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Test - Outbound : Test: Ein fantastisches Open-World-Game, das entspannt und nicht stresst

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Outbound ist ein Open-World-Spiel, bei dem ganz klar der Weg zum Ziel wird. Mit eurem gemütlichen kleinen Camper erkundet ihr unterschiedliche Biome, sammelt Ressourcen, baut euch eine Basis auf und erfahrt mehr über die harmlose, malerische Welt. Schlägt gemütlich hier fordernd?

Cozy Games erleben schon seit der Pandemie einen Aufschwung. Gaming-Veteranen und Neulinge gleichermaßen verbringen gerne viele gemütliche Abende mit Spielen wie Animal Crossing oder Pokémon Pokopia. Auch das Open-World-Spiel Outbound fällt in diese Kategorie.

Denn obwohl das Spielprinzip eher an Subnautica erinnert, kommt kein knallhartes Survival-Feeling auf. Stattdessen erforscht ihr entspannt eine friedliche Umgebung, sammelt Rohstoffe, löst kleine Rätsel und wertet euren Camper immer weiter auf, sodass ihr es nicht nur heimeliger habt, sondern auch viel direkt selbst produzieren könnt.

Im Test klären wir, für wen sich die Erfahrung lohnt und wo es dann doch mal Ärger im Paradies gibt.

Allein auf großer Fahrt

Eine richtige Story bietet Outbound nicht. Stattdessen steht das Roadtrip-Lebensgefühl im Mittelpunkt: Ihr erstellt euch Figur und Wohnmobil selbst. Anschließend startet ihr euer Abenteuer allein mit eurem leeren Bus und einer Karte. Mit deren Hilfe plant ihr eure Route selbst anhand von Sehenswürdigkeiten. Die sind per Fragezeichen markiert und können gezielt angesteuert werden.

Die Umgebung ist menschenleer, sodass euch keine NPC-Quests oder -Begegnungen erwarten. Aber ein Ödland erforscht ihr deshalb noch lange nicht. Die vier großflächigen Biome sind in der malerischen Low-Poly-Grafik landschaftlich abwechslungsreich gestaltet: Ihr arbeitet euch etwa von den lauschigen Wäldchen am Anfang, über sich kilometerweit erstreckende gelbe Weizenfelder, bis zu einer kristallblauen Lagune vor.

Da Outbound in einer nahen Zukunft spielt, trefft ihr immer wieder auf (knuddelige) und hilfreiche Roboter wie die schwebenden Erntehelfer, die regelmäßig eure Hilfe brauchen, und auch Maschinen und Gebäude wie eine Mühle wollen immer wieder von euch in Gang gesetzt werden.

Für die Motivation, immer weiterzuspielen, sorgt dabei primär eure eigene Neugier. Weil die offenen Gebiete anfangs völlig abgedeckt sind, fühlt es sich befriedigend an, sie nach und nach zu ergründen und ihre Geheimnisse zu lüften - auch ohne übergreifende Aufgabe oder große Mission.

Zahnloses Survival-Gameplay

Outbound überlässt euch aber nicht nur die Gestaltung eurer Reise. Es gibt auch stets etwas zu tun. Das geht beim Verwalten des Elektro-Vans los, der euch als Fahrzeug und Basis dient. Ihr müsst den Wagen selbst regelmäßig aufladen und ihn auch einrichten und erweitern (dazu später mehr), um euch den Trip zu erleichtern.

Hinzu kommt, dass ihr auch für eure Figur Ausdauer, Gesundheit und Hunger im Auge behalten müsst. Allerdings nicht in dem Ausmaß, wie man es aus härteren Survival-Spielen kennt: Im schlimmsten Fall verkalkuliert ihr euch und bleibt nachts oder mit zu vollem Inventar irgendwo stecken.

