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Test - Robocop: Rogue City – Unfinished Business : Test: Neuer Robocop-Shooter. Das kauf ich für ... 20 Euro?

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Die 80er Jahre waren ein großartiger Spielplatz für Science-Fiction, von Blade Runner und Tron bis zu, richtig, Robocop. Etliche der Marken leben auch knapp 40 Jahre später in diversen Medien weiter. Das Polizei-Spektakel in Detroit gehört dazu – mit Unfinished Business als allein lauffähige Erweiterung zum 2023 erschienenen Robocop: Rogue City geht es für uns einmal mehr durch gefährliche Verstrickungen und jede. Menge. Waffengewalt. Überzeugt das Ganze?

Ein Zähler am linken Bildrand geht hoch. „Body Count.“ Während Charlie Sheens Charakter Topper reihenweise Bösewichte wegballert und die Zahlen weiter emporschnellen, informiert die erste Einblendung 129: genauso viele Tote wie in Robocop. Diese Schmäh aus der Action-Parodie Hot Shots 2 wollte offenbar niemand der polnischen Entwickler Teyon auf der Marke sitzen lassen und beschloss: In Unfinished Business schicken wir wahre Heerscharen von Söldnern und sonstigen Es-nicht-gut-Meinenden auf uns los.

Soweit, so Shooter. In Unfinished Business sind wir wieder als Ex-Mensch in polizeilicher Maschinenform unterwegs, um einer zu entschlüsselnden kriminellen Organisation das Handwerk zu legen. Das Spiel schickt uns dabei zunächst in einen zu inspizierenden Tatort: eine überfallene Polizeiwache mit gerundet einem Überlebendem. Wer steckt dahinter und warum ist es bestimmt wieder Dauer-Antagonist OCP (die Firma „Omni Consumer Products“)?

Das liegt an uns herauszufinden, zusammen mit den verlässlichen Zutaten „mysteriöse Verbündete“ und „tragische persönliche Verbindung am Tatort“. Wobei insbesondere letztere aufgrund der mitunter etwas bemühten Inszenierung nicht wirklich überzeugen. Lippensynchrone Dialoge, Mimik, das alles wirkt etwas zu sehr aus der Zeit gefallen, um uns nahtlos emotional einzubinden.

Nach der kurzen Investigativ-Sequenz, die mit dem Abscannen der diversen Hinweise und Opfer etwa an die Arkham-Reihe erinnert, schickt uns Unfinished Business ins große Schlachtfeld: ein großer Gebäudekomplex, der von Tunichtguten und unschuldigen Zivilisten bevölkert wird. Letztere müssen wir mehrfach beschützen und können ihnen auch in Nebenaufträgen etwa familiäre Angelegenheiten kitten. Und sogar Entscheidungsfreiheit haben!

Doch auch hier hat sich der Titel eine etwas zu große Uniform angezogen: Viele der Sidequests haben bei weitem nicht die emotionale Tiefe oder Wucht, die sicherlich angedacht war, weil sie zu kurz, banal – oder schlichtweg zu simpel geschrieben sind.

Eine große Stärke von Unfinished Business hingegen: Es wirft sich mit voller Wucht in die Robocop-Welt, bis hin zu einem eingestreuten Quiz mit einer ungläubigen Geisel, der wir unsere Natur als DER Robocop erst noch beweisen müssen. Wo die Inszenierung der komplett menschlichen Aspekte mitunter hapert, gelingt sie doch bei der zentralen Spielfigur und den wesentlichen Elementen des Robocop-Universums!

Entschuldigen Sie mich. Irgendwo geschieht gerade ein Verbrechen!

Das eigentliche Spielprinzip – WASD zum Bewegen, Maus zum Zielen und weg ist der Gegner! – des Spiels wird dabei durch etliche Aspekte aufgewertet. Keines davon haben wir so noch nie gesehen, aber alle haben ihre Daseinsberechtigung. Das beginnt bei den Spezialfähigkeiten: ein bisschen blenden, die Zeit verlangsamen oder auch ein Extra-Schild für die siebzehnte Gegnerwelle.

Darüber hinaus haben wir auch die Möglichkeit, unsere Attribute einerseits in linearen Fähigkeiten-Bäumen via Erfahrungspunkte aufzuwerten. Und andererseits können wir unseren Robocop auch mit einer eigenen Platine ausstatten, auf der wir geschickt diverse Chips so platzieren, dass wir alle Aufwertungen (Magazin-Kapazität, Nachladezeit, Durchschlagskraft …) mitnehmen, aber keine der Malus-Schaltkreise erwischen. Das Layout und unsere vorhandenen Chips zwingen dabei zu etwas Knobelei – kann ich das T-Stück hier platzieren oder öffnet sich damit der Strom zum Schadens-Malus? – und passen sich perfekt in die Welt ein.

