Test - Trials Rising : Halsbrecherisch gut

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Ubisoft und das Entwicklerstudio RedLynx wollen der Erfolgsgeschichte des Rennspiel-Geschicklichkeits-Mix Trials ein weiteres Kapitel spendieren. Mit Trials Rising, dem mittlerweile sechsten Ableger der Hauptserie, soll die Messlatte nochmals ein ganzes Stück nach oben geschoben werden. Wir verraten euch, ob sich der wiederholte Ausflug auf dem Motorrad tatsächlich lohnt oder sich mittlerweile ein gewisses Gefühl der Eintönigkeit einstellt.

Vor fast 19 Jahren fiel der damals noch relativ unspektakuläre Startschuss für eine Serie namens Trials. Dahinter verbergen sich Spiele, die auf einer interessanten Mischung aus Motorradrennen und Geschicklichkeitstest basieren. Vielleicht habt ihr schon mal im Fernsehen erlebt, wie wagemutige Fahrer mit ihrem motorisierten Zweitrad einen nahezu unüberwindbaren Parcours meistern. So – oder zumindest so ähnlich – könnt ihr euch das Spielgeschehen einer Trials-Episode vorstellen.

Für den neuesten Ableger Trials Rising war keine Revolution zu erwarten. Warum auch? Die Spielmechanik hat sich über viele Jahre hinweg bewährt. Hat das Spiel trotzdem ausreichend Neuerungen zu bieten, um selbst alteingesessene Fans wieder vor den Monitor zu locken? Die kurze Antwort: Ja, hat es!

Einstieg wie im Lehrbuch

Wie schon angedeutet hat sich an der grundlegenden Mechanik nichts geändert. Weiterhin besteht eure Aufgabe darin, ein Motorrad durch das geschickte Zusammenspiel von Gas und Bremse sowie der Gewichtsverlagerung über immer kniffliger werdende Hinderniskurse zu bugsieren. Um vor allem Anfänger mit den Basismanövern vertraut zu machen, kommt gleich eine der wichtigsten Neuerungen von Trials Rising zum Tragen: die Universität.

Dahinter verbergen sich nicht nur einige Lehrvideos, die euch zeigen, wie ihr beispielsweise Steigungen in Angriff nehmt, Abfahrten meistert oder auch kompliziertere Manöver ausführt. Nach den Videos gilt es jeweils, einen passenden Übungskurs zu meistern, sodass ihr das Gesehene sofort in der Praxis ausprobieren und idealerweise verinnerlichen könnt. Doch nicht nur Einsteiger profitieren davon, sondern auch alte Hasen lernen in der Universität von Trials Rising mitunter noch das eine oder andere hilfreiche Fahrmanöver.

Trials Rising - Launch Trailer
In Trials Rising dürft ihr euch nach dem Trial-&-Error-Prinzip wieder neuen Herausforderungen stellen.

Training ist nur das halbe Leben, weshalb ihr euch an insgesamt 120 Strecken probieren könnt. Die stehen jedoch nicht allesamt von Beginn an zur Auswahl. Stattdessen tauchen die einzelnen Events und Herausforderungen auf der Weltkarte auf, sodass ihr euer nächstes Ziel selbst rauspicken dürft. Mit nahezu jedem Erfolg schaltet ihr weitere Schauplätze auf der Karte frei, wodurch es eigentlich immer etwas zu tun und zu entdecken gibt.

Auch neue Spielmodi und Rennklassen werden schrittweise zugänglich gemacht, was die Motivationsspirale noch etwas kräftiger ankurbelt. Neben Erfahrungspunkten kassiert ihr während der Kampagne übrigens auch In-Game-Belohnung in Form von virtueller Währung und Ausrüstungskisten. Letztere enthalten eine Vielzahl kosmetischer Extras wie Helme und Aufkleber. Die Kisten könnt ihr euch über Umwege auch mit echtem Geld kaufen – so ganz hat Ubisoft demnach nicht auf Mikrotransaktionen verzichtet. Das hinterlässt zwar einen leicht faden Beigeschmack, wirkt sich jedoch glücklicherweise nicht (negativ) auf das Spielgeschehen aus.

Cool sind die neuen Angebote von Sponsoren. Die stellen euch vor bestimmte Zusatzaufgaben und locken mit attraktiven Belohnungen. So sollt ihr beispielsweise während eines Rennens eine vorgegebene Anzahl an Salti schlagen oder ein knackiges Zeitlimit einhalten. Das alles sorgt für zusätzliche (Langzeit-)Motivation.

Abwechslung pur

Kommen wir zurück zur großen Auswahl an Strecken. Hier setzen die Entwickler lobenswerterweise nicht nur auf reine Masse, sondern vergessen dabei auch die Klasse nicht. Das Design der einzelnen Parcours bewegt sich nahezu durchgehend auf einem hohem Niveau und bietet sehr viel Abwechslung. Die Palette reicht von Fahrten durch Wüstenlevels bis hin zum karibischen Inselparadies oder zu stickigen Fabrikhallen.

Dabei sticht nicht nur eine enorme Liebe zum Detail hervor, sondern auch das Füllhorn an Hindernissen, die es zu überwinden gilt. Der Schwierigkeitsgrad steigt im Spielverlauf in einer angenehmen Kurve an, spätere Levels stellen sicherlich auch so manchen Veteranen vor eine echte Herausforderung. Spätestens dann setzt der von der Serie bekannte „Nur-noch-dieser-eine-Versuch“-Effekt ein.

Wenn euch das alles nicht reicht, könnt ihr dank des Editors eigene Strecken basteln. Dessen Umfang ist abermals gewachsen, an Nachschub aus den Reihen der Community dürfte es in den nächsten Monaten nicht mangeln. Allerdings ist die Handhabung der Werkzeuge mitunter unnötig kompliziert und geht nicht so leicht von der Hand wie erhofft. Ebenfalls auf der Negativseite sind einige Ruckler und Performanceprobleme zu nennen, die vor allem bei Multiplayer-Partien auftreten.

Apropos Multiplayer: Eine weitere Neuerung müssen wir unbedingt noch lobend erwähnen. Die neuen Tandemrennen sind eine echte Gaudi. Hierbei fahrt ihr gemeinsam mit einem Freund auf passenden Motorrädern durch die Levels. Jeder einzelne Spieler gibt individuell Gas und verlagert sein Gewicht. Das führt nicht selten zu etwas Chaos, macht aber trotzdem unglaublich viel Spaß. Da können selbst die prinzipiell einfachsten Rennstrecken schon mal zu einer Herausforderung werden. Auch die musikalische Untermalung von Trials Rising hat uns dank der abwechslungsreichen Mixtur von Hip-Hop bis hin zu Hard Rock prima gefallen.

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