Dann hilft euch aber eine besondere Sprint-Funktion dabei, sicher zu eurem Fahrzeug zurückzukehren. Ist euer Rucksack zu voll dafür, könnt ihr etwas fallen lassen oder ihr nutzt die (eigentlich nicht dafür gedachte) “Befreien”-Funktion kreativ, um zur sicheren Basis zurückzukehren.

Gefahren gibt es im Spiel nicht. Verliert ihr Gesundheit - etwa wenn ihr irgendwo runterstürzt - esst ihr einfach ein bisschen Ingwer oder schlaft eine Nacht drüber. Outbound setzt also eher auf Fülle als Tiefe und hält euch vor allem dazu an, aus eigenem Antrieb Abläufe immer eleganter zu gestalten oder stets komplexere Technologien, Werkzeuge und Objekte zu erforschen.

Simpel, aber fesselnd

So sammelt ihr etwa Pflanzenfasern oder Holz, um diese zu verbrennen und darüber euren Elektromotor wieder aufzuladen. Wird euch das auf Dauer zu lästig, könnt ihr aber auch neue Technologien erlernen, über die ihr etwa ein kleines Windkraftwerk an eurem Camper anbringt. Dann erzeugt ihr beim Fahren Energie, die ihr dann wieder zum Erforschen der Welt nutzt.

Die notwendigen Blaupausen für diese Upgrades findet ihr an Funktürmen, die ebenfalls auf eurer Karte sichtbar werden, wenn ihr das umliegende Gelände erkundet. Hier wählt ihr meist zwischen mehreren Plänen einen aus und ladet ihn als Download herunter. Keine Sorge, auch wenn die Türme nur begrenzt vorhanden sind, senden sie in regelmäßigen Abständen neue Signale, sodass die nicht gewählten Objekte nicht verloren sind.

Hin und wieder müsst ihr euch aber auf eine regelrechte Odyssee begeben, um weiterzukommen. Wollt ihr etwa ins zweite Gebiet aufbrechen, braucht ihr eine verbesserte Spitzhacke, um den von Steinen versperrten Tunnel freizukloppen.

Für die benötigt ihr aber veredelte Materialien wie verstärkte Bretter, die ihr erst über mehrere Maschinen mühsam herstellt (eine verwandelt gewöhnliches Holz in Bretter und eine andere versieht diese mit Nägeln, die ihre wiederum ebenfalls selbst aus Metallresten einschmelzt). Ihr merkt schon, aus einem scheinbar simplen Ziel ergibt sich oft eine ganze Aufgabenkette, die euch lange beschäftigen kann.

Von A nach B, von B nach A und wieder zurück

Diese Aufgabenvielfalt ist eine große Stärke von Outbound, kann zwischendurch aber auch mal nerven. Denn nicht jede Ressource ist überall in der Spielwelt zu finden. Und gerade weil das Fahren so wichtig für die Spielerfahrung ist, gibt es keine Schnellreise. Ihr müsst also sehr oft von A nach B und wieder zurück, weil ihr zum Beispiel einen ganz bestimmten Typ Holz braucht, um eine Brücke zu reparieren.

Auch die Reise zu wieder aktivierten Funktürmen kann zwischendurch lästig werden, genauso wie die fehlende Funktion, eigene Marker zu setzen, um etwa Ressourcen-Vorkommen zu markieren. Hier fühlt sich Outbound dann stellenweise sehr nach Grind und weit weniger idyllisch an. Wer will, kann schon in den ersten zwei Gebieten 10 bis 15 Stunden verbringen, was aber eben auch dem Backtracking geschuldet ist.

Generell geht es beim Erkundungsspiel weniger um Effizienz und mehr darum, sich treiben zu lassen. Dazu passen auch die Sehenswürdigkeiten: Diese fungieren hauptsächlich als Belohnung für euren Entdeckerdrang und sind oft besonders spektakulär gestaltet.