Allein: Die Auswirkungen all dieser Fortschrittsmechanismen fallen lange Zeit eher subtil aus, wenn wir nicht gerade binäre Fertigkeiten wie neue Items auf der Minimap freischalten. Ja, Balancing ist immer schwierig – aber allzu oft fragten wir uns nach mehrminütigem Rumprobieren, ob es die paar Prozentpunkte jetzt wirklich wert war.

Robocop hat keinen Namen, er hat ein Programm!

Grundsätzlich können wir nur zwei Waffen tragen und mit Ausnahme der einfachsten Pistole auch nur mit begrenzt Munition – allerdings lassen die Schergen nach ihrem Ableben genügend Knarren diverser Natur hinter sich. Wie gewohnt ist dabei eine Schrotflinte aus der Nähe effizienter und ein neckisches Sniper-Gewehr eher von ein paar Fußballfeldern Entfernung. Die Bewaffnung bleibt weitgehend konventionell, allerdings begegnen uns im Laufe des Spiels naturgemäß anspruchsvollere Gegner, die das Science-Fiction-Szenario gut ausnutzen.

Wie ein Fraktal ist damit fast jeder Aspekt des Spiels sinnbildlich für das Gesamtwerk: eine kompetente Hommage an die Film-Vorlage und Erweiterung des vorherigen Spiels. Eine Hommage, die Genre-Fans unterhält, aber selten komplett begeistert – es sei denn, Sprücheklopfen zu Paul Verhoevens Klassiker ist eure zweite Natur.

RoboCop: Rogue City – Unfinished Business - Der Nachfolger zum Action-Hit setzt nochmal richtig einen drauf

Mit RoboCop: Rogue City landete Entwickler Teyon 2023 einen Überraschungshit, der Fans des 80er-Jahre-Filmklassikers jubeln ließ. Authentisch, rau und mit einer erkennbaren Liebe zur Vorlage gelang es, das Gefühl der Originalfilme einzufangen. Nun, mit dem Nachfolger RoboCop: Rogue City – Unfinished Business, wird das Versprechen eingelöst, die blutige Reinigung von Old Detroit noch einen entscheidenden Schritt weiter zu treiben. Was euch erwarftet, seht ihr in unserem Video! 

Greift zu, wenn...

… ihr Shooter mögt und Robocop liebt.

Spart es euch, wenn...

… ihr auf ein neues Max Payne hofft.

Fazit

Christian Burtchen - Portraitvon Christian Burtchen
Solider Shooter, der sein Universum gut einfängt

Ohne Umschweife: Der Innovations- und Wow-Faktor im Spiel fällt überschaubar aus. Wer auf die allerwuchtigste Inszenierung, die umwerfendsten Grafikeffekte oder die packendste Geschichte setzt, ist bei Rococops neuestem Ausflug falsch aufgehoben. Das heißt aber nicht, dass das Herumeilen in der Welt von Alex Murphy keinen Spaß macht – denn die Genre-Basics werden allesamt gut abgearbeitet. Treffer-Feedback, Gegner-KI, Progression, Spezialfähigkeiten, all das bewegt sich in einem durchweg annehmbaren Rahmen. Für vollmundigere Lobeshymnen hätte etwas neben mehr landschaftlicher Abwechslung auch etwas weniger fitzeligen Mechaniken gebraucht.

>> Nichts für schwache Nerven: Die 10 brutalsten Games <<

Und auch wenn ich einige der Geschichten etwas mühselig erzählt fand: Insgesamt bringt Unfinished Business die Robocop-Atmosphäre prima rüber mit einer gehörigen Portion Fan-Service, die aber nie aufgesetzt wirkt. Für Shooter-Fans gerade aufgrund des etwas niedrigeren Preises definitiv interessant – und Robocop-Enthusiasten haben ohnehin nur 20 Sekunden Zeit, sich an die Kaufempfehlung zu halten.

Überblick

Pro

  • clevere, in die Welt eingebettete Fortschrittsmechanismen
  • erkennbare Hingabe zum Robocop-Universum
  • grundsätzlich solides Gameplay
  • passende musikalische Untermalung

Contra

  • Progression nicht immer fühlbar
  • insbesondere Nebenquests teilweise wenig glaubhaft

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