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Test - Copa City : Test: Der etwas andere Fußball-Manager lässt euch hinter die Kulissen blicken

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Was zählt, ist auf dem Platz? Bei diesem Fußball-Manager gilt das genaue Gegenteil. Pünktlich zur WM bringt sich mit Copa City ein neuer Kicker-Manager in Stellung. Die erfrischende Idee: Statt um die Spiele kümmern wir uns um alles andere drumherum. Kann da trotzdem echtes Fußballfieber entstehen?

Wer gerne und häufig ins Stadion geht, dem dürfte schnell auffallen, was für einen Aufwand so ein Fußballspiel eigentlich birgt. Am Ende zählt zwar das, was die Spieler innerhalb von 90 Minuten auf dem Rasen leisten, doch hinter einem Match steckt dann doch einiges mehr. Einlasskontrollen, Polizeiaufgebot, Gastronomie, Barrierefreiheit, Unterhaltungsprogramm, nicht zuletzt die Massen an Menschen, die betreut werden müssen. Die vielen kleinen Details bleiben in der Bundesliga oder bei Länderspielen aber meistens im Hintergrund.

Das will das neue Fußballspiel Copa City jetzt ändern. Denn hier wird der Spieß einfach mal umgedreht. Wie ein Spiel ausgeht oder eine Mannschaft abschneidet, ist hier nämlich völlig irrelevant. Statt ein Team zu managen, kümmere ich mich um alles andere drumherum. Heißt: Fans betreuen, Tickets verkaufen und verteilen, die Sicherheit gewährleisten. Auf die Partien oder Mannschaften habe ich keinen Einfluss, dafür aber muss ich den reibungslosen Ablauf des Spieltags gewährleisten.

Klingt erst mal wahnsinnig interessant, zumal ich selber regelmäßig für meinen Verein ins Stadion gehe und mich schon immer für all die Details neben dem Platz interessiert habe. Obendrauf bietet Copa City sogar lizenzierte Teams und Stadien in echten Städten. Die Freude schwingt jedoch schnell in Ernüchterung über: Gerade mal drei reale Arenen haben es ins Spiel geschafft: das Olympiastadion von Berlin, die frühere EM-Spielstätte in Warschau und das Maracana aus Rio, wo Mario Götze uns 2014 zum Weltmeistertitel schoss.

Ähnlich mager fällt der Umfang bei den Vereinen aus, hier sind es immerhin sechs, darunter mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund zwei deutsche Vertreter. Warum aber nun der FC Arsenal gegen den BVB in Berlin spielt, wird nie ganz klar. Egal, kann ja trotzdem ein guter Kick werden, oder?

Dazu muss ich schon über eine Woche vor dem Anpfiff vorplanen. In Berlin etwa habe ich zunächst Zugriff auf einen Stadtbezirk, mit der Zeit kommen weitere dazu. Auf der bespielbaren Karte lassen sich sogar einige bekannte Straßen und Gebäude wiedererkennen. Zwischen denen gilt es nun Fanzonen zu errichten, wo die Fanlager beider Teams später sich vergnügen, betrinken oder auch erleichtern können …

Die müssen aber erst mal angelockt werden. Mit teuren Werbekampagnen und der Vergabe von Tickets. Hinter allem steckt immerhin eine reine Wirtschaftssimulation. Zu Beginn einer Partie sind die Möglichkeiten jedoch stark begrenzt. Außer ein paar Toiletten und Snackbuden darf ich noch nicht bauen. Erst nach wenigen Spieltagen und ersten erreichten Zielen werden etwas mehr Optionen und Module freigeschaltet. Darunter auch die Funktion, im Stadion die Tribüne und Blöcke genau einzuteilen. Nicht nur für die jeweiligen Fans, auch für Unterkategorien wie Ultras und Familien.

Familien haben dickere Geldbeutel, wollen dafür mehr zusätzliche Unterhaltung. Ein Ultra sorgt dagegen für mehr Stimmung und Zufriedenheit, erfordert aber auch mehr Sicherheit und Polizei. Die ist auch außerhalb des Stadions notwendig. Überall in der Stadt sollte möglichst vermieden werden, dass gegnerische Fans aufeinandertreffen.

Was Copa City fehlt, ist aber mehr Transparenz. Denn oft ist nie ganz klar, was gerade eigentlich los ist oder was es zu tun gibt. Klar, es sollen meistens mehr Fans angelockt werden und ich brauche Geld. Doch abseits davon fehlt im Spiel immer etwas die Übersicht oder ein klares Feedback, auch weil weder in der Kampagne noch im Einzelspiel-Modus besonders viel erklärt wird, wie die Mechanik funktioniert.

Zu Beginn erschlägt einen die Größe noch, meistens wird dann eben aber doch nur verlangt, die Fan-Zone noch mehr mit Imbissen vollzuklatschen, was absurd viele Stromgeneratoren benötigt. Doch das schien für mich immer irgendwie zu reichen, um durch den Tag zu kommen und anschließend neue Module freizuschalten. Schön sind die immer gleichen Fan-Zonen jedenfalls selten anzusehen. Ein echtes Ärgernis: Die teuren Gebäude lassen sich nach erstmaligem Platzieren nicht mehr verschieben. Unnötig!

Zwar kann ich sehen, wie die Bayern-Massen durch die Straßen laufen, spannend ist das aber nicht. Überhaupt kommt durch das ständige Mikro-Management nur wenig Fußballstimmung auf, da helfen auch die realen Stadien wenig. Zudem wirken die uninspirierten vertonten Texte und Porträts wie von der KI generiert.

Es fehlt also vor allem Liebe im Detail hinter einem eigentlich guten Grundgerüst. Die Entwickler dürften zwar an einigen Stellen sicher noch nachbessern, der geringe Umfang lässt aber bereits vermuten, dass mehr Inhalt wohl nur mit kostenpflichtigen DLCs kommen wird.

Greift zu, wenn...

… ihr Fußball über alles liebt und bei einem Manager-Spiel mal hinter die Kulissen schauen wollt.

Spart es euch, wenn...

… ihr eine befriedigende Spielmechanik und eine klare Einführung braucht.

Fazit

von Alexander Friedrich
Einem originellen Grundgerüst fehlt es an Inhalten und befriedigenden Spielmechaniken

Für mich als großen Fußball-Fan kommt Copa City eigentlich wie gerufen. Doch die Euphorie war schneller weg als nach einem frühen Rückstand meines Lieblingsklubs - der es wie viele andere Vereine und Stadien nicht ins Spiel geschafft hat … Dass Lizenzen drin sind, ist zwar lobenswert, bei so wenigen frage ich mich jedoch, ob es ohne nicht doch sinnvoller gewesen wäre. Einen echten Unterschied macht es eh kaum - die Fangruppen und Spiele wirken austauschbar.

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Die fehlende Partystimmung macht den Spielspaß auch schnell zunichte, auch weil die Aufbau-Mechaniken selten sinnvoll ineinandergreifen. Für mich bleibt Copa City daher noch ein müder Sonntagskick, der bei seiner Aufstellung aber viel mehr erwarten ließ.

Überblick

Pro

  • Cooles Konzept
  • Echte Städte, Vereine und Stadien
  • Einteilen der Stadionblöcke macht Sinn und motiviert

Contra

  • Nur drei Spielorte
  • Kühle Stimmung, die nicht packen will
  • Komplizierter Einstieg, wenig Erklärungen
  • Abläufe wiederholen sich sehr schnell
  • Spielmechanik oft nicht nachvollziehbar

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