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Test - SpongeBob Schwammkopf: Giganten der Gezeiten : Test: Dieses Jump-and-Run ist keine Algengrütze

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Wenn zwei Naturgewalten aufeinandertreffen, endet das zumeist in einer Katastrophe. Spielen dazu noch massiv reduzierte Krabbenburger eine Rolle, ist das Unglück schon vorprogrammiert. In SpongeBob Schwammkopf: Giganten der Gezeiten kriegen sich König Neptun und der Fliegende Holländer so heftig in die Wolle, dass sie eine ganze Geister-Armee auf Bikini Bottom loslassen. Jetzt ist es an SpongeBob und Patrick, dem gruseligen Treiben ein Ende zu bereiten.

Der besondere Kniff von SpongeBob Schwammkopf: Giganten der Gezeiten erklärt sich durch die Story selbst: Auch die beiden Helden bekommen eine Ladung der Unterwelt-Energie ab, wodurch sie sich in kleine Geistergestalten verwandeln können. Für euch bedeutet das, dass ihr jederzeit zwischen dem Schwammkopf und dem Seestern wechseln dürft, was in Kämpfen und beim Plattforming auch ordentlich gefordert wird.

Nein, hier brauchst du Patrick

Die beiden Figuren unterscheiden sich in ihren jeweiligen Skills und entsprechend müsst ihr je nach Situation zwischen ihnen wechseln. Ihre grundlegenden Attacken funktionieren gleich, bei den Spezialmanövern zeigen sich aber ihre Unterschiede.

Patrick verfolgt einen vergleichsweise rabiaten Ansatz und macht sich seine rohe Kraft zunutze. Nicht nur hebt er problemlos Steine auf und fängt Kanonenkugeln, um sie auf Gegner zu schleudern, er kann auch die Geister selbst packen. SpongeBob hingegen schließt mit seinen Karate-Kicks Lücken zwischen sich und den Unholden und nutzt später sogar Seifenblasen, um sie kurzzeitig bewegungsunfähig zu machen.

In den Bosskämpfen stellt ihr euch hingegen einer Statue von König Neptun oder der Schatztruhe des Fliegenden Holländers. Hier gilt es, im richtigen Moment zwischen den beiden Charakteren zu wechseln. Beispielsweise schleudert Patrick ein explosives Fass auf die überdimensionierte Holzschatulle, woraufhin SpongeBob mit einem Karate-Kick nachsetzt und den Obermotz zurück in die Unterwelt prügelt.

Außerhalb der Kämpfe hingegen buddelt sich Patrick kurzerhand in sandigen Untergrund ein und unterwandert so Zäune und andere Hindernisse. Zudem nutzt er seine rohe Kraft, um beispielsweise Steinschädel auf Schaltern zu platzieren oder bröcklige Felsen mit explosiven Fässern zu sprengen.

SpongeBob kickt sich hingegen über große Distanzen hinweg an Ballons heran oder tritt komplette Steinsäulen um, um neue Übergänge zu schaffen. Mit seinen Seifenblasen aktiviert er zudem Schalter, die Barrikaden öffnen oder Ventilatoren starten beziehungsweise anhalten. Nicht selten müsst ihr mitten in der Luft zwischen euren beiden Helden wechseln.

Das mag knifflig klingen, der Schwierigkeitsgrad von SpongeBob Schwammkopf: Giganten der Gezeiten richtet sich aber ganz klar an eine jüngere Zielgruppe. Lediglich gegen Ende müsst ihr etwas geschickter zwischen den beiden Charakteren wechseln.

Ein neuer Tag, ein neuer Dollar

Die Hauptstory beschäftigt euch gerade einmal sechs bis sieben Stunden, diesen mageren Wert streckt ihr durch einige Nebenmissionen immerhin etwas. Beispielsweise fordert euch Larry Lobster regelmäßig zu Zeitrennen heraus, die speziell im späteren Verlauf durchaus knifflig ausfallen können. In bester Mario-64-Tradition flutscht ihr über eine Rutschbahn und müsst jede Abkürzung perfekt treffen.

