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Test - Logitech G413 Carbon : Minimalistische Gaming-Tastatur

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Der Markt der mechanischen Tastaturen ist heiß umkämpft, werden die Tastenbretter doch von Gamern weltweit sehr geschätzt. Preiswert sind die Schnuckelchen allerdings nicht gerade. Umso stärker prügeln sich die Hersteller um den Einstiegssektor, der irgendwo um die 100 Euro beginnt, sofern man sich keinen kompletten Tastenschrott zulegen will. Logitech steigt nun mit der G413 in den Ring, die für moderate 99,99 Euro (UVP) in den Farbvarianten Carbon und Silber zu bekommen ist.

Bei der Logitech G413 handelt es sich um eine mechanische Tastatur im Frameless-Design, sprich, das Gehäuse ragt nicht groß über die freistehenden Tasten hinaus. Entsprechend nimmt die Tastatur mit 132 x 445 x 34 mm nur wenig Platz auf dem Schreibtisch ein, dafür muss auf eine Handballenablage verzichtet werden. Kein Beinbruch, denn die G413 ist recht flach gebaut und es tippt sich überaus angenehm.

An der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln. Das robuste Kunststoffgehäuse, das durch Rippen an der Unterseite zusätzlich verstärkt wird, verfügt über eine Oberplatte aus gebürsteter Aluminium-Magnesium-Legierung. Das sieht nicht nur schick aus, sondern ist auch noch stabil. Nichts biegt sich durch, nichts klappert und nichts knarzt – ein Verdrehen des Gehäuses ist nahezu unmöglich.

An der Rutschfestigkeit mangelt es nicht, sowohl mit aus- als auch eingeklappten Füßen steht die G413 sicher auf dem Tisch und geht nicht auf Wanderschaft. Schick: Die Unterseite ist mit Kabelführungen für Maus und Headset versehen. Die Tastatur wird mit einem 180 cm langen, textilummantelten USB-Kabel mit zwei Steckern an den Rechner geklemmt. Zwei Stecker deswegen, weil sich an der Rückseite ein USB-2.0-Passthrough befindet. So könnt ihr Maus, Headset oder USB-Stick direkt an der Tastatur anschließen. Für größere Datenübertragungen ist der Passthrough allerdings aufgrund des USB-2.0-Standards nicht geeignet.

Zum Lieferumfang gehört ein Karton, in dem sich zwölf austauschbare Tastenkappen nebst Tastenzieher befinden. Damit können die Tasten 1 bis 5 sowie QWERASD ausgetauscht werden. Die Keycaps haben eine griffig gestaltete Oberfläche. Die andersfarbigen und aufgerauten Caps der HyperX Alloy FPS gefallen uns aber etwas besser, denn riesig ist der Unterschied zu den normalen Tastenkappen nicht. Außerdem hätten wir gern einen Aufbewahrungsbeutel für Caps und Tastenzieher gesehen, damit auf Dauer nichts verloren geht.

Wie üblich, ist die Logitech G413 mit den hauseigenen Romer-G-Switches bestückt. Die Schalter verfügen über einen kurzen Auslösepunkt von 1,5 mm gegenüber den üblichen 2,0 mm und können entsprechend sehr schnell bedient werden. Von der Haptik her ähneln sie am ehesten den Cherry MX Brown, fühlen sich beim Tippen aber einen Tick weicher an, ohne aber schwammig zu wirken. Vor allem aber sind sie um einiges leiser als die Cherry-Konkurrenz. Bei Leer- und Entertaste ist bei hartem Anschlag allerdings ein Federhall wahrzunehmen, was aber nicht weiter stören sollte. 26-Key-Rollover und Anti-Ghosting sind quasi selbstverständlich.

Das Tastenlayout entspricht dem üblichen Standard mit Zahlenblock, auf Zusatztasten für Makros oder Multimedia wurde komplett verzichtet. Diese Funktionen stehen aber per FN-Taste als Sekundärfunktion der oberen Tastenreihe zur Verfügung. Dabei wurde auch an eine Helligkeitssteuerung und die Game-Modus-Taste gedacht, welche die Windows-Taste deaktiviert. Die Tasten der Carbon-Variante sind einfarbig rot beleuchtet. Die kräftige Beleuchtung strahlt lediglich durch die Beschriftung der Caps, bei Tasten mit Doppelbeschriftung ist allerdings der obere Bereich ein bisschen ungleichmäßig ausgeleuchtet.

Die Einstellungen der Tastatur werden wie üblich mit der recht übersichtlichen Logitech Gaming Software vorgenommen. Bei dem Minimalismus der Tastatur halten sich die Optionen allerdings in Grenzen. Tastenbelegungen und einige wenige Beleuchtungseinstellungen (Helligkeit, Atemeffekt) können dort aber vorgenommen werden und wer will, kann sich eine Heatmap seiner Tastenbedienungen anzeigen lassen.

Greift zu, wenn...

… ihr eine durch und durch gelungene, robuste Gaming-Tastatur ohne überflüssige Extras haben wollt, ohne euch finanziell ruinieren zu müssen.

Spart es euch, wenn...

… ihr auf Multimediatasten, RGB-Blingbling und andere Sperenzchen steht oder unbedingt auf Cherry-Tasten herumkloppen wollt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Minimalistische Tastatur zum humanen Preis

Logitech bekommt es im Preissegment um 100 Euro mit starker Konkurrenz zu tun – immerhin tummeln sich dort Alternativen wie die hervorragende HyperX Alloy FPS, die Roccat Suora oder die Corsair Strafe. Die G413 muss sich aber hinter diesen Rivalen nicht verstecken, sondern entpuppt sich als gute Alternative, denn riesig sind die Unterschiede nicht. Die Verarbeitung der G413 überzeugt in nahezu allen Belangen.

Der Verzicht auf unnötige Extras wird dem einen oder anderen Spieler sehr gefallen und die schnellen und vergleichsweise leisen Romer-G-Switches leisten sowohl beim Zocken als auch beim Tippen hervorragende Arbeit, fühlen sich aber einen Tick weicher an als die Konkurrenzschalter. Wer nicht gerade versessen auf Cherry-Switches ist, bekommt mit der Logitech G413 eine piekfeine Tastatur, ohne sich finanziell ruinieren zu müssen.

Überblick

Pro

  • Minimalismus zugunsten des Preises
  • für eine mechanische Tastatur sehr leise
  • kurze Schaltwege der Romer-G-Switches
  • robuste Verarbeitung
  • Kabelführungen für Maus und Headset
  • austauschbare Schalterkappen im Lieferumfang
  • USB-Passthrough

Contra

  • sparsame Ausstattung
  • teilweise deutlicher Federhall beim Anschlag
  • kein Beutel oder Ähnliches für die Austausch-Keycaps
  • kleinere Beleuchtungsmängel bei Tasten mit Doppelbeschriftung

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