Preview - Honkai: Nexus Anima : Pokémon? Palworld? Jetzt will auch HoYoverse ein Stück vom Monster-Catcher-Kuchen abhaben!
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Momentan weht Nintendo und der Pokémon Company der Wind ordentlich ins Gesicht. Erst buhlt Palworld mit Version 1.0 erfolgreich um die Gunst der Monsterfang-Fans, und jetzt wirft ausgerechnet HoYoverse seinen Hut in den Ring. Mit Honkai: Nexus Anima übertragen die Genshin-Impact- und Honkai-Macher das Monster-Catching-Prinzip in ihre bekannte Anime-Optik und würzen das Ganze mit einer guten Portion Gacha-Gedöns. Ich durfte bereits einen Blick in die geschlossene Beta werfen und war überrascht, wie viel mehr hier unter der Oberfläche steckt als nur ein weiterer Pokémon-Klon.
Die Beta verschlägt uns zunächst in die Stadt Iya, die auf der sogenannten Ebene der Realität liegt. Die Welt von Honkai: Nexus Anima besteht nämlich aus insgesamt 81 unterschiedlichen Ebenen. Einst bildeten sie eine einzige Welt, bis eine gewaltige Katastrophe sie auseinandergerissen hat. Seitdem existiert jede Ebene für sich und verkörpert einen bestimmten Aspekt wie Realität, Schönheit, Vergessenheit, Liebe oder sogar Hässlichkeit.
Iya selbst präsentiert sich als moderne Großstadt mit Parks, Museen, Einkaufsstraßen, Restaurants und futuristischen Hochhäusern. Besonders beeindruckend ist dabei, wie lebendig die Stadt wirkt. An beinahe jeder Straßenecke passiert irgendetwas. NPCs gehen einkaufen, unterhalten sich miteinander, streiten, arbeiten oder sitzen einfach nur auf einer Parkbank, ohne dass ihr überhaupt Teil dieser kleinen Geschichten werdet.
Dadurch fühlt sich Iya deutlich glaubwürdiger an als viele vergleichbare Städte anderer Monster-Catcher. Während etwa Illumina City in Pokémon-Legenden: Z-A trotz seiner Größe häufig eher wie eine hübsche Kulisse wirkt, vermittelt Iya tatsächlich den Eindruck einer Stadt, in der Menschen leben.
Ut sine libris, ita corpus sine anima.
Und überall gibt es Animas! Diese knuffigen Monster leben teilweise in Symbiose mit den Menschen von Iya und arbeiten mit ihnen gemeinsam, streifen unbehelligt durch die Straßen oder können auch mal gehörig nerven und zu einer richtigen Plage werden.
Bei einem Monster-Catcher lohnt es sich selbstverständlich, mal einen genaueren Blick auf eben jene Monster zu werfen. Statt einem Typ anzugehören, wird auch jedes Anima einem Aspekt zugeordnet. Designtechnisch orientieren sich die Animas eher an der Devise, die auch die neuesten Pokemon-Generationen hochhält: “Dinge mit Augen” oder “Tiere, aber anders” und mit Vorliebe auch mal eine Mischung aus beidem. Die deutsche Übersetzung zerpflückt dann auch noch das letzte bisschen Ernsthaftigkeit in der Luft. Hier ein paar ganz persönliche Highlights:
Da wäre beispielsweise Spülbär, ein blauer Waschbär mit Schirmmütze und einem Seifenspender statt Schwanz. Hübschimützi sieht aus wie eine flauschige Wollmütze und kann im Notfall tatsächlich als solche getragen werden. Der Frittenflügler ist eine Möwe, die erfolgreich eine Portion Pommes stibitzt hat, Besewichtin ist... nun ja... ein Besen. Der Nudelpudel steckt als kleine Robbe in einer Schüssel Ramen fest und Telefisch kombiniert nicht vollständig servierbereites Sushi und ein Telefon!
Und dann wäre da noch Herr Avocado, der einfach nur eine halbe Avocado mit Schnurrbart, Armen und Beinen ist. EINE AVOCADO! MIT SCHNURRBART! Ich weiß nicht, wer bei HoYoverse auf diese Idee gekommen ist. Ich weiß aber sicher, dass ich ihm unbedingt die Hand schütteln und eine Mate ausgeben möchte, nur um ihn dann mal gediegen zu fragen, wie er es wagen kann, Herrn Avocado mit dem Aspekt der Hässlichkeit zu verknüpfen.
