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Test - Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth : Staatsanwalt als Detektiv

  • DS(i)
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Seitenwechsel: Im neuen Ace Attorney für Nintendos DS ist Staatsanwalt Miles Edgeworth euer Held. Capcom hat sich zur Überraschung aller mal nicht auf die faule Haut gelegt und keine weitere Fortsetzung von der Stange produziert. Stattdessen spielt sich Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth wie ein Spin-off mit neuen Spielelementen und altbekanntem Spielgefühl.

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Nur im Gerichtssaal zu hocken, ist auch für den korrektesten aller Star-Anwälte langweilig: Als Miles Edgeworth löst ihr diesmal fünf brisante Mordfälle direkt vor Ort. Mit Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth durchbricht Capcom ihre eigene Serienformel, denn hier werden am Tatort nicht nur die Beweise gesammelt, sondern gleich Beteiligte und Verdächtige befragt, als ob sie im Zeugenstand ins Kreuzverhör genommen würden.

Ist das neue Ace Attorney also im Prinzip wie eines der alten, nur vor neuer Kulisse? Mitnichten: Erstmals steuert ihr eure Figur nicht aus der Ego-Perspektive, vielmehr lenkt ihr wie in klassischen Point-&-Click-Adventures ein charmant animiertes 2D-Männchen über den Bildschirm. Ihr könnt euch in allen zugänglichen Räumen frei bewegen, allerlei Dinge untersuchen und jede anwesende Person ansprechen oder gar befragen.

Sherlock-Holmes-Ambitionen

Dabei findet ihr nicht nur Gegenstände, die für das Aufklären eines Verbrechens wichtig sind, sondern merkt euch obendrein wichtige Informationen. Beispielsweise fragt ihr euch zu Beginn des ersten Mordfalls, welches Motiv der Killer hatte. Später entdeckt ihr, dass an einem Wandsafe sämtliche Fingerabdrücke verwischt wurden. Kombiniert ihr nun diese Informationen mit der Logic-Funktion, so erhaltet ihr die Annahme, dass der Mörder primär als Dieb unterwegs war.

Die anderen Spielelemente orientieren sich an den Vorgängern der Serie: Immer wieder müsst ihr euch mit Aussagen anderer Personen auseinandersetzen und oftmals einen Widerspruch entlarven. Der einzige Unterschied zu den alten Ace-Attorney-Spielen ist, dass ihr dies eben nicht vor Gericht, sondern direkt in der Nähe des Tatorts versucht.

Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth - Jap. Definitions Trailer
Auf dem DSi darf in Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth wieder fleißig ermittelt werden. Aus Japan erreicht uns heute zum Titel ein neuer Trailer mit frischen Eindrücken.

Neue Stärken und alte Schwächen

Am Ende habt ihr eine erstaunlich gut funktionierende Mischung aus altem und neuem Spielgefühl. Investigations erinnert durch das direkte Steuern einer 2D-Spielfigur mehr an klassische Adventures. Die Idee mit dem Kombinieren von Informationen ermöglicht zudem bewährte Rätseltypen, wie das simple Verknüpfen eines an der Wand hängenden Schlüssels mit einer nebenstehenden Tür, um diese dann aufzuschließen.

Gleichzeitig bleibt das Spiel seinen Wurzeln treu, weshalb Fans der Serie kaum Probleme mit den Neuerungen haben sollten. Dies bezieht sich leider auch auf die starre Linearität und die weiterhin nicht optimalen Balance, weswegen sich die Rätsel entweder viel zu offensichtlich oder nur im Trial-&-Error-Verfahren lösen lassen.

Geschichte und Präsentation

Der Handlungsverlauf ist genauso abgedreht wie früher: Das Charakterdesign ist ein Sammelbecken von absichtlich überzogenen Stereotypen, die Dialoge bleiben sehr ausschweifend und die Animationen, speziell wenn ihr einen Lügner enttarnt, sind höchst amüsant. Insgesamt gefällt die Grafik, obwohl Zeichnungen beziehungsweise Animationen bekannter Spielfiguren teilweise eins zu eins übernommen wurden.

Die Musik, normalerweise ein Glanzstück der Serie, fällt dafür etwas ab. Investigations mag zwar kreuzverhörähnliche Situationen darstellen, jedoch ohne die gleiche akustische Dynamik. Echte Ohrwürmer gibt es recht spät zu hören, genauer gesagt erst inmitten des dritten von insgesamt fünf Fällen.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Das ist eine echte Überraschung: Capcom hätte sich weiter auf dem alten Konzept ausruhen können, doch stattdessen bekommt ihr einige interessante Neuheiten geboten. Das direkte Herumlaufen ist eine simple Idee, angelehnt an klassische Point-&-Click-Adventures, die hier fabelhaft funktioniert. Auch das Kombinieren der Informationen macht richtig Laune und peppt die bewährte Spielmechanik wunderbar auf. Darüber hinaus hat sich wenig geändert: Trotz der neuen Elemente und der Streichung des Gerichtssaalszenarios ist das Spielgefühl altbekannt - und altbewährt. Es ist immer noch zu linear, die Dialoge sollte man ruhig auch beim ersten Durchlauf beschleunigen dürfen und die Musik kann bei Weitem nicht mit der Dynamik der Vorgänger mithalten. Doch genauso ist die Geschichte wieder richtig abgedreht, die Charaktere sind richtig skurril und die Motivation, einen Mörder nach dem anderen zu entlarven, ist richtig hoch.

Überblick

Pro

  • Miles als 2D-Figur steuerbar wie in den guten, alten Adventure-Zeiten
  • abgedrehte Charaktere und Dialoge
  • neue, interessante Spielelemente
  • gute und ansprechende Präsentation

Contra

  • Musik fällt im Vergleich zu den Vorgängern etwas ab
  • Rätsel entweder zu leicht oder nur mit Trial & Error zu lösen
  • stocklinear
  • keine deutsche Übersetzung

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