Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Test - Insta360 Link 2 Pro & Link 2C Pro : Test: Premium-Webcams mit 4K-Auflösung und haufenweise KI-Features

  • PC
Von  |  | Kommentieren

Mittlerweile gibt es einige 4K-Webcams auf dem Markt, vor allem im Premium-Segment finden sich einige spannende Kontrahenten. Doch letztlich kranken sie vor allem an einem: der Bildqualität. Denn auch wenn die Auflösung schön hoch ausfällt, sind die Sensoren oftmals zu klein, um besonders bei schlechten Lichtverhältnissen gut zu performen. Wie also schlagen sich die beiden neuen Modelle von Insta360?

Auf dem Papier klingen die Spezifikationen der Insta360 Link 2 Pro und der Link 2C Pro vielversprechend. Für 269 Euro (2 Pro) beziehungsweise 219 Euro (2C Pro) darf man natürlich auch einiges erwarten. Neben diversen KI-Funktionen, zu denen ich noch komme, sowie einer umfangreichen Software sticht vor allem der Sensor ins Auge, der bei beiden Kameras zum Einsatz kommt. Mit 1/1,3-Zoll und einer 1.9er Blende fallen sie nämlich vergleichsweise groß und offen aus.

Unterschiede Link 2 Pro und Link 2C Pro

Die beiden Kameras teilen sich viele technische Features, also räumen wir sie eben aus dem Weg, worin sie sich unterscheiden. Allen voran rührt der erhöhte Preis der Insta360 Link 2 Pro vom verbauten Gimbal her. Durch den verbauten Motor verfolgt die Kamera euren Bewegungen und lässt euch freier einen Bildausschnitt wählen. Das funktioniert nicht nur über die hauseigene Software, auch andere Programme wie OBS können die Link 2 Pro steuern. Bei der Link 2C Pro verzichtet ihr auf diesen Luxus, dafür ist sie deutlich kompakter.

Zudem gehen die Kameras das Thema Privatsphäre unterschiedlich an. Die Link 2 Pro fährt automatisch nach unten, sobald sie nicht genutzt wird. Damit zeigt der Sensor nicht mehr auf euch, wodurch auf jeden Fall ein Gefühl der Sicherheit aufkommt. Deutlich besser finde ich hingegen die simple Lösung der Link 2C Pro: Ein Schieberegler an der Seite verschließt die Kamera mechanisch. Letztlich wäre so etwas für die größere Version aber wohl nicht möglich, da ihr sonst den Gimbal verstellt.

Damit sind auch schon alle Unterschiede zwischen den beiden Kameras abgefrühstückt. Die eine eignet sich eher für statische Setups, bei denen nicht viel passiert, die andere hingegen richtet sich an dynamischere Umgebungen.

Keine Software nötig

Die Einrichtung der Kameras gestaltet sich denkbar einfach. Mit dem beigelegten USB-C-Kabel stöpselt ihr sie an euren Rechner an, wahlweise verwendet ihr den ebenfalls beigelegten USB-A-Adapter. Direkt werden sie in so ziemlicher jeder Software wie OBS, Google Meet oder auch von eurem Browser erkannt.

Für den vollen Funktionsumfang müsst ihr allerdings die hauseigene Software nutzen. Hier schraubt ihr an Bildschärfe, HDR, Bildausrichtung, Auflösung, Framerate und vielen weiteren Parametern. Außerdem aktiviert ihr Effekte wie Hintergrundunschärfe oder ein natürliches Bokeh, das natürlich durch die offene Linse entsteht und ein angenehm sanftes Bild erzeugt, ohne den Hintergrund komplett unkenntlich zu machen.

Auch die Gestensteuerung und das Tracking kontrolliert ihr über die Software, doch auch ohne funktioniert die Verfolgung von euch via Gimbal mit der Link 2 Pro mehr als gut. Die Kamera reagiert schnell und zuverlässig. Bei der Link 2C Pro müsst ihr mit Auto Framing vorlieb nehmen, sie schneidet den Bildausschnitt also so zu, dass ihr immer im Zentrum seid. Dank der 4K-Auflösungen ist das tatsächlich eine valide Option bei nicht allzu hektischen Bewegungen. Auch voreingestellte Szenen sind möglich.

Allerdings neigen beide Kameras dazu, den Fokus zu verlieren. Selbst wenn ich mich nicht viel bewege, kommt es zum typisch unschönen Pumpen, wie man es auch von anderen Geräten kennt. Seltsam dabei ist, dass es nicht mit Lichtverhältnissen oder anderen Faktoren zusammenzuhängen scheint. Vielleicht nur ein kleiner Fehler, der sich über die Software lösen lässt.