Krabbenburger-Braten läuft hingegen als Quick-Time-Event ab. Planktons Herausforderungen wiederum fallen deutlich vielfältiger aus. Hier müsst ihr möglichst schnell einen Parcours absolvieren, Gegner besiegen oder Quallen fangen.

Als Belohnung winken neue Kostüme sowie Sammelobjekte und neue Unterhosenteile, die eure Lebensenergie erhöhen. Doch umsonst ist nur der Tod, und entsprechend benötigt ihr jede Menge Gold, um all die Goodies freizuschalten. Dieses sammelt ihr durch absolvierte Nebenmissionen oder findet es überall ausreichend in der Spielwelt. Ebbe sollte auf dem Konto also nie herrschen.

Oftmals basieren die kleinen Aufgaben auch auf Insidern der Cartoon-Vorlage. Beispielsweise trefft ihr in einem Verlies auf den Schreihals, der euch in gewohnt charmanter Manier um etwas SCHOKOLAAAAAADE bittet. Fan-Service wird bei Giganten der Gezeiten ganz großgeschrieben, die Originalsprecher und -sprecherinnen der Vorlage tragen nicht unerheblich zum Feeling bei.

Wir sind nicht hässlich!

So richtiger Walfischdreck waren die SpongeBob-Spiele noch nie, Giganten der Gezeiten ist aber sicherlich der bisher schönste digitale Ausflug nach Bikini Bottom. Sämtliche Animationen laufen geschmeidig über den Bildschirm und orientieren sich sichtlich an der Vorlage. Die Liebe zum Detail lässt sich in vielen Schauplätzen erkennen, allerdings gibt es nicht nur Grund zur Begeisterung.

Manche Mimik, Animationen und Gags wirken etwas zu stark aufgesetzt. Patricks ikonischer erschrockener Gesichtsausdruck bei den erwähnten Rutschpartien passt sicher gut zum Geschehen, aber dass er jedes Mal, sobald sein pinker Hintern den Boden berührt, in diese starre Pose wechselt, wirkt einfach seltsam. Solche Beispiele gibt es zuhauf, und sie zeigen, dass beim Polishing wohl etwas zu sehr gespart wurde.

Greift zu, wenn...

… ihr Fans der Bewohner von Bikini Bottom seid und einen kleinen Plattforming-Happen für zwischendurch braucht.

Spart es euch, wenn...

… ihr keinerlei emotionale Bindung zur Vorlage habt und bis ins kleinste Detail polierte Erlebnisse bevorzugt.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Solider Ausflug nach Bikini Bottom, der vor allem Fan-Herzen höher schlagen lässt

Seit mittlerweile über 25 Jahren begleiten mich der Schwammkopf und seine Freunde und Freundinnen. Mal mehr, mal weniger intensiv, aber irgendwie war die durchgebimmelte Cartoon-Serie durchaus prägend. Von den zugehörigen Videospielen kann ich das allerdings kaum behaupten, und auch Giganten der Gezeiten bildet da keine Ausnahme. Was aber keinesfalls heißen soll, dass ich keine gute Zeit damit hatte.

>> Top 10: Comic-Videospiele: Vom Papier zum Videospielhelden! <<

Ihr bekommt hier ein grundsolides Jump-and-Run mit ausreichend präziser Steuerung und einer netten Charaktertausch-Mechanik vorgesetzt. Dazu gesellt sich jede Menge Fan-Service, und fertig ist ein würdiger Ausflug nach Bikini Bottom. Der vergleichsweise geringe Schwierigkeitsgrad erklärt sich durch die minderjährige Zielgruppe, die geringe Spielzeit von sechs bis sieben Stunden ist aber doch ziemliche Algengrütze. Immerhin lässt sie sich durch Nebenmissionen etwas dehnen.

Überblick

Pro

  • viele Details für Fans
  • grundsolides Gameplay mit einige netten Ideen
  • präzise Steuerung in Kämpfen & Hüpf-Abschnitten
  • einige gebotene Nebenmissionen
  • Originalsprecher und -sprecherinnen sorgen für authentisches Gefühl

Contra

  • ziemlich kurz gehalten (sechs bis sieben Stunden)
  • manche Gags wirken etwas zu krampfhaft platziert
  • technische Umsetzung nicht immer ganz sauber

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