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Test - SteelSeries Arctis Nova Elite : Test: 650-Euro-Luxus-Headset mit Monster-Konnektivität

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Wenn SteelSeries ein neues Headset auf den Markt bringt, darf man getrost hohe Erwartungen haben. Beim Arctis Nova Elite liegen die Messlatten allerdings noch ein Stück höher. Der Hersteller selbst spricht von Hi-Res Wireless Audio, von Premium-Verarbeitung, multipler Konnektivität und einem Klang, der sowohl Gamer als auch Audiophile abholen soll. Das Ganze zu einem Preis von stolzen 649,99 Euro. Ob das Headset diesen Anspruch erfüllt oder am Ende nur die Kreditkarte schmerzen lässt, klären wir im Praxistest.

Schon beim Auspacken macht das Arctis Nova Elite klar, in welcher Liga es spielt. Drei USB-Kabel, Klinkenleitung, Ersatzakku, eine massive Basisstation und eine edle Transporttasche – das Ganze verpackt in einem Design, das eher an Studioequipment erinnert als an Gaming-Zubehör. 380 Gramm bringt der Luxusprügel auf die Waage, und das spürt man auch. Der kaltgewalzte Stahl, der Aludruckguss und das bekannte, elastische Kopfband schaffen aber eine erfreulich gute Balance zwischen Stabilität und Tragekomfort.

Die Ohrmuscheln sind drehbar und mit Kunstlederpolstern versehen, die zwar angenehm weich sind, aber innen etwas knapp bemessen. Wer große Ohren hat oder eine Brille trägt, wird den straffen Anpressdruck nach längeren Sessions merken. Es gibt deutlich bequemere Headsets. Dafür fühlt sich das Elite in der Hand und auf dem Kopf einfach edel an. Kein billiges Plastik, keine wackelnden Gelenke, sondern echtes Premium-Feeling. Das muss man bei dem Preis allerdings auch erwarten können.

Links sitzen Power-, Mute- und Lautstärkeregler, rechts die Bluetooth-Taste. Hinter den magnetischen Blenden verbergen sich ein USB-C-Port und der austauschbare Akku – der Clou des Systems. In der Basisstation steckt ein zweiter Akku, der dort permanent geladen wird. Ist einer leer, wechselt ihr ihn einfach im laufenden Betrieb. Das Headset bleibt dabei dank internem Puffer einige Sekunden aktiv. Die Laufzeit pro Akku beträgt etwa 30 Stunden und solltet ihr es mal komplett vergeigen, spendiert euch eine Schnellladefunktion etwa vier Stunden Laufzeit bei 15 Minuten Aufladung.

Die Basisstation ist das heimliche Herzstück des Systems und macht das Headset zu einer echten Multiplattform-Lösung. Drei USB-Eingänge, einer davon dediziert für Xbox, erlauben gleichzeitige Verbindungen zu PC, PS5 oder anderer Konsole und Xbox. Bluetooth 5.3 samt LE-Audio-Unterstützung kommt noch obendrauf, ebenso wie ein klassischer 3,5 mm Klinkenanschluss und selbst ein Line-Ausgang ist vorhanden. Insgesamt könnt ihr bis zu vier Quellen mischen und parallel hören. Ein kleines OLED-Display und ein Drehknopf sorgen für intuitive Steuerung. Derartige Konnektivität hat im Grunde nur das Astro A50 X zu bieten, das allerdings den Workaround als HDMI-Switch nutzt.

In Sachen Klangqualität zeigt das Arctis Nova Elite, wo der Hammer hängt. Die 40-mm-Kohlefasertreiber decken ein Frequenzspektrum von 10 bis 40.000 Hertz ab und liefern einen beeindruckend klaren, detaillierten Sound. Explosionen dröhnen satt, Stimmen sind glasklar und Musik klingt lebendig und offen. Besonders stark ist das Headset bei räumlicher Darstellung. Wer mag, kann aus über 200 EQ-Presets für Games und Medien wählen oder seinen Sound komplett selbst justieren. Das Elite versteht sich zudem prächtig mit modernen Surround-Formaten wie Tempest 3D Audio, Dolby Atmos, DTS Headphone X und liefert dabei Hi-Res Wireless Audio bis 96 kHz/24 Bit sowie den LS3+-Codec.

Auch das Active Noise Cancelling gehört zur Oberklasse. Rund 80 Prozent der Außengeräusche filtert das System zuverlässig weg, sodass man selbst bei lautem PC-Lüfter oder Baustellenkulisse ungestört bleibt. Alternativ gibt’s einen Transparent-Modus, falls ihr mal ansprechbar bleiben wollt.