Die Gestensteuerung funktioniert im Kern auch gut. Über Handgesten zoomt ihr, aktiviert oder deaktiviert das Tracking und schaltet in einen Whiteboard-Modus. Typisch für solche Möglichkeiten funktionieren die Gesten nicht immer zuverlässig, können bei Präsentationen aber einen kleinen Vorteil bieten. Die Link 2 Pro bietet sogar einen Deskview-Modus, bei dem sie auf euren Schreibtisch schaltet.

Qualität auf Top-Niveau

Ganz allgemein zaubern die beiden Kameras für Webcams richtig gute Bilder hervor. Einen Claim des Herstellers muss ich allerdings entkräftigen, denn der beworbene Vergleich mit der Qualität einer Spiegelreflexkamera hinkt massiv.

Besonders bei sehr guten Lichtverhältnissen zaubern sie aber teils gestochen scharfe Bilder hervor, die selbst zur Content-Produktion taugen. Hier freuen sich die eifrigen Creator natürlich, dass die Software einen 9:16-Modus bietet. Wollt ihr von der vollen 4K-Auflösung profitieren, müsst ihr euch übrigens mit 30 Bildern pro Sekunde begnügen, 60 FPS unterstützen die Modelle nur bei 1080p.

Aber auch bei nicht ganz idealen Verhältnissen liefert der große Sensor der Insta360 Link 2 Pro und Link 2C Pro noch sehr anständige Ergebnisse. Dank HDR und Dual Native ISO bleibt ihr scharf und gut erkennbar, selbst ISO-Rauschen ist auf ein Minimum reduziert. Mit einer vollwertigen Kamera können die Bilder selbstverständlich nicht mithalten, im Webcam-Segment spielt Insta360 aber ganz oben mit.

Solltet ihr kein externes Mikrofon besitzen, kann ich freudig berichten: Die Kameras nehmen euren Ton verhältnismäßig klar und sauber auf. Glasklar geht natürlich anders, aber für kleine Calls reicht sie allemal aus. Für professionelle Streams oder Aufnahmen reicht die Qualität allerdings nicht aus.

Greift zu, wenn...

… ihr Allround-Webcams mit guter bis sehr guter Bildqualität braucht und vielfältige Einsatzzwecke bis hin zu Content Creation habt.

Spart es euch, wenn...

… euer Budget eher klein ausfällt und ihr auf höhere Auflösungen und überdurchschnittliche gute Qualität verzichten könnt.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Erklassige Webcams für vielfältige Szenarios

Die Insta360 Link 2 Pro und Link 2C Pro lassen sich wirklich nicht lumpen, was Bildqualität und Komfortfeatures angeht. Normalerweise bin ich bei Buzzwords wie KI-Features vorsichtig, aber in diesem Fall ergeben die Funktionen tatsächlich Sinn. Egal ob die Bildverfolgung, das Nachschärfen oder die Verbesserung der Audioqualität, wenn ihr die eigene Software nutzt, bieten die beiden Webcams sehr gute Bilder sowie viele Einstellungsmöglichkeiten.

Selbst die Mikrofonqualität ist noch in Ordnung, besonders die Link 2 Pro wird dank des Gimbals zu einem regelrechten Allround-Talent. Allerdings gerät der Autofokus bisweilen noch aus dem Tritt und auch die Gestensteuerung ist nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Allerdings sind das Probleme, die sich wohl über Software-Updates in den Griff kriegen lassen. Wenn ihr auf der Suche nach Webcams für den täglichen Gebrauch bei Meetings, Calls und sogar für Content Creation seid, dann stellt euch Insta360 hier zwei ernsthafte Optionen zur Verfügung. Das lässt sich die Firma aber auch was kosten.

Überblick

Pro

  • erstklassige Bildqualität
  • saubere und hochwertige Verarbeitung
  • umfangreiche Software, viele Funktionen auch ohne verfügbar
  • anständige Mikrofonqualität
  • sehr schnelle Verfolgung (Link 2 Pro)
  • nützlicher Gimbal (Link 2 Pro)

Contra

  • Autofokus neigt zum "Pumpen"
  • Gestensteuerung nicht 100 Prozent zuverlässig
  • relativ hoher Preis
  • kein physischer Linsen-Verschluss (Link 2 Pro)

Awards

  • Hardware Tipp

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel