Test - Thrustmaster T248R : Das "R" steht für runde Sache
- PC
- PS5
- PS4
Es gibt Produkt-Neuauflagen, die auf den ersten Blick kaum verändert wirken. Da freut man sich umso mehr, wenn schon nach fünf Minuten Spielzeit klar wird, wie viel sich im Detail getan hat. Das Thrustmaster T248R gehört genau in diese Kategorie. Der Zusatz „R“ in der Modellbezeichnung könnte fast übersehen werden, sollte er aber lieber nicht, denn er steht für mehr als nur ein kosmetisches Update.
Da es nicht um ein brandneues Modell geht, dürfte klar sein, dass das Grundkonzept hinter dem T248 unverändert bleibt: Wie sein Vorgänger (ohne R im Titel) vertraut Thrustmasters Hybrid-Force-Feedback-System namens T-HD auf eine Kombination aus Zahnrad- und Riemenantrieb. Diese Technik soll die direkte Ansprache eines Zahnrad-Getriebes mit der Laufruhe eines Riemenantriebs vereinen. Der maximale Drehmomentwert liegt weiterhin bei rund 3,1 Newtonmetern, also auf Einsteiger-Niveau, doch in der Praxis wurde das System spürbar verfeinert.
Das neue Modell reagiert präziser, leiser und weniger ruppig. Kleine Fahrbahnunebenheiten oder der Moment, in dem der Grip an der Vorderachse bricht, werden klarer und differenzierter übermittelt. Das T248R hat keine größere Muskelkraft, wodurch jeder Vergleich mit einem Direct Drive-Lenkrad sinnlos wird – auch in Sachen Laufruhe, denn man kann noch immer spüren, dass Zahnräder im Hintergrund agieren. Aber es nutzt seine begrenzten Ressourcen intelligenter als zuvor. Das Resultat ist ein natürlicheres, glaubwürdigeres Fahrgefühl, das die Grenze zwischen Arcade-Spielerei und Simulationsanspruch verwischt.
Erfreulicherweise wurde die Lautstärke des Hybridantriebs dabei leicht reduziert, das typische mechanische Surren ist aber weiterhin hörbar, und man vernimmt noch immer ein gelegentliches Knarren, wenn das Rad plötzlich zum Stillstand kommt. Etwa, wenn ihr hart an die Grenze des Lenkeinschlags geratet. Das ist bei Zahnrädern nicht zu vermeiden. Dafür wirkt die Kraftentfaltung, die in drei wählbaren Stufen vorliegt, nun harmonischer: kein plötzliches Zucken, kein unregelmäßiges Rattern, sondern ein stetig kontrolliertes Force-Feedback. Das ist ein unbestreitbarer Fortschritt.
Neue Haptik: Vom Spielzeug zum Werkzeug
Schon beim Auspacken fällt auf: Das Lenkrad ist kein reiner Plastikbomber mehr. Der neue, perforierte Kunstlederbezug auf dem D-förmigen Lenkradkranz mit 28 cm Durchmesser vermittelt Griffigkeit und Qualität, die sich in diesem Preissegment sehen lassen kann. Es fühlt sich ungewohnt weich und bequem an. Leider wurde das Kunstleder aber nicht um den kompletten Kranz gespannt, sondern nur um die äußere Hälfte. Die innere Hälfte, in der eure Finger ruhen, bleibt bei hartem Plastik. Schade, denn ansonsten mögen wir das Design. Ein sparsames, aber vor allem farblich angenehmes Carbon-artiges Erscheinungsbild betört die Augen.
An den Bedienelementen gibt es nichts auszusetzen. Das Steuerkreuz ist sicherlich kein Präzisionswerkzeug, aber ihr sollt damit ja auch keine Jump and Runs spielen. Sämtliche Tasten, die dem PlayStation-Schema folgen, sind sauber eingelassen und haben einen nachvollziehbaren Druckpunkt. Die L2 und R2-Tasten wurden farblich etwas stärker hervorgehoben, um Verwechslungen auszuschließen. Zwei Daumen-Wippen sowie vier Funktionstasten runden das Portfolio ab. Der Wichtigste Punkt dabei: Alles ist bequem erreichbar.
