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Test - Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters : Test: Der Klötzchen-Held, den die Batman-Fans verdient haben

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Batman-Spiele gibt es viele. Doch nur wenige wagen den Versuch, die komplette Fledermaus-Historie von den grellbunten 60er-Jahre-Eskapaden mit tanzenden Schurken bis hin zur düsteren Nolan-Ära unter einem Dach zu vereinen. Und das Ganze dann auch noch als Lego-Titel mit Klötzchen-Optik und Slapstick-Humor? Genau diese Mammutaufgabe nimmt sich TT Games’ neuestes Abenteuer vor und liefert dabei weit mehr als bloßen Fanservice.

Der Zusatz „Dunkler Ritter“ im Titel deutet es bereits an. Anfang und Finale des Spiels orientieren sich klar an der Dark-Knight-Ära. Dazwischen entfaltet sich jedoch eine eigenständige Geschichte, die sich großzügig aus nahezu allen Batman-Medien bedient. Vom Training bei Ra’s al Ghul bis zu ikonischen Widersachern wie Joker, Pinguin oder Poison Ivy gleicht das Abenteuer einem liebevoll kuratierten Best-of der Fledermaus-Geschichte.

Anstatt eine einzelne Filmvorlage nachzuerzählen, kombiniert das Spiel Motive, Figuren und Schauplätze zu einer neuen, in sich zumindest weitgehend stimmigen Lego-Erzählung. Das sorgt für Tempo, Abwechslung und zahlreiche Aha-Momente für langjährige Fans, ohne Einsteiger außen vor zu lassen. Egal, welche Ära euch besonders geprägt hat, mindestens einmal werdet ihr aufspringen und rufen: „Das kenn ich doch!“

Trotz aller düsteren Vorlagen bleibt der fröhliche Lego-Humor erhalten. Dramatische Momente werden augenzwinkernd gebrochen, Schurken überzeichnen sich selbst, und selbst ikonische Batman-Szenen bekommen eine charmante, selbstironische Note. Die Balance zwischen Respekt vor dem Ausgangsmaterial und lockerem Slapstick gelingt erstaunlich gut. Umso mehr überrascht das finale Kapitel, das ganz im Geiste der Nolan-Vorlage spürbar brutaler daherkommt. Für einen Lego-Titel ungewohnt kompromisslos.

Wie der Kuss einer Rose im Grauen

Für Langzeitmotivation sorgen die sich Stück für Stück öffnenden Straßen Gothams. Zwischen Story-Missionen lädt die Stadt zum Erkunden ein, doch ohne die passenden Verbündeten und ihre Spezialfähigkeiten stoßt ihr regelmäßig auf Hindernisse, die zunächst unüberwindbar scheinen. Dann bleibt nur das gemeinsame Schulterzucken mit Batman und eine mentale Notiz, später nochmal zurückzukehren.

Gotham wirkt nicht wie eine bloße Kulisse zwischen Story-Missionen, sondern wie eine vollwertige, offene Spielwelt. Mit dem Batmobil rast ihr durch Häuserschluchten, sammelt Studs, löst Nebenmissionen oder greift bei gerade laufenden Verbrechen ein. Wahrzeichen wie Arkham Asylum, Ace Chemicals oder der Wayne Tower sind nicht nur dekorative Fassaden, sondern erkundbare Orte mit eigenen Aufgaben und Geheimnissen.

Dank Unreal Engine 5 präsentiert sich die Stadt detailreich und atmosphärisch ausgeleuchtet, mit spürbar mehr Tiefe als frühere Lego-Ableger. Die Bezirke unterscheiden sich klar in der Architektur und Stimmung. Von rauen Industriegebieten bis zu Nachtclubs im Neonlicht ist alles dabei. Dennoch verbringt man naturgemäß viel Zeit in sehr schnell vertraut wirkenden, dunklen Straßenschluchten.

