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Test - KOSPET Tank T4 Special Edition : Test: Eine vermeintliche Premium-Smartwatch zum Kampfpreis

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Wir alle kennen Garmin, Suntoo, Coros und die anderen gängigen Herrsteller im Fitness-Smart-Watch-Bereich. KOSPET hingegen flog bei mir deutlich unter dem Radar, dabei lesen sich die Spezifikationen der Tank T4 Special Edition gar nicht so übel. Und mit nur etwa 230 Euro kostet sie nur einen Bruchteil der Konkurrenz der Big Player – also wo ist der Haken?

Um eines gleich vorweg klarzustellen: Wer auf der Suche nach einer filigranen Smartwatch ist, die dezent unter dem Hemdsärmel verschwindet, für den ist die KOSPET Tank T4 Special Edition absolut nichts. Mit einem Gehäusedurchmesser von 49 Millimetern und stattlichen 77 Gramm auf der Waage spürt ihr das Gerät jederzeit ganz deutlich. Aber ganz ehrlich? Optisch macht der Wuchtbrummer was her!

Das Edelstahlgehäuse wurde nach dem Militärstandard MIL-STD-810H auf Herz und Nieren getestet. Zusammen mit kratzfestem Gorilla Glass 3 sowie den Zertifizierungen nach IP69K und 10 ATM kann der Uhr nur wenig etwas an. Laut KOSPET könnt ihr das Teil sogar problemlos auf Tauchgänge bis zu 45 Meter Tiefe mitnehmen. Das liegt aber außerhalb meiner Gehaltsklasse.

Bedient wird die Tank T4 über vier griffige Funktionstasten an den Seiten sowie ein 1,43 Zoll großes AMOLED-Touch-Display. Das löst mit 466 × 466 Pixeln knackig scharf auf und bietet ordentlich Strahlkraft, sodass man auch bei direkter Sonneneinstrahlung alle Daten mühelos ablesen kann. Lediglich die automatische Helligkeitsregulierung genehmigt sich ab und an eine kleine Denkpause. Neben der magnetischen Ladeschale legt KOSPET dem Karton übrigens sowohl ein Silikonarmband als auch ein Tool zum Kürzen des Metallgliederkamms bei. Für die Größenanpassung solltet ihr allerdings ein Quäntchen Fingerspitzengefühl mitbringen.

Sport ohne Ende

Beim Sportangebot bietet KOSPET Einiges: Über 160 Sportmodi stehen zur Auswahl – von gängigen Disziplinen wie Laufen, Wandern oder Rudern bis hin zu kuriosen Einträgen wie E-Sport und Gaming. Warum ausgerechnet ein spezifisches Profil fürs Gravelbiken fehlt, bleibt wohl das Geheimnis des Herstellers.

Dafür überzeugt die Uhr in der Praxis mit integriertem Dualband-GNSS und Offline-Karten. Über die App oder den PC könnt ihr zuvor erstellte Routen auf das Gerät schaufeln und diese dann direkt auf dem Display verfolgen. Verlasst ihr mal den geplanten Pfad, macht sich die Tank T4 sofort per Vibration bemerkbar. Dank der integrierten Trackback-Funktion führt euch die Smartwatch bei Bedarf auch entlang der bereits zurückgelegten Strecke wieder an den Ausgangsort zurück. Gerade für Trailrunner und Wanderer im unwegsamen Gelände ist das ein echter Mehrwert.

Wichtiger Dämpfer für App-Fans: Das Betriebssystem ist komplett geschlossen! Wer gehofft hat, Apps von Drittanbietern wie Komoot, Spotify oder Bezahldienste wie Google Pay nachzuinstallieren, guckt in die Röhre. KOSPET konzentriert sich rein auf die ab Werk integrierten Features. In dieser Preisklasse wohl erwartbar.

Wo sind meine Daten?

Sämtliche Daten landen in der hauseigenen App namens Apexmove. Die Anwendung ist zwar grundsätzlich übersichtlich aufgebaut, stellenweise ist die deutsche Übersetzung aber so schmerzlich KI-behaftet, dass Gemini aus dem virtuellen Fenster springen will. Auch beim Synchronisieren ist Geduld gefragt: Die Datenübertragung von der Uhr braucht eine Weile, und solltet ihr die App zu schnell schließen, bricht der Vorgang gnadenlos ab und euer Workout ist auf der Uhr gefangen. Immerhin: Der reaktive Support will sich dieses Problems annehmen.