Ein Qualitätsmerkmal, das auf die magnetischen Schaltwippen hinter dem Lenkradkranz ausgeweitet werden kann. Sie könntengerne etwqs leiser sein, ihr aber ihr Druckpunkt ist klar, und sie fühlen angesichts der Preisklasse hochwertig an. Bei Ausdauerrennen, in denen man hunderte Male schaltet, macht das einen erheblichen Unterschied im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie etwa dem Logitech G923. Das T248R will kein Kinderspielzeug mehr sein – es will ernst genommen werden, und diese Adoleszenz kommt ohne falsche Versprechen.
Der Rest überrascht nicht besonders, ist aber willkommen: Das neue, höher aufgelöste Farb-LCD-Display in der Mitte des Lenkrads ersetzt die simple Schwarz-Weiß-Matrix des Vorgängers, zeigt Telemetriedaten wie Geschwindigkeit, eingelegten Gang und Rundenzeiten und ist dabei aus jedem beliebigen Blickwinkel besser lesbar als das alte. Eine Rev-Lichter-Zeile fehl leider, aber zumindest zeigen euch zwei LED-Lämpchen, wann ihr schalten solltet. Zwei weitere LEDs signalisieren Flaggen und Boxengassen-Geschwindigkeit, wobei solche Feinheiten an der Konsole nicht zum Zuge kommen. Am flexibelsten einstellbar sind diese Anzeigen – wie üblich – am PC. Auf der PlayStation bleibt es bei den meisten Rennspielen bei einer Geschwindigkeitsvermittlung.
Verbindung mit einem PC oder einer PlayStation sucht das Gerät per USB-C-Buchse an der Rückseite, wo auch das 48-Watt-Netzteil Anschluss findet. Xbox-Besitzer schauen leider in die Röhre. Sie müssen mit dem Vorgängermodell ohne R im Titel Vorlieb nehmen.
Alle genannten Feinheiten der Neuauflage setzen sich klar vom Vorgängermodell ab, dennoch darf man nicht vergessen, von welchem Preissegment wir hier ausgehen, und dass wir von einem „One Size Fits All“-Gesamtpaket sprechen. Das T248R ist weder modular, noch versucht es, Sim-Racer mit höheren Ansprüchen abzuholen. Der Zug ist seit der Direct-Drive-Revolution abgefahren.
Gut am Fuß
Das T-3PM-Pedalset, das dem T248R beiliegt, bleibt optisch unverändert und nutzt weiterhin magnetische Hall-Effekt-Sensoren statt herkömmlicher Potentiometer. Diese Technologie arbeitet verschleißfrei und liefert eine konstant lineare Signalübertragung.
Dank einer beiliegenden Feder samt einem Spanner dürft ihr den Widerstand selbst bestimmen, sodass ihr stets genügend Feedback spürt. Vier Widerstandstufen lässt die Bremse zu. Für Simracer, die ihre Bremskraft dosieren und den Scheitelpunkt millimetergenau treffen wollen, ist das ein enormer Vorteil.
Das Fahrgefühl wird dadurch nicht nur präziser, sondern auch physisch angenehmer. Man tritt nicht mehr gegen einen nassen Schwamm, sondern gegen ein Pedal, das definiert reagiert. Nachlaufbremsen (Trailbraking) mit Spitze-Hacke-Technik fällt aufgrund der festen Abstände der Pedale zwar nicht leicht, ist aber mit etwas Eingewöhnung machbar.
Greift zu, wenn...… ihr Sim-Racing Einsteiger oder Gelegenheits-Rennpiloten seid und noch keine große Investition für ein Lenkrad tätigen wollt.
Spart es euch, wenn...… ihr den Anspruch eines Direct Drive-Lenkrads sucht.


Kommentarezum Artikel