein unidirektionales Ausziehmikrofon mit flexiblem Arm, der recht gut positionierbar ist. Das Mikrofon leistet im Voice-Chat recht gute Arbeit und überträgt die Sprache klar und deutlich ohne störende Nebengeräusche. Einzige Ärgernisse sind die kleine Mute-Taste sowie das Fehlen von Mic-Monitoring, das aber später per Update noch integriert werden soll.

Der Klang der 50-mm-Treiber ist gut, wobei Razer endlich die übertriebene Basslastigkeit früherer Headsets weitgehend in den Griff bekommen hat. Kräftig und dominant bleiben die Bässe dennoch, aber nicht zulasten der durchsetzungsfähigen Mitten und der ordentlichen Höhen. Die räumliche Wahrnehmung ist gut, insbesondere dank THX Spatial. Im Klinkenbetrieb müsst ihr darauf allerdings verzichten und mit 2.0-Stereosound vorliebnehmen. Der ist allerdings eher unspektakulär, sodass wir das Headset vor allem für den PC empfehlen, wobei auch die PS4 vom kabellosen Betrieb profitiert.

Der eigentliche Clou des Nari Ultimate ist aber ohnehin die HyperSense Intelligent Haptics, die in Zusammenarbeit mit der Firma Lofelt entwickelt wurde. Lofelt hat sich auf haptische Technologien spezialisiert, wie zum Beispiel ein Subwoofer-Armband, das die Vibration eines Subwoofers geräuschlos an den Körper überträgt. Entsprechend bietet HyperSense auch beim Nari ein haptisches Feedback auf die Geräuschkulisse im Spiel: prinzipiell eine dynamische, intelligente Vibrationsfunktion im Bereich von 20 bis 200 Hz.

Während Vibration bei einem Controller beispielsweise als On-/Off-Effekt funktioniert, wird der Effekt beim Nari in Echtzeit dynamisch auf Basis der Klangquellen und der Lautstärke berechnet. Die Vibration kann dabei auch „wandern“, sprich, etwaige Effekte kommen aus der virtuellen Richtung der Klangquelle.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel