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Test - ARC Raiders : Test: Selten war ein Hype so verdient

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“Boah, ne, die machen daraus jetzt einen Extraction-Shooter? Na, gute Nacht!” Das waren meine Gedanken, als Embark Studios 2023 bekannt gab, dass ARC Raiders nicht wie zwei Jahre zuvor verkündet ein PvE-Koop-Actionspiel werden solle, sondern auf den Trend aufspringt, den Escape from Tarkov losgetreten hat. Und nun sitze ich da, habe in den ersten vier Tagen seit der Veröffentlichung weit über 30 Stunden ARC Raiders gespielt und bin vollkommen baff. Dieses Spiel ist einer der am besten designten Multiplayer-Shooter, die ich jemals gezockt habe.

Dabei sollte ARC Riders ursprünglich wie gesagt mal ganz anders werden: ein Third-Person-Shooter ohne PvP-Komponente, in dem ihr als Teil des letzten menschlichen Widerstands gegen mächtige Maschinen kämpft, die längst die Vorherrschaft auf der Erde übernommen haben. Und kostenlos spielbar sollte es sein. Und 2022 sollte es erscheinen. Daraus wurde offensichtlich nichts. 2023 gab Entwickler Embark Studios den Genrewechsel bekannt.

Die Neukonzeptionierung von ARC Raiders wirkte auf mich damals noch wie eine Entscheidung, die rein aus wirtschaftlichem Interesse heraus getroffen wurde, indem es auf den aktuellen Trend zu Extraction-Shootern aufsprang. Doch mehrere Playtests entfachten bei den Teilnehmern bereits Begeisterung und einen regelrechten Hype. Es sollten noch einmal zwei Jahre vergehen, bis ARC Raiders jetzt endlich den Weg auf PCs und Konsolen fand und zeigt: Die Entscheidung für den Genrewechsel war goldrichtig!

Heimat unter der Erde

Setting und Hintergrundgeschichte von ARC Raiders sind, soweit wir das beurteilen können, unverändert zur ursprünglichen Vision von Embark Studios geblieben. Der Titel entführt euch in eine düstere Zukunft, in der tödliche Maschinen, die sogenannten “ARC”, die dominante “Lebensform” auf der Erde darstellen. Die überlebenden Menschen haben sich in unterirdische Siedlungen zurückgezogen. Mutige Naturen gehen nur an die Erdoberfläche, um wichtige Ressourcen zu plündern.

Ihr seid einer dieser Raider. Ausgangspunkt eurer Beutezüge ist die Untergrundstadt Speranza. Hierbei handelt es sich nicht um einen frei begehbaren Hub. Stattdessen klickt ihr euch lediglich durch Menüs, die aber immerhin hübsch animierte Hintergründe bieten. Dort verwaltet ihr euer Inventar und Lager, stellt an verschiedenen Werkbänken nützliche Gegenstände her, handelt mit Händlern und nehmt deren Aufträge an.

Diese Quests entsprechen dem Genrestandard: Hier ein paar Maschinen zerstören, da bestimmte Items sammeln, dort spezifische Orte aufsuchen. Das ist alles nichts Besonderes und erzählt auch nicht viel. Die große Leistung von ARC Raiders liegt nicht darin, das Extraction-Shooter-Gameplay mit einem spannenden Plot zu verweben. Doch immerhin sind die Händler voll vertont (auf Englisch) und darüber hinaus animiert. Das ist mehr, als die meisten anderen Genrevertreter bieten.

Ab und zu belohnt euch das Spiel zudem mit kurzen Zwischensequenzen, in denen eine Stimme aus dem Off über die Vergangenheit spricht, zum Beispiel darüber, wie es war, als die Menschen noch versucht haben, in Lagern auf der Erdoberfläche zu überleben. Wie gesagt, ARC Raiders erzählt nicht aktiv eine Story, füttert seine Welt aber mit einer soliden Portion Lore an. Wer in diese richtig eintauchen möchte, muss jedoch Kodex-Einträge lesen. Umfangreiche Dialoge mit den Charakteren in Speranza gibt es nicht.

Bella Italia

Der Name Speranza klingt nicht zufällig italienisch. ARC Raiders spielt auf dem Stiefel, seine Welt bietet daher viel südeuropäisches Flair: Zitronen- und Olivenbäume, Kakteen, strahlende Sonne (wenn es nicht gerade regnet oder ein Feuersturm wütet), beeindruckende Bergketten, nur von den beschaulichen Küstenstädtchen ist nicht viel übrig geblieben.

Die vier derzeit verfügbaren Maps bilden eine der schönsten postapokalyptischen Welten, die ich je gesehen habe. In ruhigen Momenten wirkt die Landschaft regelrecht idyllisch und weckt eine Sehnsucht nach Urlaub – doch dann läuft man eben doch wieder an den Überresten zerstörter ARC-Maschinen vorbei, erblickt verlassene, notdürftig aus Metallschrott zusammengesetzte Lager oder wird von Robotern oder anderen Raidern attackiert.

Die Karten sind angesichts dessen, dass es keine Fahrzeuge gibt, sehr weitläufig. Die Distanz von einem Ende zum anderen beträgt gerne mal mehr als einen Kilometer. Doch Größe ist bekanntlich nicht alles und das weiß auch Embark Studios. Die Schauplätze sind daher sehr abwechslungsreich und detailliert gestaltet und bieten reichlich Schauwerte.

Schon allein die erste Map, die euch in ARC Raiders offen steht, bietet eine große Vielfalt an unterschiedlichen Orten: einen gewaltigen Damm, einen Sumpf, einen dichten Wald, ein Umspannwerk, Mehrfamilienhäuser. Auf den weiteren Karten erwarten euch unter anderem eine unter Sand begrabene Stadt und ein Raumhafen. Für noch mehr Abwechslung sorgen wechselndes Wetter und Raids bei Nacht.

Viele Gebäude in der Spielwelt sind betretbar und in den meisten Fällen auch detailliert gestaltet, seien es nun Büros, Lagerräume, gastronomische Betriebe, medizinische Einrichtungen oder industrielle Räumlichkeiten. Asset-Recycling lässt sich zwar nicht von der Hand weisen, gerade in den Wohnhäusern, jedoch hat das ja auch einen spielmechanischen Nutzen. Ihr sollt schließlich schnell verinnerlichen können, welches Mobiliar als Loot-Container dient und welches nicht.

30 Minuten Ruhm … oder auch nicht

Der grundlegende Spielablauf ist identisch mit dem anderer Extraction-Shooter: Ihr stellt euch ein Loadout zusammen und wagt euch damit auf eine der Maps, wo ihr an einem von mehreren vordefinierten Spawnpunkten startet – entweder allein oder mit bis zu zwei Mitspielern. Von dort aus erkundet ihr die Gegend auf der Suche nach Items in Form von Crafting-Ressourcen, Wertgegenständen und natürlich neuer, hoffentlich besserer Ausrüstung. Außerdem könnt ihr Baupläne für Schießeisen, Waffenmodifikationen, Gadgets und Schlüssel finden, die euch Zugang zu abgesperrten Bereichen mit noch besserem Loot verschaffen.

Bei euren auf maximal 30 Minuten begrenzten Streifzügen müsst ihr stets auf der Hut sein vor den ARC-Maschinen und anderen Spielern, die ebenfalls scharf auf Beute sind. Segnet ihr in einem Raid das Zeitliche oder gelingt es euch nicht, innerhalb des Zeitlimits die Karte über einen der Extraktionspunkte zu verlassen, verliert ihr nahezu euer gesamtes Inventar. Die einzige Ausnahme bildet der Inhalt eurer Sicherheitstasche, die feindliche Raider nicht plündern können. Darin könnt ihr jedoch keine gefundenen Waffen unterbringen.

ARC Raiders kann also genauso gnadenlos sein wie Escape from Tarkov, zumal es hier nicht die Möglichkeit gibt, Ausrüstung gegen Spielwährung zu versichern und somit zurückzuerhalten, sofern sie sich niemand anderes einsteckt. Wenn ihr im Team spielt, können eure Kameraden natürlich einige eurer Gegenstände eintüten und aus dem Raid retten, sie aber erst im nächsten Beutezug wieder an euch übergeben, sodass erneut direkt die Gefahr besteht, sie zu verlieren. In dieser Hinsicht ist etwa Arena Breakout: Infinite tatsächlich gütiger, weil jene Items dort automatisch nach dem Raid in eurem Postfach landen.

Dafür habt ihr in ARC Raiders vor jedem Raid die Option, ein Gratis-Loadout auszuwählen. Ihr benötigt hierfür keine Tickets oder Spielwährung, es kostet euch wirklich gar nichts und hat keine Abklingzeit. Jedoch umfasst so ein Loadout nur die grundlegendste Ausrüstung, bietet euch keine Sicherheitstasche und ihr dürft keine Items aus eurem Lager zusätzlich einpacken. Mit dieser Funktion bewahren euch die Entwickler davor, nach etlichen erfolglosen Beutezügen ohne jegliches Equipment und mit leerem Bankkonto dazustehen und sprichwörtlich nackt in Raids gehen zu müssen. Das mildert den Frust über verlorene Ausrüstung enorm.

Zugänglich ja, …

Es stimmt, dass Embark Studios sehr viel Wert darauf gelegt hat, das Spiel so einsteigerfreundlich wie möglich zu gestalten. Das wird schon bei der Zusammenstellung eures Loadouts deutlich. Das besteht aus maximal zwei Waffen samt passender Munition, einem Energieschild, Verbrauchsgegenständen wie Verbänden, Schildaufladern, Granaten, Minen oder Fallen und einer Augmentation. Letztere gibt vor, welche Art Schild ihr ausrüsten könnt (klein, mittel, groß) und wie viele Inventarplätze zur Verfügung stehen.

Was es in ARC Raiders nicht gibt: dedizierte Kopf- und Körperpanzerungen unterschiedlicher Klassen und verschiedene Munitionsarten jeden Kalibers. Embark Studios hat sich bewusst für weniger Komplexität und dafür mehr Übersichtlichkeit entschieden. Es gibt leichte, mittlere und schwere sowie Schrotflinten- und Werfermunition und zu guter Letzt noch Energieclips für Energiewaffen. Das war’s!

Während ihr in Escape from Tarkov gefühlt erst mal ein ganzes Studium in Sachen Waffen- und Munitionskunde absolvieren müsst, ist in ARC Raiders alles recht simpel gehalten: Eine Maschinenpistole verwendet leichte Munition, ein Scharfschützengewehr schwere. Letzteres hat eine hohe ARC-Panzerungsdurchdringung und Reichweite, aber eben auch eine niedrige Feuerrate. Die Maschinenpistole eignet sich deutlich besser für den Nahkampf, doch die leichte Munition kitzelt größere ARCs bloß.

Die Statistiken für sämtliche Waffen in ARC Raiders sind sehr übersichtlich und leicht verständlich. Hinzu kommt, dass die Verwaltung eures Inventars und Lagers ebenfalls viel simpler ausfällt als in Escape from Tarkov. Jede Art von Item belegt einen Slot und mit Ausnahme von Waffen, Augmentationen, Schilden und Waffen-Mods könnt ihr alle Gegenstände in unterschiedlichen Mengen stapeln. Inventar-Tetris gibt es hier nicht, trotzdem werdet ihr viel Zeit mit der Optimierung eures Lagerplatzes verbringen, indem ihr nicht benötigte Gegenstände verkauft oder zerlegt, um so Grundressourcen zu erhalten, die sich in größeren Mengen stapeln lassen.

… aber kein Casual-Spiel

ARC Raiders ist sehr zugänglich, aber die Raids sind kein Zuckerschlecken. Für diesen Umstand sorgen im großen Gegensatz zu anderen Extraction-Shootern nicht allein die feindlich gesinnten Spieler, sondern auch die KI-Gegner. Begeht auf gar keinen Fall den Fehler, die ARC-Maschinen zu unterschätzen. Ja, die kleineren Drohnen wie Wespen und Hornissen mögen einzeln keine sonderlich große Bedrohung darstellen. Feuert ihr gezielt auf deren Propeller, stürzen sie im Nu ab, was dank großartigem Trefferfeedback unfassbar befriedigend ist.

Die Maschinen reagieren physikalisch korrekt auf Beschuss. Zerstört ihr den linken Propeller, hängt diese Seite des Drohnenkörpers nach unten und der Gegner gerät mächtig ins Schlingern. Hinzu kommen schicke Explosionen, durch die Luft fliegende Einzelteile und fantastische Soundeffekte.

Greifen euch mehrere der kleineren Feinde an oder lenkt ihr die Aufmerksamkeit größerer Brocken wie dem schwer gepanzerten Kanonier auf euch, habt ihr ein großes Problem. Dann dezimieren die ARC-Einheiten eure Schild- und Lebensleiste schneller, als ihr Escape from Tarkov sagen könnt. Man merkt, dass ARC Raiders ursprünglich mal ein reines PvE-Spiel werden sollte.

Ein Teil der Community wünscht sich bereits einen Modus ohne PvP-Komponente, der sicherlich auch sehr spannend wäre. Um die gewaltigsten ARC-Maschinen zu besiegen, braucht es nicht nur starke Bewaffnung und taktische Raffinesse, sondern auch ein Team. Als Solospieler werdet ihr es wohl kaum mit einem Schwergewicht wie der Bastion oder gar der riesigen, beeindruckenden wie beängstigenden Königin aufnehmen können.

Um Letztere zu besiegen, dürfte es unabdinglich sein, dass mehrere Teams zusammenarbeiten. Und hier kommen wir zu einem weiteren Aspekt, durch den sich ARC Raiders von allen anderen Extraction-Shootern abhebt – und der in einem reinen PvE-Modus an Wirkung verlieren würde.

Der Feind meines Feindes ist (vielleicht) mein Freund

ARC Raiders ist ein Paradebeispiel dafür, was in einem Spiel passiert, in dem jeder fremde Spieler ein Feind sein kann, sobald die PvE-Komponente nicht völlig anspruchslos ist und sogar für eine wirkliche Gefahrenlage sorgt. Ich kann es ehrlich gesagt kaum glauben, dass ich das nun niederschreibe, aber: Nicht jede meiner Begegnungen mit anderen Raidern endete tödlich.

Ok, an den ersten zwei Tagen war genau das noch der Fall. Meine Teamkollegen und ich wurden etliche Male niedergeschossen, mal aus nächster Nähe, mal aus größerer Entfernung (Griefer sind auch in ARC Raiders definitiv vertreten und werden wohl immer ein Problem in solchen Spielen sein). Wir gingen mit der Erwartung ins Spiel, dass sich alle Leute genauso verhalten würden wie in Escape from Tarkov, und bekamen auch genau das serviert.

Doch unsere Spielerfahrung an Tag 3 und 4 war eine völlig andere: Wir forderten unser Glück heraus und nutzten einfach mal den Umgebungs-Sprachchat, als wir in nächster Nähe andere Spieler sahen. “Hi, we’re friendly”, sagten wir und siehe da: Wir bekamen keine Kugeln ins Gesicht als Antwort. Stattdessen entwickelte sich einer der wohl besten Spielmomente meiner Gaming-Laufbahn.

Während wir Probleme hatten, eine Dame aus dem anderen Team zu verstehen, weil sie mit starkem schottischen Akzent sprach, griff ein Raketenkanonier an: eine große, stark gepanzerte Drohne, die, wie der Name schon sagt, mit Raketen bestückt ist. Wir standen gerade auf dem Dach einer alten zerfallenen Kirche, um dort für eine Quest Antennen neu auszurichten, und wurden von der Maschine völlig überrascht. Natürlich gesellten sich noch Wespen und Hornissen dazu.

Nur mit Mühe und Not konnten wir uns ins Innere des Gotteshauses zurückziehen, von wo aus wir nun mit aller Macht versuchten, die ARC-Einheiten abzuwehren und nicht ins Gras zu beißen. Am Ende hatten wir nahezu keine Munition mehr, konnten aber alle Feinde eliminieren. “Das war gerade wie im Film”, dachten wir, als wir uns von unseren kurzzeitigen Kameraden trennten und Richtung Extraktionspunkt liefen.

Solche Szenen sind in ARC Raiders jederzeit möglich. Kein Raid gleicht dem anderen, es kommt immer wieder zu neuen spannenden Situationen – so wie der, als wir in der begrabenen Stadt auf ein freundliches Team trafen, das uns den Vorschlag machte, gemeinsam einen Kanonier zu erledigen. Mithilfe gezielter Schüsse auf dessen spinnenartige Beine und eine Menge Granaten konnten wir das Viech zu fünft zu Metallschrott verarbeiten und am Ende gab es genug Beute für jeden von uns. Klar, sowas wäre auch in einem reinen PvE-Modus möglich, der jedoch diese gewisse Spannung vermissen lassen würde, die beim Aufeinandertreffen mit Fremden herrscht.

