Preview - Greedfall : Hier schlägt das Herz von Bioware und The Witcher

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Seit Bioware die Magie abhanden gekommen ist, klafft eine Lücke im Genre der Rollenspiele. Skyrim und The Witcher 3 sind auch schon eine ganze Weile her. Noch nie war die Zeit für einen ambitionierten Emporkömmling günstiger als jetzt, um sich zwischen den Alteingesessenen breit zu machen. Entwickler Spiders bekleckerte sich in der Vergangenheit mit Spielen wie Technomancer und Mars: War Logs zwar nur bedingt mit Ruhm, doch Greedfall sieht zum jetzigen Zeitpunkt ganz danach aus, als könne es zum Durchbruch in der Biographie des französischen Studios werden. Greedfall vereint das ausgefeilte Rollenspielsystem der Bioware-Klassiker mit dem Look & Feel von The Witcher – und setzt sich dennoch einen ganz eigenen Stempel auf. In Paris konnten wir erstmals einen Blick darauf werfen.

Greedfall spielt in einer Fantasy-Ausgabe des 17. Jahrhunderts in Frankreich. Das Land wird von einer furchtbaren Seuche heimgesucht, die die Einwohner dahinrafft und dämonische Bestien heraufbeschwört. Der Held - der alternativ auch eine Heldin sein darf - macht sich auf die Reise zur Insel Teer Fradee (fragt uns nicht, wie man das ausspricht), um ein Heilmittel zu finden. Dort gerät er schon bald zwischen die Fronten eines unerbittlichen Krieges verschiedener Fraktionen, die jede für sich eigene Ziele verfolgen und durch ihre vielschichtigen Beziehungen und Konflikte das Abenteuer auf eine Stufe heben, die gemeinhin knapp als episch umschrieben wird.

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Seit vor gut zwei Jahren der erste Trailer zu Greedfall veröffentlicht wurde, der lange Zeit das Einzige darstellte, das man von dem Spiel kannte, wird das Spiel mit The Witcher verglichen. Das lag vor allem am Monsterdesign, das auffallend an das CD-Projekt-Rollenspiel erinnerte: Der entstellte Dämon, der aussah wie ein zum Baum mutierter Wolf mit Hirschgeweih, schien ganz offensichtlich inspiriert von dem Bies genannten Gegner aus The Witcher 3, der auch dort eine zentrale Rolle in der Werbekampagne bestritt. Legt der Entwickler mit seinen bewusst geschürten Assoziationen die Messlatte der Erwartung womöglich ein Stück zu hoch?

Bis jetzt sieht es nicht danach aus. Zumindest die Grafik wirkt vom ersten Augenblick an traumhaft schön. Publisher Focus hat in diesem Bereich mit seiner Engine in den letzten Jahren ein Niveau erreicht, das sich nicht hinter den Großen des Marktes verstecken braucht. Allenfalls die Gesichtsanimationen fallen gegen den Rest leicht ab. Für aufwändiges Performance-Capturing ist nunmal ein Budget erforderlich, über das ein verhältnismäßig kleines Studio nicht verfügen kann.

  • Greedfall - Screenshots - Bild 1
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Abgesehen davon wirkt Greedfall rundherum zeitgemäß. Die Abendsonne überzieht mit ihren golden glänzenden Strahlen das bunte Herbstlaub mit einem fast schon magischem Schimmer. Besonders gelungen ist die Architektur: Mit ihrem offensichtlich französisch-verspielten Baustil bildet sie einen angenehmen Kontrast zu den sonst meist im britischen Burgen-Einerlei gehaltenen Ambiente vergleichbarer Fantasy-Spiele. Mit den rauchenden Fabrikschloten und den metallenen Kuppelverzierungen zitiert Greedfall beinahe schon Steampunk-Ästhetiken.

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Auch spielerisch schielt Greedfall in die Richtung von The Witcher, will heißen: die Kämpfe werden actionreich mit Nah- und Fernkampfwaffen ausgetragen. Doch noch mehr suchen die Entwickler von Spiders den Schulterschluss mit ihren Kollegen bei Bioware. So könnt ihr die Kämpfe jederzeit pausieren, um in aller Ruhe die nächste Aktion einzuleiten: einen Zauberspruch sprechen, einen Trank einwerfen oder eine Bombe auf den Gegner werfen. Die Möglichkeiten sind extrem vielfältig.

Hier schlägt das Herz von Bioware und The Witcher - Video-Preview zu Greedfall
Das Fantasy-Rollenspiel Greedfall vereint die Tugenden der RPG-Klassiker von Bioware und CD Projekt.

Ebenfalls wie in den Spielen von Bioware steht euch in Greedfall eine Party zur Seite, für die ihr bis zu zwei Charaktere gleichzeitig aus einem stetig anwachsenden Pool illustrer Figuren mitnehmt. Die Entwickler versprechen eine hohe Dynamik für das soziale Gefüge innerhalb eurer Abenteurergruppe: So sollen Liebesbeziehungen ebenso möglich sein wie Verrat, wenn ihr es euch mit einem Gefährten verscherzt. Das erste Mitglied unserer Truppe ist unser Cousin Constantin, der sich als frisch gebackener Gouverneur eine glorreiche Zukunft in der Politik erträumt. Doch ist bereits zu erahnen, dass die Fußstapfen, die er auszufüllen gedenkt, ein paar Nummern zu groß ausfallen könnten.

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