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Test - Keychron K2 HE : Test: Das hat die Gaming-Tastatur mit Hall-Effekt-Switches drauf

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Die Wooting 60HE trat eine so nicht zu erwartende Welle los. Mit ihren magnetischen Hall-Effekt-Switches bot sie bisher ungeahnte Möglichkeiten zur Anpassung und brachte vor allem Gamern entscheidende Vorteile. Allerdings reichten diese so weit, dass manche Spiele sie gar als Cheating einstuften. Das hinderte andere Hersteller aber nicht daran, die neuartige Technologie ebenfalls zu verbauen. Die Keychron K2 HE mag keine weltbewegenden neuen Ideen bieten, dafür aber ein sehr rundes Gesamtpaket zum fairen Preis.

Gut, etwa 175 Euro sind natürlich nicht unbedingt ein Schnapper für eine Tastatur. Zumindest bieten viele andere Firmen Modelle für deutlich weniger Geld an, allerdings macht ihr hier auch entsprechende Abstriche: billige Plastik-Gehäuse, schlechte und nicht vorgeschmierte Switches, unnütze oder gar nicht erst vorhandene Software. Nicht so bei der Keychron K2 HE.

Ich und mein Holz

Das Design der Tastatur fällt nicht unbedingt spannend aus. Habt ihr schon einmal ein Keychron-Keyboard gesehen, erwartet euch das typische Design der OSA-Profil-Double-Shot-PBT-Keycaps auf einem Aluminium-Case, das wir von der Firma mittlerweile erwarten. Das 75-Prozent-Layout verzichtet auf den Nummernblock und ein paar Extratasten, reicht aber besonders für Gamer allemal aus. Doch auch, wenn ihr viel tippt und keine Excel-Krieger seid, solltet ihr nichts vermissen.

Allerdings gefällt mir persönlich das stark komprimierte Design nicht vollumfänglich. Zwischen den Tastenreihen gibt es keinerlei Abgrenzung, was die Eingewöhnung sehr schwer gestaltet. Nicht selten werdet ihr aus Versehen auf eine Taste hauen, die ihr gar nicht erwischen wolltet. Allerdings bin ich auch Fan von TKL-Tastaturen und ihrem sauberen Aufbau. Das abgerundete OSA-Profil schmeichelt den Fingern, braucht aber etwas Eingewöhnung und gefällt sicherlich nicht allen.

Steht ihr auf etwas schickere Optik, bietet Keychron die K2 HE in einer Sonderedition an. Diese steht in schwarz und weiß zur Verfügung und wurde mit seitlichen Palisanderholz-Elementen versehen. Das sorgt für einen edleren Anblick, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Dank der Standfüße mit zwei Neigungsoptionen passt ihr den Winkel der Tastatur in drei Stufen an eure ergonomischen Bedürfnisse an. Das typische RGB-Bling-Bling fehlt ebenfalls nicht, lässt sich aber auf Wunsch abschalten.

In der Box findet ihr neben der Tastatur selbst ein ummanteltes USB-C-auf-USB-A-Kabel mit einem angewinkelten USB-C-Stecker, einen 2.4GHz-Empfänger samt Adapter und noch diverses Werkzeug: ein Kombi-Tool bestehend aus Keycap- und Switch-Puller, einen Schraubenzieher und einen Imbusschlüssel. Die Tastatur bietet Hot Swap, ihr dürft also die Switches selbst auswechseln. Zudem gibt es noch ein paar spezielle Keycaps für Windows- oder MacOS-Konfigurationen.

Monogamie war gestern

Besitzt ihr mehrere Geräte, mit denen ihr die Keychron K2 HE koppeln wollt, stellt das dank Tri-Mode Wireless kein Problem dar. Entweder verbindet ihr sie über den mitgelieferten Dongle und profitiert von Features wie höherer Abfragerate und keinerlei Latenz oder ihr nutzt Bluetooth 5.2. Das erlaubt die Verbindung mit bis zu drei Endgeräten wie Computern, Smartphones und Tablets. Ihr wählt die bevorzugte Methode ganz einfach über einen seitlich angebrachten Schalter aus. Natürlich bietet Keychron auch wieder die Option, dynamisch zwischen MacOS und Windows zu wechseln. Natürlich ist auch eine Verbindung via Kabel möglich.

Direkt aus der Box heraus kommt die Keychron K2 HE mit einem wundervollen Sound, den Enthusiasten wohl als Thock definieren würden. Es klingt fast wie eine Schale voll Murmeln, aber auf die gute Art. Auch die Stabilizer überzeugen größtenteils, auch wenn sie nicht konsistent gut klingen. Die Leertaste beispielsweise rattert an bestimmten Punkten. Das sollte mittlerweile selbstverständlich sein, ist es aber nicht.

Ein riesiges Ärgernis erwartet euch allerdings, wollt ihr andere Switches probieren. Denn die verbauten Gateron Double-Rail Magnetic Switches funktionieren nicht mit Tastaturen anderer Hersteller und andersherum akzeptiert die K2 HE auch keine HE-Schalter der Konkurrenz. Ein riesiges Ärgernis, das unnötig einschränkt.