Für Langzeitmotivation ist gesorgt

Egal, wie oft ich in ARC Raiders ins Gras beiße, ich bin stets motiviert, erneut auf die Oberfläche zu gehen. Dafür ist nicht nur das fantastische Gameplay verantwortlich, von dem ich nicht genug kriegen kann, sondern auch die motivierende Progression. Neben der Jagd nach besseren Items – sei es, dass ich sie in der Welt finde oder die nötigen Ressourcen erbeute, um mir meine Ausrüstung selbst herzustellen – wäre da der Ausbau meiner eigenen Werkstatt. Die verschiedenen Werkbänke für die Herstellung von Waffen, Munition, Sprengstoffen, medizinischen Hilfsmitteln, Schilden und Co. habt ihr sehr schnell errichtet, doch jede auf ihre maximale Stufe aufzuwerten, dauert viele Stunden.

Des Weiteren erhaltet ihr für alles, was ihr in den Raids macht, Erfahrungspunkte: das Durchsuchen von Loot-Containern, Beschädigen und Zerstören von ARC-Maschinen und natürlich auch durch Abschüsse anderer Spieler. Für jeden Levelaufstieg gibt es einen Skill-Punkt, mit dem ihr größtenteils passive Boni freischaltet. So könnt ihr unter anderem euer Gewichtslimit erhöhen, den Ausdauerverbrauch senken oder das Tempo erhöhen, mit dem ihr Loot-Container durchsucht. Es gibt aber auch Skills, die neue Funktionen freischalten, wie die Herstellung einiger Gegenstände während Raids – alles sehr nützliche Upgrades für euren Charakter.

Mit Level 15 schaltet ihr die Prüfungen frei. Dabei handelt es sich um das Rangsystem. Jede Woche gibt es hier neue, simple Aufgaben. Zum Beispiel gilt es, bestimmte Arten von Items zu erbeuten oder Gegner zu zerstören. Dafür erhaltet ihr Punkte. So erspielt ihr euch nicht nur zufällige Belohnungen in Form von Items, eure Highscores in den verschiedenen Kategorien bestimmen auch, wo ihr euch innerhalb einer zusammengewürfelten Top 100 wiederfindet. Gehört ihr am Ende der Woche zu den Topspielern, steigt ihr im Rang auf. Dazu gibt es kosmetische Belohnungen wie neue Outfits, Accessoires und Emotes.

Zusätzlich bietet ARC Raiders das sogenannte Raider Deck. Das ist ein Battle Pass, der genauso funktioniert wie die Kriegsanleihen in Helldivers 2. Dessen einzelne Seiten müsst ihr freischalten, indem ihr genügend Misskredit ausgebt. Das ist die dazugehörige Währung, die ihr für den Abschluss kleiner Challenges verdient. Das erste Raider Deck ist kostenlos und enthält zwei Outfits in unterschiedlichen Farbvarianten, weitere Kosmetik sowie einige Verbrauchsgegenstände und insgesamt 500 Raider-Token (das entspricht fünf Euro). Dabei handelt es sich um die Premiumwährung von ARC Raiders.

Wie viel kommende Raider Decks kosten werden, ist unklar. Bestenfalls liegen die Preise bei 500 Raider-Token, sodass ihr euch jeden neuen Battle Pass erspielen könnt. Immerhin gibt es ja auch noch einen spielinternen Shop mit kosmetischen Items, die ganz schön teuer sind. Da ARC Raiders ja nun doch kein Free-to-Play-Titel geworden ist, sehe ich die hohen Preise kritisch. Andererseits sollen kommende neue Inhalte in Form weiterer Maps, ARC-Typen, Quests, Items und Spezialbedingungen für die Raids (für Dezember sind schon Schneevarianten der Karten angekündigt) kostenlos sein und müssen irgendwie finanziert werden.

Wipes auf freiwilliger Basis

Zu guter Letzt gibt es das Expeditionsprojekt. Hier liefert ihr Ressourcen ab, um in mehreren Stufen eine Reisekapsel zu bauen. Schafft ihr es bis Dezember, das Gefährt fertigzustellen, könnt ihr euren Raider damit auf eine Expedition schicken – und damit euren Account wipen. Euer Charakter ist dann für immer weg und ihr fangt einen neuen an.