Natürlich darf sich Master Bruce auch jederzeit in seine kuschelige Batcave zurückziehen. Die dient nicht nur als Hub, sondern als ausbaubares Zentrum eures Fortschritts. Neue Trainingsräume, Werkstätten und Analyse-Stationen werden mit erspielten Studs freigeschaltet. Fahrzeuge und alternative Kostüme werden prominent ausgestellt und motivieren zum Sammeln.

Gerade für Completionists bietet das Spiel damit enorm viel. Alternative Anzüge, versteckte Sammelobjekte und freischaltbare Inhalte verlängern die Spielzeit deutlich über die rund 18 bis 20 Stunden der Hauptkampagne hinaus.

A Bat in the Family

Fliegen schließlich mal die Fäuste, erinnert das Kampfsystem deutlich an die Arkham-Reihe. Ihr kombiniert Schläge, kontert im richtigen Moment, baut Kombo-Multiplikatoren auf und setzt Gadgets wie Batarangs oder den Greifhaken taktisch ein. Das funktioniert flüssig, bleibt aber zugleich zugänglich genug für jüngere Spieler.

Im lokalen Koop-Modus übernimmt ein zweiter Spieler Figuren wie Robin, Nightwing, Batgirl, Catwoman oder Jim Gordon. Jeder Charakter bringt eigene Fähigkeiten mit, die sowohl in Kämpfen als auch bei Rätseln essenziell sind. Catwoman ruft Katzen, die sich für euch durch enge Schächte zwängen, Robin spannt Drahtseile (wegen seiner Zirkus-Herkunft), Commissioner Gordon verklebt Maschinen und Batgirl steuert Hacking und weitere High-Tech-Gadgets wie Drohnen bei.

Angesichts dieser Fülle an Figuren und Kombinationsmöglichkeiten drängt sich allerdings eine Frage auf: Warum fehlt ein Online-Koop? Im Jahr 2026 sollte selbst die dunkelste Ecke der Batcave längst WLAN-Empfang haben.

Greift zu, wenn...

... ihr gemeinsam auf der Couch Verbrecher verkloppen wollt.

Spart es euch, wenn...

… euch das klassische Lego-Gameplay inzwischen zu vertraut erscheint.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Würdige Hommage an 90 Jahre Fledermausmann

Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters ist weit mehr als ein weiterer Lizenz-Ableger mit ein paar bekannten Gesichtern. TT Games gelingt das Kunststück, fast 90 Jahre Batman-Geschichte in eine eigenständige, spielbare Hommage zu gießen, ohne dabei in bloße Referenzparade oder liebloses Zitieren abzurutschen. Das Spiel versteht sein Vorbild und erlaubt sich gleichzeitig, es mit einem Augenzwinkern neu zu interpretieren.

Die offene Version von Gotham motiviert zum Erkunden, die Batcave wächst mit eurem Fortschritt, das Kampfsystem liefert vertraute, flüssige Action und der lokale Koop sorgt für Couch-Abende mit Fledermaus-Flair. Dass die Story zum Ende hin überraschend düster wird, verleiht dem Ganzen sogar eine ungewohnte Schwere, die man in einem Lego-Spiel nicht unbedingt erwartet.

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Nicht alles glänzt wie frisch polierte Wayne-Tech. Die Stadt wirkt trotz Detailreichtum stellenweise repetitiv, und das Fehlen eines Online-Koop-Modus fühlt sich im Jahr 2026 wie ein Relikt aus der Vergangenheit an. Dennoch überwiegt klar der positive Eindruck. Ein Herz für den dunklen Ritter aus tausend kleinen Steinchen.

Überblick

Pro

  • Liebevoll kuratiertes Best-of aus nahezu allen Batman-Ären
  • Flüssiges, zugängliches Kampfsystem im Arkham-Stil
  • Eigenständige Story mit vielen Fan-Momenten
  • Lokaler Koop mit abwechslungsreichen Charakterfähigkeiten

Contra

  • Kein Online-Koop
  • Teilweise etwas repetitive Straßenschluchten
  • Finale tonal härter als erwartet

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