Immerhin überzeugen die verbauten Switches auf ganzer Linie. Wie der Name schon andeutet, haben sie zwei Schienen am Stamm verbaut, was für zusätzliche Stabilität sorgt. Das macht sich tatsächlich erstaunlich deutlich bemerkbar und fühlt sich extrem gut an. Ein persönlicher Kritikpunkt ist allerdings, dass es keine taktilen Optionen gibt, ihr seid an lineare Versionen gebunden. Verbaut sind die Schalter in der Nebula-Version mit 40-60 Gramm Auslösekraft. Wollt ihr stärkere oder schwächere Optionen, müsst ihr die Switches separat kaufen und verbauen – Keychron bietet die K2 HE nicht in unterschiedlichen Varianten an.

Unfairer Vorteil oder nützliches Feature?

Lange genug habe ich jetzt um den heißen Brei herumgeredet, das eigentliche Highlight der Keychron K2 HE sind eben die Hall-Effekt-Switches und ihre Anpassungsoptionen. Im Gegensatz zu klassischen Schaltern sorgt hier kein physischer Kontakt für die Erkennung des Tastendrucks, sondern ein Magnetfeld. Damit verringert sich nicht nur die Abnutzung, es bietet auch weitere Vorteile.

Allem voran dürft ihr über die im Browser laufende Keychron-Software euren Aktivierungspunkt selbst festlegen. Oder ihr legt dank Dynamic Keystrokes unterschiedliche Aktionen auf ein und dieselbe Taste, basierend auf der Stärke eurer Betätigung. Beispielsweise könnt ihr Rennen oder normal laufen so voneinander abstufen.

Besonders im Shooter-Bereich wird die Rapid-Trigger-Technologie scharf beobachtet. Diese erlaubt eine erneute Aktivierung einer Taste, bevor der Switch wieder ganz nach oben gefahren ist. Das bietet im kompetitiven Segment einen enormen Vorteil aufgrund der schnelleren Bewegungen. Auch in Rennspielen sieht die Sachlage ähnlich, wenn auch nicht so umstritten aus: Dynamisch Gas geben und Bremsen wird enorm erleichtert. Ob es sich wirklich um Cheaten handelt, wage ich allerdings zu bezweifeln – letztlich nutzt mittlerweile jeder Hansdampf ein HE-Keyboard.

Seid ihr einfach nur ein Casual Gamer mit einem Bürojob, bieten die HE-Switches aber noch immer einen Vorteil. So könnt ihr beispielsweise für Zocksessions auf kurze Aktivierungswege setzen, beim Tippen hingegen wollt ihr weniger empfindliche Tasten. Dank unterschiedlicher Profile geht der Wechsel schnell und problemlos. Ganz allgemein ist Keychron die Software dank ihres übersichtlichen Aufbaus gut gelungen. Ihr dürft pro Taste die Aktivierungsdistanz festlegen, ihre Funktionen abändern und alles live testen.

Greift zu, wenn...

… ihr kabellos unterwegs seid aber auch sämtliche Vorzüge von Hall-Effekt-Switches genießen wollt.

Spart es euch, wenn...

… ihr gerne und viel an eurer Tastatur herumbastelt und viele Switches ausprobiert.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Eine starke Hall-Effekt-Tastatur – solange man keine anderen Switches will

Zu Keychron pflege ich eine eher komplizierte Beziehung. Nicht etwa, weil die Tastaturen der Firma schlecht wären. Vielmehr neigt das Unternehmen aber dazu, gefühlt jede Woche ein neues Modell auf den Markt zu schmeißen und jedem Trend hinterherzurennen. Dabei bleiben eigene Ideen aber gerne mal auf der Strecke und oftmals ähneln sich die einzelnen Geräte abseits vom Formfaktor zu stark.

Auch die K2 HE erweckte zunächst einen solchen Eindruck. Plötzlich muss auch Keychron ein Modell mit Hall-Effekt-Switches veröffentlichen? Aber nach mehreren tausend getippten Zeichen und haufenweise gespielten Matches kann ich Entwarnung geben. Alleine schon, weil es sich um eine Hall-Effekt-Tastatur mit diversen kabellosen Optionen handelt, stellt sie eine valide Alternative dar.

Die verbauten Nebula-Switches bieten einen Druckpunkt, der der breiten Masse wohl gut gefallen dürfte. Dank der Double-Rail-Switches wurden Probleme wie wackelige Aktivierung eliminiert, die Einstellungsmöglichkeiten und Software fallen sehr gut aus und dank unterschiedlicher Profile könnt ihr die K2 HE für diverse Szenarios nutzen. Ich hätte mir nur gewünscht, auch andere Switches verwenden zu dürfen und auch das gequetsche Layout trifft meinen persönlichen Geschmack nur bedingt.

Überblick

Pro

  • vielfältige Anpassungsoptionen über die hauseigene Software
  • saubere Build-Qualität
  • sehr stabile Switches fast ohne Stem-Wobble
  • mehrere Profile erlauben unterschiedliche Anwendungszwecke
  • Support für Windows und Mac
  • unterschiedliche kabellose Verbindungsmöglichkeiten

Contra

  • Stabilizer nicht perfekt eingestellt
  • kein Support für andere Switches
  • Layout bleibt Geschmackssache
  • Keycap-Form gewöhnungsbedürtig

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