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Test - Corsair Virtuoso Max (Xbox) : Test: ANC und Dolby Atmos als Heilsbringer?

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Die Virtuoso-Serie umfasst quasi die Premium-Headsets von Corsair und mit dem Virtuoso Max will der Hersteller nun auch in der obersten Liga mitspielen. Die Voraussetzungen sind angesichts der Feature-Liste gar nicht so schlecht, aber 329,99 Euro sind eine Preisklasse, in der man sich eigentlich keine Fehler erlauben kann, zumal die Konkurrenz mit Headsets wie dem SteelSeries Arctis Nova Pro oder dem Audeze Maxwell brutal stark aufgestellt ist. Leider patzt Corsair bei einigen Details.

Mit der Virtuoso-Serie hat Corsair eine recht gute Premium-Headset-Serie auf die Beine gestellt, die in der Vergangenheit mit guter Verarbeitung und solidem Sound punkten konnte. Mit dem Virtuoso Max (bzw. in unserem Fall Virtuoso Max Xbox) für 329,99 Euro bläst der Hersteller nun zum Angriff auf die Headset-Elite und auf dem Papier klingt das zunächst vielversprechend, so auch beim ersten Auspacken, vor allem wegen der Active Noise Cancellation (ANC), die bei Gaming-Headsets noch lange nicht Standard ist.

Beim ersten Auspacken beeindruckt ein schickes Case, in dem das Headset samt Zubehör verstaut ist. Das Headset selbst zeigt sich mit 417 Gramm recht schwer, Dongle, USB-Kabel und abnehmbares Mikrofon liegen natürlich bei. Die Verarbeitung des Virtuoso Max macht mit viel Aluminium, relativ wenig Kunststoff, textilen Polsterbezügen und drehbaren Ohrmuscheln sofort einen hochwertigen und soliden Eindruck.

Doch der Teufel steckt im Detail, denn schon beim Tragekomfort muss der Virtuoso Max erste Prügel einstecken. Das hohe Gewicht wäre konstruktionsbedingt nicht so schlimm, wenn die Ohrpolster nicht so dünn wären. Nur wenige Millimeter stehen zur Verfügung, um Druck und Gewicht abzufangen, und das reicht bei langen Sessions einfach nicht aus. Kein Vergleich zum vergleichsweise leichten und komfortablen Arctis Nova Pro oder dem schweren, aber hervorragend gepolsterten Audeze Maxwell.

Auch die Bedienung gibt zumindest Anlass zu leichter Kritik. Corsair hat sich zwar bemüht, die Bedienelemente übersichtlich zu halten, aber für einige Funktionen muss man mehrfach drücken oder halten, was nicht gerade intuitiv ist und eine gewisse Eingewöhnung erfordert. An der linken Muschel finden wir den Mikrofonanschluss sowie die Mute-Taste direkt am Mikrofon und einen Modus-Schalter zum Umschalten zwischen Wireless und BlueTooth - dass für den Xbox-Modus der Variante für die Microsoft-Konsole eine andere Taste herhalten muss, ist nicht ganz logisch. Der LED-Ring in den Seitenteilen informiert über den aktuellen Modus.

Auf der rechten Muschel befinden sich der USB-C-Ladeanschluss, eine Aktionstaste für die Mediensteuerung sowie die Custom-Taste, über die auch die Noise Cancellation und der Transparenzmodus gesteuert werden. Wie genau, erfährt man nur in der Bedienungsanleitung, die nur online verfügbar ist. Ansonsten dient die kostenlose iCUE-Software am PC zur weiteren Konfiguration des Headsets. Dort lassen sich auch Funktionen umbelegen, die Ringbeleuchtung an den Seitenblenden verändern und EQ-Presets erstellen, die allerdings nur am PC nutzbar sind. Über ein paar Abfragen kann man auch ein individuelles Soundprofil über Sonarworks SoundID an die eigenen Vorlieben anpassen, was im Großen und Ganzen gut funktioniert.

Die Lautstärkeregelung ist dagegen recht elegant gelöst. Jeweils ein Ring an der rechten und linken Ohrmuschel steuert die Ausgabe. Der linke ist für die allgemeine Lautstärke zuständig, der rechte Ring steuert die BlueTooth-Lautstärke oder alternativ im Xbox-Modus die Game-Chat-Balance. Ein Alleinstellungsmerkmal ist natürlich die erfreulich gute Active Noise Cancellation, die Umgebungsgeräusche sehr gut unterdrückt. Wer seine Umgebung hören will, schaltet in den Transparency-Modus, in dem die Umgebungsgeräusche dank integrierter Mikrofone ins Ohr geschossen werden.

