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Test - Glorious GHS Wireless InfinitePlay : Test: Endlos-Power dank cleverem Akku-System

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Wer kennt es nicht: Mitten in einer heißen Online-Match-Phase piept das Headset und kündigt den leeren Akku an. Genau für dieses Problem liefert Glorious mit dem GHS Wireless InfinitePlay eine passende Antwort. Für stolze 229,99 Euro verspricht das kabellose Gaming-Headset dank zweier Wechsel-Akkus theoretisch unendliche Laufzeit. Das Headset zeigt sich zudem anschlussfreudig und funktioniert an PC, PlayStation, Switch sowie mobilen Geräten – lediglich Xbox-Spieler bleiben einmal mehr außen vor. Ob das Gesamtpaket den recht stattlichen Preis rechtfertigt, haben wir im Test genauer unter die Lupe genommen.

Das Highlight des InfinitePlay ist zweifellos die Akku-Lösung. Während ein Akku im Schiebefach des Headsets steckt, wird der zweite in der mitgelieferten Basisstation aufgetankt. Der Wechsel klappt sogar komplett ohne Unterbrechung des Betriebs, da im Headset ein kleiner interner Puffer-Akku verbaut ist, der die Stromversorgung für die Zeit des Tauschs übernimmt – eine Verfeinerung des bekanntens Prinzips, das man bereits aus der Arctis-Nova-Reihe von SteelSeries kennt. Bei einer Laufzeit von rund 85 Stunden pro Akku muss man sich um den Ladestand im Grunde nie wieder Gedanken machen.

Angeschlossen wird das Headset wahlweise über 2,4-GHz-Wireless per Dongle oder via Bluetooth 5.4. Schade allerdings für Multitasker: Eine parallele Nutzung von 2.4 GHz und Bluetooth ist leider nicht möglich. Die Bedienung direkt an den Ohrmuscheln ist dagegen übersichtlich gelöst. Links finden sich Regler für den Game-Chat-Mix sowie eine Mute-Taste, rechts sitzen Lautstärkeregler, Medienkontrolle und die Quellenauswahl. Ein kleiner Nervfaktor im Alltag: Das Headset setzt die eingestellte Lautstärke bei jedem Neustart stur auf 50 % zurück.

Einen größeren technischen Fauxpas gibt es bei der Basisstation. Diese bietet zwar ein praktisches Fach für den USB-Wireless-Dongle, eine reine Verbindung von Basisstation per USB an den PC reichte in unserem Test jedoch nicht aus. Damit der Dongle vom System erkannt wurde, benötigte er bei unserem Muster eine separate Buchse am Endgerät.

In Sachen Komfort punktet das rund 360 Gramm schwere Headset. Das Gewicht wird durch die Einstellmöglichkeiten gut verteilt, und der verwendete Textilbezug verhindert effektiv schwitzende Ohren bei längeren Sessions. Weniger begeistert zeigt sich das Materialgefühl. Die Konstruktion ist zwar durchaus robust, wirkt für die Preisklasse von knapp 230 Euro durch das dominante Plastik-Feeling allerdings nicht sonderlich wertig.

Akustisch arbeiten im Inneren 40-mm-Treiber mit dem üblichen Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz. Das Klangbild präsentiert sich ausgewogen und solide. Höhen, Mitten und Bässe kommen gut zur Geltung, ohne einander zu überlagern. Allerdings klingt der Sound insgesamt recht steril. Für die Richtungswahrnehmung und Detailtreue in Spielen ist das hervorragend, für den Musikgenuss oder den Filmabend wirkt das Klangbild jedoch etwas zu blass. Es handelt sich hier also um ein klares Gaming-Headset.

Sehr positiv überrascht das abnehmbare Noise-Cancelling-Mikrofon, das eine wirklich gute Übertragungsqualität für Voice-Chats liefert. Der Arm ist allerdings recht starr geraten und lässt sich kaum biegen. Als Notlösung für unterwegs ist zudem ein fest im Headset verbautes, aber deutlich schwächeres internes Mikrofon an Bord. Für die Feineinstellung steht die CORE-Software bereit, die bis zu fünf Profile, einen Equalizer sowie Presets für beliebte E-Sport-Titel bietet. Die Software lässt sich solide bedienen, zeigt hier und da aber noch ein paar kleinere Macken.

Greift zu, wenn...

… ihr ein bequemes Gaming-Headset mit praktisch unendlicher Akkulaufzeit sucht und Wert auf eine klare Ortung in Spielen sowie ein starkes Mikrofon legt.

Spart es euch, wenn...

… ihr primär an der Xbox zockt, ein Headset für Musik und Filme sucht oder edle Materialien für knapp 230 Euro erwartet.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Gutes Gaming-Headset mit starker Akku-Idee und kleinen Kinderkrankheiten

Das Glorious GHS Wireless InfinitePlay punktet im Test vor allem mit seinem durchdachten Wechsel-Akku-System, einer hervorragenden Mikrofonübertragung und hohem Tragekomfort für lange Zockersessions. Technisch liefert der ausgewogene, wenn auch etwas sterile Sound genau das, was Gamer für die präzise Ortung von Gegnern brauchen.

Gegen die starke Konkurrenz in der Preisklasse um 230 Euro kann sich das Headset allerdings nicht vollends durchsetzen. Das dominante Plastik-Feeling, die fehlende Simultan-Nutzung von Funk und Bluetooth sowie kleine Software- und Detailmacken (wie das Zurücksetzen der Lautstärke) trüben das Gesamtbild. Wer ein ordentliches Headset mit cleverer Stromversorgung sucht, macht hier nicht viel falsch. Eventuell lohnt es sich aber, auf ein ausgereifteres Refresh zu warten.

Überblick

Pro

  • Cleveres Wechsel-Akku-System für unterbrechungsfreien Betrieb
  • Starke Akkulaufzeit (85 Stunden pro Akku)
  • Hoher Tragekomfort mit atmungsaktivem Textilbezug
  • Abnehmbares Mikrofon mit sehr guter Sprachqualität
  • Ausgewogener, für Spiele sehr gut geeigneter Klang

Contra

  • Gehäuse wirkt trotz Robustheit recht plastiklastig und wenig premium
  • Klangbild für Musik und Filme etwas steril
  • Bluetooth und 2,4 GHz nicht parallel nutzbar
  • Unverständliches Dongle-Verhalten an der Basisstation
  • Lautstärke setzt sich beim Start immer auf 50 % zurück

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