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Preview - Lego Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters : Heiliger Klemmbaustein, Batman!

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Was haben die düsteren Erzählungen des dunklen Ritters über Verbrechen, Gewalt, Tod und Verrat mit der knallbunten Klötzchenwelt von Lego gemeinsam? Auf den ersten Blick: nichts. Und doch erscheint mit Lego Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters bereits das vierte Videospiel, das den Fledermaus-Helden in die Welt der Steine schickt. Düstere Atmosphäre trifft auf herrlichen Slapstick-Humor. Ich durfte eine frühe Version anspielen und feststellen, dass Gegensätze sich manchmal erstaunlich gut ergänzen.

Der Titel lehnt sich zwar namentlich an Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie mit Christian Bale im Cape an, erzählerisch schöpft das Spiel jedoch aus nahezu allen Batman-Medien. Hier wird nicht nur zitiert, sondern gemischt, und zwar großzügig!

Zum Auftakt begleitet ihr Bruce Wayne beim Training mit Ra’s al Ghul und der Liga der Schatten und begleitet ihn auf seinem Weg zum Beschützer von Gotham City. Später stehen jedoch auch Schurken wie der Pinguin oder Mr. Freeze auf dem Plan, die in Nolans Filmen gar nicht auftauchen. Heraus kommt ein liebevoll kuratiertes Best-of aus fast 90 Jahren Verbrecherjagd.

Ich bin Lego!

Wer bereits einen Lego-Ableger gespielt hat, egal ob aus der Batman-Reihe oder anderen Franchises wie Herr der Ringe, Star Wars, Harry Potter oder Marvel, findet sich sofort zurecht. Klassische Story-Missionen wechseln sich mit frei erkundbaren Abschnitten ab. Während ihr Gothams Unterwelt in ihre Schranken weist, zerlegt ihr die aus Steinen gebaute Umgebung und setzt sie neu zusammen, um Hindernisse zu überwinden oder hilfreiche Objekte zu erschaffen.



Für besiegte Gegner, zerstörte Kulissen und gelöste Rätsel hagelt es Lego-Studs, die als Währung dienen. Mit ihnen schaltet ihr unter anderem neue Bereiche in der Bathöhle frei. Diese fungiert nicht nur als schlichter Menü-Hub, sondern wächst mit eurem Fortschritt. Trainingsräume, Analyse-Stationen und Werkstätten erweitern sich Schritt für Schritt. Freigeschaltete Fahrzeuge und Kostüme werden sichtbar präsentiert und alternative Outfits für Batman und sein Team finden hier ihren Platz.

Wer seinen Kleiderschrank komplettieren möchte, muss allerdings nicht nur Zeit investieren, sondern auch etwas Geld. Zusätzliche Anzüge gibt es etwa über die Anmeldung zum offiziellen Newsletter oder per Codes, die in vier neuen Batman-Lego-Sets versteckt sind. Also echte Lego-Sets, die man zusammenbauen muss, um sie sich dann ins Wohnzimmer zu stellen.

Dynamisches Couch-Duo 

Wie schon die Vorgänger bietet auch das neue Batman-Spiel einen lokalen Multiplayer-Modus. In bester Koop-Manier kontrolliert ein Spieler immer Batman (ist ja auch sein Spiel), während der andere einen seiner mehr oder minder treuen Begleiter steuert. Zur Wahl stehen Commissioner Jim Gordon, Robin, Nightwing, Batgirl, Catwoman und Talia al Ghul. Im Singleplayer-Modus wechselt man per einfachem Knopfdruck zwischen den Charakteren.



Jeder Charakter verfügt über eigene Fähigkeiten und Gadgets, um Batman zu unterstützen. Gordon hantiert etwa mit einer Schaumkanone, um Zahnräder lahmzulegen. Catwoman setzt Peitsche und Krallen ein, schneidet Glas und schickt Katzen durch enge Lüftungsschächte. Robin fixiert Gegner mit seinem Seilwerfer oder spannt Drahtseile, um neue Wege zu öffnen.

