Test - The Elder Scrolls Online : Test: Lohnt sich der Content Pass 2025?
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Irgendwer bei Zenimax Online hat sich offenbar gedacht, dass ein wenig frischer Wind dem vorhersehbaren Jahresrhythmus von ESO gut tun würde. So gibt es nun statt einem neuen Kapitel im Juni, wie es bisher war, eine Season mit einem Content Pass, der unter anderem eine zweigeteilte Story umfasst. Und um einiges teurer ist als die bisherigen Erweiterungen. Das könnte klappen, oder auch ganz böse in die Hose gehen.
ESO war bisher vorhersehbar wie ein Uhrwerk. Im Februar die Ankündigung eines neuen Kapitels, im März und April dann Intro-Quest und Dungeon-DLC, im Juni die Erweiterung und als Nachklapp im Herbst noch ein paar Quests und Dungeons. Mit dem Ergebnis, dass die Spielerzahlen im Juni jeweils einen ordentlichen Sprung machten, um dann für den Rest des Jahres abzuflachen. Mit dem neuen Modell will Zenimax dieses Muster nun offenbar aufbrechen und hofft, zumindest zwei oder drei Mal wieder mehr Spieler nach Tamriel zu locken.
Das neue Modell, dass wie zuvor schon mit Intro und Dungeon-DLC begann, setzt nun auf eine zweigeteilte Geschichte. Eine Hälfte gibt es jetzt, den Rest im vierten Quartal nach einem serverweiten Event. Garniert wird das Ganze von einem weiteren Update des Spiels, welches mit Subklassen ein neues Feature bringt. Der Haken: der neue Content Pass, der die früheren Erweiterungen ersetzt, ist vor allem eins, nämlich teurer. Musstet ihr 2024 für Gold Road noch rund 35 Euro abdrücken, zieht euch der Content Pass direkt einen Fuffziger aus dem Sparschwein. Ob dafür wirklich mehr Gegenwert geboten wird, werden wir erst im Herbst/Winter wissen. Im Grunde ist die einzige echte Neuerung die zweigeteilte Geschichte.
Der neue Content Pass beinhaltet die Saison des Wurmkults, also eine weitere Erzählung, die auf der Hauptstory von ESO aufsetzt. Molag Bal und Mannimarco sind bezwungen, aber der nekromatische Kult wird wieder munter und hat sich die Insel Sonnewende als Zielgebiet für den neuen Aufschwung vorgenommen. Unschön für die Region nebst ihrer Metropole Sonnhafen, die sofort nach Hilfe ruft. Diesem Ruf könnt ihr natürlich nicht widerstehen und ihr versucht, mit der Hilfe einiger alter Bekannter herauszufinden, was der Kult eigentlich vor hat.
Euer Abenteuer startet im westlichen Teil der Insel, der vom östlichen durch eine magische Barriere abgetrennt wurde. Die Osthälfte werdet ihr erst nach dem Server-Event im Oktober zu sehen bekommen, wenn die Barriere durchbrochen werden soll und der zweite Teil der Story dann im November startet. Die Aufteilung der Geschichte ist zunächst ungewohnt und es wird sich noch zeigen müssen, ob das Konzept, mit dem Zenimax generell flexibler werden will, am Ende auch wirklich funktioniert.
Was euch geboten wird, ist im Grunde die übliche Routine. Im Rahmen der insgesamt ansprechenden Geschichte tobt ihr durch das neue Gebiet, das in all seiner Pracht allerdings etwas farblos daherkommt. Es fehlen irgendwie die Besonderheiten, die Gebiete wie Morrowind oder die Stadt der Uhrwerke so interessant gemacht haben. Nicht ganz schlecht, aber insgesamt irgendwie ein wenig beliebig. Die Story selbst geht in Ordnung, auch wenn das Ende vorerst nicht unbedingt klimaktisch wirkt.
Mit dabei ist der übliche Kram, von neuer Ausrüstung über Verliese, Gewölbe und Weltbosse bis hin zu noch mehr Sammelkram. Der Umfang von etwa 15 bis 20 Stunden lässt ein wenig darauf hoffen, dass in Summe etwas mehr geboten wird als die sonst üblichen 20 bis 30 Stunden früherer Kapitel, aber das bleibt abzuwarten.
Abgesehen vom neuen Content ist eigentlich fast spannender, was Zenimax mit Update 46 ins Spiel gebracht hat. Das beginnt beispielsweise mit einer optionalen Questreihe für Wiedereinsteiger (genannt Heldenrückkehr), die einem nochmals die Basics des Spiels, vom Kampf bis hin zu Handwerk und Quests, in Erinnerung rufen soll. Ganz nette Idee, aber im Grunde auch nur lohnend für Spieler, die schon sehr lange raus waren aus ESO, denn mal ehrlich: soooo komplex ist das MMORPG nun auch wieder nicht.
Komplett neu ist das Unterklassensystem, das ihr über eine kostenlose Quest aus dem Kronen-Shop ab Charakterlevel 50 anstarten könnt. Das neue System gibt euch die Möglichkeit, zwei der drei Fertigkeitslinien eurer Klasse durch die anderer Klassen zu ersetzen. Spielt ihr beispielsweise einen Hüter, könnt ihr somit Skill-Linien von Arkanist oder Drachenkrieger oder was auch immer nutzen. Klingt interessant und zumindest praktisch für Klassen und Builds, denen noch der letzte Schliff fehlt.
Das soll insgesamt mehr spielerische Vielfalt und Flexibilität ins Spiel bringen und ist als Idee durchaus interessant, wenn auch nicht unumstritten. Denn zugleich bedeutet dies auch, dass die Einzigartigkeit der Klassen noch mehr den Bach runter geht als ohnehin schon. Zudem muss Zenimax auch erst noch beweisen, welche Auswirkung die Subklassen auf das Balancing haben und nicht bestimmte Kombinationen komplett overpowered werden. Außerdem könnte die reine Vielzahl an Möglichkeiten wiederum Gelegenheitsspieler komplett überfordern. Schwierig.



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