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Test - C&C: Alarmstufe Rot 3 : Popcorn-Strategie auf PS3

  • PS3
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Mehrere Monate nach der Veröffentlichung von PC- und Xbox-360-Version steht mittlerweile die PS3-Fassung von C&C: Alarmstufe Rot 3 in den Regalen der Händler -als so genannte Ultimate Edition. Wir verraten euch, was alles dahintersteckt.

Wie würde wohl die Welt heutzutage aussehen, wenn es niemals zur Entwicklung einer Atombombe gekommen wäre? Wie sähe das Machtgefüge jetzt aus? Wie würden Kriege geführt? Auf genau diese Fragen bietet das Echtzeitstrategiespiel C&C: Alarmstufe Rot 3 die passenden Antworten - und serviert euch von der ersten Minute an eine Trash-Story vom Feinsten.

Einstein ist tot

Trash war schon immer das Markenzeichen der Alarmstufe-Rot-Serie; überspitzte Anspielungen, Selbstironie und abgedrehte Einheiten prägten seit jeher die besagten Spiele. Wer also schon beim Intro den Kopf schüttelt, weil mit dem Tod Einsteins - eine Zeitreise der Russen macht es möglich - die Erfindung der Atombombe verhindert wird, kommt bei C&C: Alarmstufe Rot 3 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf seine Kosten. Es gibt einige Kritiker, die dem Spiel zudem die oberflächliche Handlung mit platten Dialogen und vorhersehbaren Wendungen vorwerfen. Ganz ehrlich? Scheiß drauf! Es ist gewollter Trash, der lediglich unterhalten soll. Und wenn er dermaßen konsequent und mit einem ständigen Augenzwinkern präsentiert wird wie in diesem Fall, dann ist doch alles bestens.

Zudem erwartet euch somit eine erfrischende Distanz zum bierernsten Einheitsbrei der Science-Fiction- und Weltkriegskonkurrenz. Neben der besagten Geschichte mit den aufwendig produzierten Realfilmsequenzen (dazu später mehr) machen dies vor allem die abgedrehten Einheiten der drei Fraktionen deutlich. So schicken die Alliierten beispielsweise Sonar-Delfine in den Kampf und setzen ihre Gegner kurzzeitig mit der eisigen Cryo-Kanone außer Gefecht. Die Russen hingegen ballern ihre Soldaten per Abschussvorrichtung über große Distanz direkt hinter die feindlichen Linien und richten Bären für den Nahkampf ab.

Noch eine Ecke skurriler und zugleich futuristischer präsentiert sich das Reich der aufgehenden Sonne (Japaner). Dort treten Mechroboter und an die Transformers erinnernde Einheiten in Erscheinung, die direkt aus einem 80er-Jahre-Comic stammen könnten. Alles irgendwie total abgedreht, aber alles irgendwie sehr reizvoll. Auch die aus anderen Command-&-Conquer-Spielen bekannten Superwaffen, wie zum Beispiel Fallschirmbomben, Orbitalangriffe oder Giftwolken, sind wieder mit von der Partie. Diese schaltet ihr in mehreren Stufen frei, indem ihr erfolgreich an Kämpfen teilnehmt. Allerdings haben diese Spezialangriffe etwas an Wucht verloren und können den Kampfverlauf nicht mehr so einfach auf den Kopf stellen.

Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 - PS3-Trailer
Bewegte Impressionen aus der PS3-Version von Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3.

Popcorn-Strategie

Trotz dieser "verrückten" Einheiten haben die Entwickler von EA Los Angeles das Balancing wieder sehr gut hingebogen. Das Stein-Schere-Papier-Prinzip greift in den meisten Fällen sehr gut. Die Fraktionen spielen sich spürbar unterschiedlich. Die Alliierten sind nach wie vor eine Macht im Luftkampf, während die Russen dicke Panzer an die Front schicken. Die Japaner hingegen können ihre Gebäude teilweise mobil machen und expandieren wahnsinnig schnell. Zudem dürft ihr Kämpfe auch auf hoher See austragen, was dem Kampfgeschehen etwas mehr Abwechslung verleiht. Es ist sogar möglich, die Basis im Wasser zu errichten. Apropos Abwechslung: Auch die Heldencharaktere sind wieder mit von der Partie und sorgen mit ihren Spezialfähigkeiten für taktischen Tiefgang.

Okay, der letzte Satz ist etwas missverständlich, impliziert er doch die Annahme, dass C&C: Alarmstufe Rot 3 ein anspruchsvolles Strategiespiel wäre - ist es aber nicht. Müsste man an dieser Stelle einen Vergleich zur Kinowelt ziehen, würde man das Spiel in die oftmals belächelte Kategorie der "Popcorn-Action" einordnen. Effektvoll präsentierte Schlachten, die in erster Linie unterhalten sollen, ohne jedoch allzu viel Substanz zu bieten. Nicht mehr und nicht weniger. Das gelingt den Entwicklern sehr gut.

Allerdings wollen wir an dieser Stelle festhalten, dass das Missionsdesign nicht darunter zu leiden hatte - im Gegenteil. Die Aufgaben sind durchaus vielseitig und reichen vom Attentat auf den japanischen Kaiser bis hin zu verbissen geführten Verteidigungsschlachten sowie Eroberungsfeldzügen. Lediglich der Anspruch kommt dabei oftmals etwas zu kurz, da bei den meisten Missionen keine ausgeklügelten Taktiken benötigt werden, um erfolgreich zu sein. Vor allem Strategieprofis werden sich größtenteils unterfordert fühlen.

Kampf im Verband

Hinzu kommen einige alte Leiden der Serie, die man mittlerweile wohl fast schon als eine Art ungeliebtes Feature ansehen muss. Da wäre zum Beispiel die schwache Wegfindungsroutine der Einheiten. Mehr als einmal haben wir vor Frust laut aufgeschrieen, weil sich unsere soeben gestartete Panzer-Armada in einer engen Häuserschlucht verzettelt hat und wenig später von einem gezielten Luftangriff des Gegners aufgerieben wurde. Argh!

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