Diese Talente kommen auch in den Gefechten gegen Superschurken und deren Handlanger zum Einsatz. Das Free-Flow-Kampfsystem weckt sofort Erinnerungen an die Arkham-Reihe. Ihr sammelt Kombo-Punkte, kontert im richtigen Moment und schleudert zwischendurch Batarangs oder andere Hilfsmittel in Richtung Gegner, natürlich vorzugsweise an den Kopf.

Zwischen Crime Alley und Iceberg Lounge

Zu vermöbeln gibt es so einiges in der großen, offenen Welt von Gotham City. Hier warten ikonische Orte wie Ace Chemicals (“Geburtsort” des Jokers), Gotham Botanical Gardens (Heimat von Poison Ivy), der Wayne Tower (Arbeitsplatz von Millionär-Playboy Bruce Wayne, der definitiv nicht Batman ist) und natürlich das Arkham Asylum – die am schlechtesten gesicherte Hochsicherheits-Nervenheilanstalt der Welt – auf euch. 

Doch auch jenseits der bekannten Wahrzeichen pulsiert das Leben. Mit dem Batmobil rast ihr durch Häuserschluchten, sammelt Fahndungsplakate und Waynetech-Chips zum Aufrüsten eurer Ausrüstung oder löst zahlreiche Umgebungsrätsel. Batmans Arsenal erinnert dabei erneut stark an die Arkham-Spiele. Der Greifhaken macht jeden Vorsprung erreichbar. Wer Tempo aufnimmt, schießt sich über Kanten hinweg in den Nachthimmel und gleitet mit ausgebreitetem Cape lautlos über die Dächer der Metropole.



Gotham ist diesmal keine bloße Kulisse zwischen Storymissionen, sondern ein lebendiger Spielplatz. Verschiedene Bezirke unterscheiden sich deutlich in Stimmung und Architektur, Nebenmissionen tauchen organisch im Stadtbild auf und spontane Verbrechen sorgen dafür, dass man nie lange Beobachter bleibt. Verfolgungsjagden mit dem Batmobil durch enge Gassen erzeugen fast schon cineastisches Flair, während versteckte Innenbereiche und kleinere Rätselabschnitte die Erkundung lohnenswert machen. Da bekommt man richtig Lust, wieder ins Cape der Fledermaus zu schlüpfen. 

Die Wartezeit endet schon am 22. Mai, denn da erscheint Lego Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters für PC, Xbox Series X und S und PS5. Mit der Deluxe Edition geht es sogar noch drei Tage früher nach Gotham, also am 19. Mai. Switch-2-Spieler müssen auf ihre Gelegenheit noch etwas warten. Ein Release-Datum für die Nintendo-Konsole ist noch nicht bekannt.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Ein würdiges Vermächtnis des dunklen Plastik-Ritters

Lego Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters schafft den Spagat zwischen düsterer Vorlage und familienfreundlicher Klötzchen-Action erstaunlich souverän. Das Spiel bedient sich großzügig am Mythos des dunklen Ritters, mixt Epochen, Medien und Schurken durcheinander und formt daraus ein rundes Gesamtpaket, das sowohl Batman-Veteranen als auch Lego-Fans abholt.

>>Ein Spiel ist nie genug! - Die 10 besten Spiele in anderen Spielen<<

Spielerisch bleibt vieles vertraut, doch genau das ist Teil der Stärke. Das bewährte Missionsdesign, das spaßige Free-Flow-Kampfsystem und die stetige Jagd nach Studs sorgen für einen motivierenden Loop, während die ausgebaute Bathöhle und die lebendige Open World Gotham mehr Gewicht verleihen als in manchem Vorgänger. Besonders im Koop-Modus entfaltet das Abenteuer einen großen Reiz, wenn Teamwork nicht nur optional, sondern spielerisch sinnvoll ist. Wenn die Vollversion hält, was die Vorschau verspricht, erwartet uns hier eines der bislang ambitioniertesten und besten Lego-Spiele.

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