Solche Wipes stehen in Escape from Tarkov auf der Tagesordnung. Dort sind sie global, damit nicht irgendwann Vielspieler die Karten dominieren, weil sie viel bessere Ausrüstung als alle anderen haben. In ARC Riders setzt ihr euren Fortschritt freiwillig zurück. Warum ihr das tun solltet? Nun, zum einen habt ihr ja vielleicht Lust, irgendwann die Progression erneut zu durchleben. Zum anderen verspricht Embark Studios besondere Belohnungen, die ihr dauerhaft behaltet: Kosmetik sowie Extra-Skill-Punkte und -Lagerplätze. Wie verlockend die Wipes aber wirklich sein werden, wird sich erst nächsten Monat zeigen.

Eine Soundkulisse zum Niederknien

Zusätzlich zu all den inhaltlichen Stärken ist ARC Raiders auch noch ein technisches Meisterwerk. Dabei sticht vor allem der fantastische Sound heraus. Der Shooter hat eine der besten Klangkulissen, die ich jemals genießen durfte. Die wuchtigen Waffensounds sind nur eines von vielen tollen Elementen. Vor allem die Geräusche, die die verschiedenen Maschinen von sich geben, bleiben im Gedächtnis. Jeder ARC-Typ hat seinen eigenen Klang. Wenn ihr einen Gegner mal nicht seht, aber hört, könnt ihr somit trotzdem genau sagen, um welchen Roboter es sich handelt.

Die Umgebungsgeräusche lassen die postapokalyptische Welt lebendig wirken. Vogelgezwitscher, Grillenzirpen, das Rauschen des Windes, das Rascheln der Bäume – man hat das Gefühl, diese Welt atmet. Für den Rest sorgt die visuelle Präsentation. Die Unreal Engine 5 lässt ihre Muskeln richtig spielen. Die detaillierten Umgebungen und die wunderbar animierten ARC-Einheiten, die scharfen Texturen, die hohe Weitsicht und vor allem die sensationelle Beleuchtung machen ARC Raiders zu einem wahren Augenschmaus bei Tag und Nacht und jedem Wetter.

Und keine Angst, dass die Unreal Engine 5 Probleme bereitet: ARC Raiders ist sehr gut optimiert und läuft auf meinem PC (i7 14700, RTX 5080, 32 GB RAM) in maximalen Einstellungen mit DLAA absolut flüssig.

Greift zu, wenn...

… ihr Lust auf einen brillanten PvEvP-Shooter habt und dem Extraction-Prinzip etwas abgewinnen könnt.

Spart es euch, wenn...

… der häufige Verlust von Ausrüstung euch extrem frustriert und ihr so gar keine Lust auf PvP-Begegnungen habt.

Fazit

Jens Bremicker - Portraitvon Jens Bremicker
Ein Genre-Highlight sondergleichen

Ich habe schon erwartet, dass mir ARC Raiders gefallen würde. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass es der ärgste Konkurrent für Clair Obscur im Kampf um den Titel “Mein Spiel des Jahres” werden würde. Trotz manch ärgerlichem Bildschirmtod genieße ich jede Runde und kann es kaum erwarten, viele weitere Stunden im endzeitlichen Italien zu verbringen. In über 30 Stunden habe ich schon so viele tolle Momente erlebt, die aus dem Zusammenspiel aus allen Spielmechaniken, der sensationellen Präsentation und der Unberechenbarkeit anderer Spieler entstehen.

>> Die 10 besten Extraction-Shooter <<

ARC Raiders lässt nichts von der Spannung vermissen, die andere Extraction-Shooter bieten, ist aber deutlich zugänglicher und hebt sich auch durch sein einzigartiges Szenario von der Konkurrenz ab. Die cleveren Progressionssysteme sorgen für eine hohe Langzeitmotivation. Seid ihr dem Extraction-Prinzip nicht vollends abgeneigt und habt Lust auf einen Multiplayer-Shooter, in dem jede Partie eine Überraschungstüte ist, ist ARC Raiders ein Muss.

Überblick

Pro

  • großartige Kämpfe gegen die Maschinen
  • jeder Raid schreibt seine eigenen Geschichten
  • toll und vielfältig gestaltete Maps
  • motivierende Meta-Progression
  • exzellente Optik
  • brillante Soundkulisse
  • sehr dichte Atmosphäre

Contra

  • hohe Preise im In-Game-Shop

Awards

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ARC Raiders
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