Test - Conarium : Auf den Spuren von H. P. Lovecraft

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Bereits vor anderthalb Jahren brachte das Entwicklerstudio Zoetrope Interactive das gruselige Adventure Conarium für den PC auf den Markt. Nun soll euch das Spiel auch auf PS4 und Xbox One eine Gänsehaut bescheren.

Auch wenn die Tage derzeit wieder länger werden, eignet sich das Adventure Conarium am besten für die dunklen Abendstunden. Denn nur so kommt seine ebenso düstere wie bedrückende Atmosphäre voll zur Geltung. Das liegt vor allem daran, dass das Spiel an ein Werk des für seine Horrorgeschichten bekannten Schriftstellers H. P. Lovecraft angelehnt ist. Genauer gesagt diente „Berge des Wahnsinns“ als Inspiration für das Adventure, auch wenn es letztendlich eine weitgehend eigenständige Geschichte erzählt. Die Anleihen und Stilmittel Lovecrafts sind jedoch unverkennbar.

Alleine im Eis

Ihr schlüpft in die Rolle des Wissenschaftlers Frank Gilman, der mit seinem Team in einer Forschungsstation nahe der Antarktis nach Beweisen für eine alte (wohl außerirdische) Wesenheit sucht. Doch plötzlich findet sich Frank auf dem Erdboden wieder, eine seltsame Apparatur an seiner Hand. Ihm fehlen sämtliche Erinnerungen an die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, es fehlt zudem jede Spur vom Rest des Forschungsteams. Was hat sich in der Station zugetragen? Wo sind seine Kollegen? Warum ist der Strom ausgefallen? Weshalb plagen ihn immer wieder seltsame Visionen, gepaart mit heftigen Kopfschmerzen? Diese und noch viele weitere Fragen gehen Frank durch den Kopf und harren einer Antwort, die ihr im Verlauf des Spiels finden sollt.

Gerade in der Anfangsphase machen die Entwickler von Conarium ziemlich viel richtig. Von der ersten Minute an entsteht eine ebenso bedrückende wie mysteriöse Atmosphäre, die euch sicherlich das eine oder andere Mal unruhig auf dem Stuhl hin und her rutschen lässt. Dazu tragen nicht nur die eben skizzierten erzählerischen Fragen bei, sondern vor allem auch die geschickte Inszenierung des Spielgeschehens. Die Entwickler setzen recht gekonnt auf ein schaurig-schönes Zusammenspiel von Licht und Schatten, das für so manchen Gänsehautmoment sorgen dürfte.

Hinzu kommen die ständig auftretenden Visionen von Frank, mit deren Hilfe ihr seine Erinnerungen schrittweise wieder zusammensetzt und auf diese Weise immer mehr von den verschütteten Ereignissen rekonstruiert. In dieser Phase spielt sich Conarium tatsächlich wie eine Art interaktiver Lovecraft-Roman, was wir ausnahmslos positiv meinen.

Dem Horror geht die Puste aus

Dieses Niveau kann Conarium leider nicht über die gesamte Dauer des zirka vier- bis sechsstündigen Abenteuers halten. Das beginnt bereits damit, dass das anfängliche Mysterium im späteren Verlauf immer stärker bröckelt. Ständig bekommt ihr bedeutungsschwangere Begriffe um die Ohren gehauen, ohne jemals ihre Bedeutung zu erfahren. Ferner stören etliche für den Handlungsverlauf unwichtige Charaktere, übertrieben inszenierte Dialoge und eine bisweilen ungeschickt wirkende Sprachausgabe.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität der Rätsel mitunter stark schwankt. Zwar ist es im Adventure-Genre keinesfalls eine Seltenheit, dass man den gesamten Bildschirm nach Hinweisen oder bestimmten Objekten abklappern muss, doch Conarium verfügt über einige unrühmliche Extrembeispiele in dieser Disziplin. So suchten wir einen Raum fast eine geschlagene halbe Stunde lang Pixel für Pixel ab, nur weil wir ein absolut unscheinbares Objekt beim Durchschreiten der Tür übersehen hatten. Solche Situationen sollte es in einem guten Adventure eigentlich nicht geben.

Conarium - Launch Trailer
Ab dem 06. Juni 2017 wird die PC-Fassung von Conarium zu haben sein; die Konsolenversionen folgen später.

Zugegeben, es gibt auch deutlich bessere Rätsel. Doch es bleibt ein fader Beigeschmack, der sich durch die nicht immer einwandfrei funktionierende Steuerung verstärkt: Was am PC mit der Maus problemlos klappt, erweist sich mit dem Gamepad als stellenweise etwas schwammige und unpräzise Angelegenheit. Es ist zu wünschen, dass die Entwickler dieses Manko zu einem späteren Zeitpunkt in Form eines Updates ausmerzen.

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