Hex! Hex!
Hinter der knallbunten Anime-Fassade verbirgt sich allerdings ein erstaunlich komplexes Kampfsystem. Kommt es zum Gefecht, stellt ihr zunächst eure Gruppe zusammen. Anfangs ziehen fünf Animas gleichzeitig in den Kampf, später wächst eure Truppe sogar auf bis zu acht Begleiter an. Anschließend positioniert ihr sie auf einem Hexfeld, bevor ihr den Kampf startet. Ab diesem Moment übernehmen eure Monster das Kämpfen vollständig selbst.
Damit ist Honkai: Nexus Anima allerdings weit mehr als ein gewöhnlicher Auto-Battler. Der eigentliche taktische Anspruch entsteht bereits vor Kampfbeginn. Beschützer und Nahkämpfer gehören natürlich in die erste Reihe, Unterstützer lieber nach hinten. Hinzu kommen individuelle Fähigkeiten, die von der Positionierung profitieren. Das Anima Nachtschatten beispielsweise greift immer das am weitesten entfernte Ziel an und erwischt auf seinem Weg dorthin sämtliche Gegner. Je nachdem, wo ihr es aufstellt, kann derselbe Angriff also entweder zwei oder gleich die komplette gegnerische Mannschaft treffen.
Zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnen die sogenannten Eidos. Drei davon nehmt ihr mit in den Kampf. Jedes verleiht euch eine aktive Fähigkeit wie Schilde, Buffs oder mächtige Angriffe, bringt zusätzlich einen passiven Effekt mit und stärkt darüber hinaus jeweils ein bestimmtes Anima besonders. Schon allein diese Kombinationen bieten erstaunlich viel Raum zum Experimentieren.
Nach einem erfolgreichen Kampf beginnt schließlich das eigentliche Monsterfangen. Besiegte Animas versucht ihr mit einem Nexus-Strang an euch zu binden. Die Erfolgschancen fallen allerdings bewusst niedrig aus. Misslingen alle Versuche, flüchtet das Monster, ihr müsst es erneut aufspüren, noch einmal besiegen und anschließend erneut euer Glück versuchen. Neue Nexus-Stränge erhaltet ihr durch Quests, Events, tägliche Aufgaben oder kauft sie euch einfach im Spiel.
Gacha Catch Em All!
Natürlich wäre Honkai: Nexus Anima kein HoYoverse-Spiel ohne ein ordentliches Gacha-System. Bereits in der Beta standen zwei permanente Standardbanner zur Verfügung. Eines für Animas und eines für Eidos. Zum Release dürften außerdem die typischen zeitlich begrenzten Eventbanner hinzukommen, auf denen besonders seltene oder komplett neue Kreaturen und Eidos erscheinen.
Jeder Versuch kostet die entsprechende Premiumwährung. Davon verteilt HoYoverse wie gewohnt reichlich über Quests, Events und tägliche Aktivitäten. Wer häufiger ziehen möchte, darf allerdings zusätzlich den echten Geldbeutel öffnen. Und auch wenn ihr mal Pech beim Ziehen habt und nur Animas herauskommen, die ihr bereits habt (gibt bisher immerhin nur 85 davon) ist das auch nicht schlimm. Immerhin löst Nexus Anima eines der klassischen Gacha-Probleme elegant. Doppelte Animas belegen nicht unnötig weitere Plätze in eurer Sammlung, sondern verstärken automatisch das bereits vorhandene Exemplar.
Und das war noch längst nicht alles, was Nexus Anima zu bieten hat. Ich habe bislang weder über die verschiedenen Attribute gesprochen, noch über Begleit-Animas, Tendenzen, den überraschend umfangreichen Wirtschaftssimulator, bei dem eure Monster in Geschäften arbeiten und ihr selbst in Unternehmen investiert, oder über die eigentliche Geschichte. Darin spielt ihr einen Ebenenreisenden mit Gedächtnisverlust, der offenbar irgendwie mit der Zersplitterung der Welt vor mehreren Jahrhunderten zusammenhängt.
Schon nach wenigen Stunden wirkt Honkai: Nexus Anima deshalb deutlich größer und vielseitiger, als es der erste Gedanke an ein "Anime-Pokémon" vermuten lässt. Und genau darin könnte am Ende die größte Stärke des Spiels liegen.


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