Das Mikrofon arbeitet mit KI-basierter Rauschunterdrückung und klingt tadellos, kann zudem per Software nachjustiert werden, auch dafür sind mehrere Presets vorhanden. Die Konstruktion mit ausziehbarem Mikrofon ist prinzipiell elegant, hat aber einen nervigen Haken: Der Poppschutz muss jedes Mal ab, wenn man das Mic versenken will und der Mikrofonarm ist naturgemäß etwas labbrig. Eine Klapplösung oder ein komplett abnehmbares Mikro wären die bessere Lösung gewesen. Ein integriertes Mikrofon ist ebenfalls vorhanden, falls ihr mal unterwegs seid und per BlueTooth chatten wollt.

Im Alltag zeigt sich das Elite als wahres Multitalent. Einmal eingerichtet, läuft es wie ein Uhrwerk und entpuppt sich als wunderbare Zentrale für euer gesamtes Gaming-Setup. Vorbei die Zeiten, in denen ihr noch zwei oder mehr Headsets für PC, Konsolen und mobile Geräte einsetzen musstet.

Die Bedienung über die Basisstation ist ein Traum. Keine Softwarepflicht für die Grundfunktionen, keine nervigen Tastenkombinationen am Headset selbst – alles ist selbsterklärend und hochwertig umgesetzt. Erst in der Software zeigt sich dann, wie tief man in die Audio-Feinjustierung eintauchen kann. Hier lassen sich Presets für Spiele, Filme und Musik anlegen, Mikrofoneinstellungen anpassen und sogar individuelle Profile für verschiedene Plattformen speichern. Das sollte man auch durchaus nutzen, um das volle Potential des Headsets auszureizen. Wer ausschließlich mit den Standardeinstellungen arbeiten will, kann das zwar tun, verpasst aber einiges.

Greift zu, wenn...

… ihr das Beste und vor allem Vielseitigste wollt, was Gaming-Audio aktuell zu bieten hat.

Spart es euch, wenn...

… euer Budget noch Luft für Miete, Essen oder Stromrechnungen lassen soll.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Teures technisches Meisterwerk mit Schwächen im Detail

Das SteelSeries Arctis Nova Elite ist weniger ein Headset als ein Statement. Klanglich spielt es fast schon in Hi-Fi-Gefilden mit klar definierten, räumlichen und präzisen Kohlefasertreibern, die Explosionen ebenso souverän meistern wie feinste Umgebungsgeräusche. Mit der Sonar-Software entfaltet das Elite dann sein volles Potenzial: EQ-Presets, Surround-Modi und Mikrofonprofile lassen sich extrem fein abstimmen, und wer Lust hat, kann damit stundenlang am perfekten Sound schrauben. Ohne Software klingt’s gut, mit ihr überragend.

Die Basisstation ist ein echtes Highlight. Drei USB-Eingänge, parallel nutzbare Verbindungen und ein cleveres Hot-Swap-Akkusystem machen das Headset zur Schaltzentrale für PC, Konsolen und Mobile. Der Wechsel der Akkus geht in Sekunden, und die Bedienung über Drehregler und Display ist intuitiv. Kritik gibt’s aber auch: die recht eng bemessenen Ohrpolster und der etwas zu hohe Seitendruck nagen etwas an der Bequemlichkeit bei langen Sitzungen. Das Ausziehmikrofon klingt gut, wirkt aber umständlich gelöst, weil der Poppschutz ständig im Weg ist. Und natürlich sind 650 Euro eine Ansage, die man erstmal verdauen muss.

Trotzdem: Wer kompromisslosen Klang, geniale Konnektivität und Luxus in jeder Schraube sucht, findet hier eines der aktuell besten Gaming-Headsets überhaupt. Das Arctis Nova Elite ist teuer, vielleicht sogar zu teuer, aber in seiner Gesamtheit trotz kleiner Schwächen ein echtes Meisterstück.

Überblick

Pro

  • exzellenter, detailreicher Klang
  • extreme Konnektivität mit bis zu vier mischbaren (!) Quellen
  • makellose Verarbeitung mit Metallrahmen
  • Hotswap-fähige Akkus
  • starke ANC-Leistung
  • enorm umfangreiche Software
  • intuitive Basisstation

Contra

  • sehr teuer
  • Poppschutz-Lösung unpraktisch
  • relativ eng geschnittene Ohrpolster
  • für Brillenträger nur bedingt bequem
  • Standardklang etwas flach ohne Software

Awards

  • Hardware Tipp

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