Ihr erkundet etwa ein wunderschönes Dorf aus schwimmenden Häusern oder eine malerische Kaffeefarm mit weitläufigen Feldern und eigener Rösterei. Versteckt in den Gebäuden sammelt ihr jeweils drei Items (eine Disk, einen USB-Stick und eine Passwort-Datenbank), um ein Terminal in Betrieb zu nehmen und auch hier eine besondere Blaupause zu ergattern.

Die funktionieren besonders gut als Reward, weil ihr hier meist neue Möbel und Einrichtungsstile passend zur Location erhaltet, die ihr zum kreativen Verschönern eures Wohnmobils nutzt.

Ein mobiles Traumhaus

Der Platz im kleinen Fahrzeug ist natürlich schnell aufgebraucht. Allerdings nimmt es Outbound hier mit dem Realismus nicht so genau und erlaubt es euch, umfangreich auf dem Dach anzubauen.

Wer will, richtet sich hier ein kleines Gewächshaus ein, eine Sonnenterrasse oder ein richtiges Holzhäuschen mit Schlafzimmer, Küche und so weiter. Lichterketten, Blumen, Bilder oder Bücherregale sorgen für eine heimelige Wohlfühl-Atmosphäre und mit einem Hund dürft ihr sogar noch einen treuen Begleiter zum Schmusen adoptieren!

Ob euch Outbound gefällt, hängt also stark davon ab, wie sehr ihr euch damit selbst motivieren könnt. Es geht nicht darum zu gewinnen oder darum, wirklich jeden Winkel der Welt zu erforschen oder jede Blaupause zu ergattern. Stattdessen solltet ihr vor allem Freude daran haben, euer eigenes kleines Reich so einzurichten, wie ihr es euch vorstellt.

Wollt ihr es dabei noch entspannter haben, könnt ihr euch übrigens Freunde und Freundinnen dazuholen. Outbound unterstützt nämlich einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler, sodass ihr euch das Ressourcen sammeln im Zweifel auch bequem aufteilen könnt.

Greift zu, wenn...

… ihr entspannte Abendunterhaltung sucht, die euch alleine oder mit Freunden bauen, basteln und erkunden lässt.

Spart es euch, wenn...

… ihr ein knallhartes Survival-Spiel mit tiefschürfenden Mechaniken wollt, die zum ständigen Optimieren einladen.

Fazit

Elena Schulz - Portraitvon Elena Schulz
Entspannte Feierabende statt schwitzige Gaming-Sessions

Outbound ist eines dieser Spiele, die man am besten in Gesellschaft genießt - oder man macht sich wie in meinem Fall einen Podcast an, brüht eine Tasse Tee auf und cruist einfach ein paar Stunden in der Welt herum. Die Aufgaben ziehen sich hin und wieder, brauchen dafür aber nicht viel Hirnschmalz, sodass sie sich meist bequem nebenbei erledigen lassen. Das hat etwas Meditatives und Entspannendes, wie einen Abend mit Puzzeln zu verbringen oder mit einem Brettspiel und guten Gesprächen.

>> Probier's mal mit Gemütlichkeit: Die 10 besten cozy RPGs <<

Wenn man sich voll und ganz dem Spiel widmet, alles optimieren und schaffen will, dann fühlt es sich schnell dröge und in die Länge gezogen an. Aber wenn ich mich einfach treiben lasse und eine Aufgabe nach der anderen löse, gehen in Windeseile ganze Abende rum, ohne dass ich mich danach müde oder ausgelaugt fühle. Für mich wurde Outbound über die letzten Wochen so trotz seiner Schwächen zum perfekten Feierabendspiel.

Überblick

Pro

  • malerische Low-Poly-Grafik mit Detailliebe und toller Beleuchtung
  • entspannter und optisch befriedigender Basenbau am eigenen Wohnmobil
  • viele Ressourcen, Baupläne, Maschinen und Gegenstände
  • vier große, offene Gebiete mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten und Geheimnissen

Contra

  • viel anstrengendes und teilweise unnötiges Backtracking
  • sehr oberflächliche Survival-Mechaniken

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