Habt ihr eure Daten erst einmal auf dem Smartphone, fällt die Auswertung jedoch überraschend gut aus. Für eine Smartwatch dieser Preisklasse misst der Herzfrequenz-Sensor erstaunlich präzise. Das Schlaftracking liefert solide Werte, verschläft ab und an aber den genauen Einschlafzeitpunkt. Solche Aussetzer liegen jedoch häufig an Tätowierungen am Handgelenk – ein Problem, mit dem auch doppelt so teure Uhren zu kämpfen haben und die sich auch auf die Herzfrequenzerfassung auswirken.

Ein bizarres Feature ist das Emotionstracking, bei dem die Uhr anhand eurer Vitalwerte eure aktuelle Gemütslage erraten möchte. Einen echten Nutzen konnte ich im Alltag nicht feststellen, als amüsante Spielerei taugt es aber allemal. Auf EKG oder Blutdruckmessung verzichtet die Tank T4 vollständig. In der Preisklasse um die 230 Euro ist das aber absolut zu verschmerzen.

Wie smart ist die Watch?

Im Alltag schlägt sich die Uhr hervorragend. Benachrichtigungen trudeln zuverlässig ein und Android-Nutzer dürfen sogar kurze Schnellantworten direkt vom Handgelenk abschicken. Das verbaute Mikrofon samt Lautsprecher verrichtet seinen Dienst ebenfalls einigermaßen ordentlich.

Wer gleich zwei dieser Uhren auf Outdoor-Tour dabei hat, kann auf kurzer Distanz sogar eine eingebaute Walkie-Talkie-Funktion nutzen. Ergänzt wird das Paket durch Nützlichkeiten wie eine lokale Musikwiedergabe, Kamera-Fernauslöser, Kompass, Taschenrechner, Wetter und Timer.

Dass KOSPET auf ein schlankes, geschlossenes Betriebssystem setzt, hat einen gewaltigen Vorteil: die Akkulaufzeit. Der Hersteller verspricht zwar bis zu zwei Wochen Saft, im realen Testalltag mit regelmäßigen Benachrichtigungen und Sporteinheiten pendelt man sich aber realistisch bei 7 bis 10 Tagen ein. Bei dauerhaft aktiviertem Dualband-GPS hält die Uhr etwa 21 bis 22 Stunden durch. Das sind zwar keine Fabelwerte für die Ewigkeit, für ausgedehnte Outdoor-Wochenenden reicht es aber dicke aus.
Greift zu, wenn...

… ihr eine robuste Smartwatch sucht und wenig Wert auf detaillierteste App-Features und Auswertungen legt.

Spart es euch, wenn...

… eure Strava-Präsenz eure Identität ist und jeder noch so kleine Vitalwert genauestens erfasst werden soll.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Viele Features, niedriger Preis, ein paar Problemchen

Die KOSPET Tank T4 Special Edition ist weniger ein eleganter Begleiter fürs feine Abendessen als ein Arbeitsgerät für Outdoor-Enthusiasten. Auch wenn die gold-schwarze Version durchaus schickt ausfällt, aber eben auch wuchtig. Für rund 230 Euro sichert ihr euch ein Panzer-Gehäuse nach Militärstandard, ein hervorragendes AMOLED-Display, nützliche Offline-Navigation und erstaunlich gute Telefonie-Eigenschaften.

Das geschlossene Betriebssystem ohne Drittanbieter-Apps wie Spotify oder Komoot ist zweifellos der größte Haken an der Geschichte. Immerhin synchronisieren die Workouts sich zu Strava, doch auch hier gibt es gelegentlichen Schluckauf: Eine 35-minütige Radfahrt reduzierte sich auf 40 Sekunden, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 800Km/h zufolge hatte. Vor allem softwareseitig muss KOSPET also noch gut nachbessern. Wer primär eine verlässliche, wasserdichte Outdoor-Uhr mit starker Akkulaufzeit sucht und auf den smarten App-Schnickschnack verzichten kann, bekommt hier aber verdammt viel Gegenwert für sein Geld.

Überblick

Pro

  • robustes und doch schickes Gehäuse
  • Bedienung über Tasten und Touchscreen möglich
  • jede Menge Sportprogramme
  • nützliche Smartwatch-Features
  • solides Tracking
  • übersichtliche App

Contra

  • Synchronisierung zwischen Uhr und App wankelmütig
  • Schlaftracking nicht immer zuverlässig
  • umständliche Offline-Maps
  • Emotionstracking ohne echten Mehrwert

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