Für die Konnektivität stehen natürlich USB-Kabelbetrieb, SlipStream Wireless per USB-Dongle und BlueTooth zur Verfügung, wobei Wireless und BlueTooth per Umschalter parallel genutzt werden können. Damit ist das Headset kompatibel zu PC, Playstation, Nintendo Switch und mobilen Geräten. Die Xbox-Variante des Virtuoso Max kann zudem an den Microsoft-Konsolen verwendet werden, wofür ein spezieller Xbox-Modus zur Verfügung steht. Das funktioniert recht gut, wenn man weiß, wie man den Xbox-Modus aktiviert (Spoiler: Custom-Button 2x drücken).

In den Ohrmuscheln arbeiten 50-mm-Grafiktreiber mit einem Frequenzbereich von 20-40.000 Hz an 32 Ohm, also ein deutlich größerer Frequenzbereich in den Höhen als bei Standard-Gaming-Headsets. Mit SoundID und vier Presets sowie dem Equalizer in der iCUE-Software lässt sich einiges anstellen und das ist auch gut so, denn der Standard-Sound fällt im Vergleich zur Konkurrenz doch deutlich ab.

Ich will hier gar nicht zu sehr meckern, der Klang ist an sich gut. Aber es gibt eben noch Luft nach oben. Der Klang ist nicht unbedingt ausgewogen. Die Höhen sind super, aber den Mitten fehlt es teilweise etwas an Durchsetzungsvermögen und die Bässe könnten etwas weniger dominant sein. Das wäre nicht so schlimm, wenn das Klangbild nicht ein wenig zu weich und warm wäre. Dadurch wirkt alles etwas unausgewogen und ein wenig schwammig. Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir hier von einem hohen Niveau sprechen. Virtuoso Max ist immer noch eine Klasse für sich und übertrifft die meisten aktuellen Gaming-Headsets, auch wenn es nicht ganz an die Konkurrenz im gleichen Preissegment herankommt.

Die Optimierung für Dolby Atmos ist hingegen gelungen. Wenn man das Headset aktiviert, hat man eine sehr breite Klangbühne und eine hervorragende Richtungswahrnehmung. Aber auch hier gilt: Andere Headsets mit dem hardwareunabhängigen Dolby Atmos leisten ebenfalls hervorragende Arbeit. Mit einem etwas ausgewogeneren Klangbild, das trockener und mehr auf den Punkt geht, wäre das Virtuoso Max deutlich stärker einzuordnen. Der Griff zum Equalizer hilft zwar, aber eben nur am PC und nicht an den Konsolen.

Greift zu, wenn...

… ihr ein kabelloses Premium-Headset mit wuchtigen Bässen haben wollt und euch Tragekomfort nicht so ganz wichtig ist.

Spart es euch, wenn...

… ihr euer Headset stundenlang im Einsatz habt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Gutes Premium-Headset, das aber bei einigen Details enttäuscht

Nicht falsch verstehen, das Corsair Virtuoso Max ist wahrlich kein schlechtes Headset. Die Verarbeitung ist erstklassig, die Funktionen vielfältig, die aktive Geräuschunterdrückung funktioniert hervorragend und auch das Mikrofon ist gut. Der Sound ist allerdings eher Geschmackssache. Mir persönlich fehlt es etwas an Präsenz in den Mitten und die Bässe sind ein wenig zu dominant und das gesamte Klangbild zu weich. Einiges lässt sich aber zum Glück am PC per Equalizer nachbessern, für den Konsoleneinsatz hilft das allerdings nicht. Die Akkulaufzeit und das Mikrofon sind hingegen überzeugend.

Als Vielspieler ist für mich aber der Tragekomfort das eigentliche Problem. Das Headset ist verflicht schwer und auf die Dauer alles andere als bequem, vor allem weil die Ohrpolster so dünn sind. Die Bedienung könnte man noch etwas intuitiver gestalten. Trotz aller Qualitäten reicht das nicht ganz, um gegen starke Konkurrenten wie Audeze Maxwell, Arctis Nova Pro oder Kabelkonkurrenz wie MMX 300 (Pro) anzustinken. Für den Preis muss man mehr erwarten.

Überblick

Pro

  • exzellente Verarbeitung
  • guter Feature-Umfang
  • sehr gute Noise Cancellation
  • gutes Mikrofon
  • gut auf Dolby Atmos optimiert
  • gute Einstellmöglichkeiten
  • Wireless und BlueTooth parallel
  • gute Individualisierung mit SoundID

Contra

  • sehr schwer, zu dünne Polster = unzureichender Tragekomfort
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • Sound könnte knackiger und ausgewogener sein

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