Test - LG Ultragear 34GK950G-B : 34-Zoll-Riese mit sanfter Rundung

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Mit dem 34GK950G-B bietet LG einen großformatigen Monitor der Ultragear-Gaming-Reihe an. Der 34-Zoll-Brocken will mit Curved-Design für Immersion sorgen und hat technisch einiges zu bieten. Das hat seinen Preis – mit aktuell rund 1.399 Euro ist der Koloss nicht eben preiswert. Wir haben uns angeschaut, ob sich die Ausgabe lohnt oder das Sparschwein Überlebenschancen hat.

Einmal mehr müssen wir die Verpackung des LG-Monitors loben, gerade bei der Größe des Geräts. Während ihr bei anderen Herstellern oft mühsam einen dicken Styroporklumpen nebst Inhalt aus dem Karton zerren müsst, hat LG das sehr elegant gelöst: Styrodeckel runter, das stehend verpackte Panel herausheben, Fuß werkzeugfrei an den Ständer schrauben und das Display einhängen und einrasten lassen. Fertig. Trotz der Größe ist der Aufbau des LG Ultragear 34GK950G-B eine Sache von zwei bis drei Minuten. Sehr fein, da haben wir uns schon des Öfteren mehr abgerackert.

Der Monitor mit seinem nahezu rahmenlosen Display kann visuell überzeugen – dank des mattschwarzen, schlanken Designs mit den hübschen roten Zierelementen. An der Rückseite befindet sich ein LED-Ring. Dessen Beleuchtung kommt eher schlicht daher und fällt nur bei dunklen Räumen oder freistehendem Screen auf. Die Beleuchtung wird unkompliziert per Drehrad an der Unterseite eingestellt, eine Softwarelösung zur Konfiguration ist nicht vorhanden. Den meisten dürfte die Beleuchtung ohnehin eher egal sein, aber LG geht mit dem Trend.

Der Monitor verfügt über die üblichen Anschlüsse wie HDMI, DisplayPort, USB und Audio. Alle sind gut erreichbar, weil nach hinten weg angeordnet statt nach unten abgewinkelt. Das hat allerdings den Nachteil, dass der Kabelsalat etwas weniger hübsch aussieht. Aber halb so schlimm, man stiert ja zumeist auf die Vorder- und nicht auf die Rückseite. Auch in Sachen Ergonomie-Funktionen fehlt nichts: Der Koloss ist zu beiden Seiten um 20 Grad schwenkbar, lässt sich um -5 bis +15 Grad neigen und verfügt über 110 mm Höhenverstellung. Wandmontage ist dank VESA-100-Verschraubung ebenfalls möglich.

So simpel wie der Aufbau ist die Bedienung des Monitors. Dank eines gut erreichbaren Mini-Joysticks an der Unterseite können die übersichtlichen OSD-Menüs flott durchgegangen und notwendige Einstellungen vorgenommen werden. Der LG Ultragear 34GK950G-B erschlägt einen nicht mit Optionen, bietet aber alles Nötige. Wer tiefer in die Konfiguration einsteigen will, kann mittels kostenloser OSC-Software weitaus mehr Einstellungen vornehmen und anwendungsspezifische Profile erstellen.

Der LG Ultragear 34GK950G-B ist ein 34-Zöller im 21:9-Format und verfügt über eine vergleichsweise sanfte Krümmung von 1900R gegenüber den zumeist üblichen 1800R. Die Bildauflösung beträgt 3.440 x 1.440 Pixel (WQHD) bei einer Bildwiederholrate von nativen 100 Hz, die auf bis zu 120 Hz übertaktet werden kann. Das funktioniert gut, wir konnten bei der Übertaktung keine negativen Auswirkungen auf die Bildqualität erkennen. Das Nano-IPS-Panel bietet einen Kontrastwert von 1.000:1 und eine robuste Helligkeit von 400 cd/m². Auf HDR wurde leider verzichtet. Erwähnenswert ist, dass dieses Modell Nvidia G-Sync unterstützt und somit bei entsprechenden Grafikkarten gegen Tearing gefeit ist.

Die Bildqualität beim Zocken ist beeindruckend, vor allem aufgrund der bestechenden Farbdarstellung, des satten Kontrasts und schön dunkler Schwarzwerte. Eine Anti-Glare-Beschichtung sorgt dafür, dass so gut wie keine störenden Reflexionen auftreten. Mit einer angegebenen Reaktionszeit von 5 ms ist der Monitor nicht der schnellste, aber wir konnten beim Zocken keine negativen Verzögerungen bemerken – zumal ein zuschaltbarer Overdrive dem Panel auf Wunsch Beine macht. Den solltet ihr allerdings nicht auf höchster Stufe nutzen, weil die Bildqualität dann doch ein wenig leidet.

Dank der Immersion durch das 21:9-Format und die Krümmung können vor allem Open-World-Spieler so richtig schön versinken – die hochakkurate Farbdarstellung tut das Ihrige dazu. Wir hatten bei Metro Exodus und The Division 2 jedenfalls viel Freude an dem Gerät. Bildfehler konnten wir nicht entdecken. Der Preis ist allerdings trotzdem saftig.

Greift zu, wenn...

… ihr eine ordentlich gefüllte Brieftasche habt und einen großformatigen Monitor mit schöner Bildqualität vor allem für Rollenspiele, Action-Adventures oder Open-World-Titel sucht.

Spart es euch, wenn...

… wenn ihr auf HDR nicht verzichten wollt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Starker Monitor für Freunde offener Welten

Preiswert ist der LG Ultragear 34GK950G-B nicht gerade. Mit knapp 1.400 Euro bewegt er sich derzeit mit an der Spitze der Nahrungskette im Bereich der kurvigen 34-Zöller. Dementsprechend ist es ein wenig enttäuschend, bei einem hochpreisigen Monitor auf HDR verzichten zu müssen. Wer damit leben kann, bekommt einen technisch hochwertigen Monitor mit starker Farbdarstellung, guter Bildwiederholrate, saftigem 21:9-Format, simpler Bedienung und sehr ansprechendem Design.

Für Shooter-Spieler mag die Reaktionszeit von 5 ms einen Tick zu langsam sein. Bildqualität und Bildgröße bieten sich ohnehin eher für Freunde offener Spielwelten an, denn man kann visuell so richtig schön darin versinken. Allerdings sollte in eurem Rechner eine entsprechende Grafikkarte werkeln, die mit 3.440 x 1.440 möglichst locker klarkommt – um den Monitor auch richtig auszureizen.

Überblick

Pro

  • G-Sync für Nvidia-Karten
  • ansprechendes Design
  • einfache Bedienung
  • Einstellung via Software möglich
  • gute Ergonomie-Funktionen
  • starke Farbdarstellung
  • gute Helligkeit
  • keine erkennbaren Bildfehler
  • sehr praktische Verpackung

Contra

  • sehr teuer
  • kein HDR
  • Beleuchtung nur via Drehregler einstellbar

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