Wie ein Autounfall – man kann kaum wegsehenEntschuldigt bitte meinen harschen Tonfall, aber liebe Entwickler von OtherSide Entertainment: Underworld Ascendant ist auf so vielen Ebenen eine derbe Frechheit, dass mich die Wut packt. Ja, ich weiß, ihr seid ein kleines Team mit einem vergleichsweise mickrigen Kickstarter-Budget. Aber andere Indie-Perlen zeigen, dass man auch mit “nur“ ein paar Millionen Dollar ein richtig gutes Spiel stemmen kann.
Dabei will ich nicht einmal die vielen Bugs anführen, denn schließlich habe ich mich in meiner Teenie-Zeit durch ähnlich problematische Werke wie Ultima 9 durchgeboxt und diese für ihre technischen Errungenschaften gefeiert. Was mich viel mehr auf die Palme bringt, ist die vielleicht brutalste, weil unnötigste Spielzeitstreckung, der ich je begegnet bin.
Butter bei die Fische: Hat hier wirklich irgendwer ernsthaft geglaubt, die Spieler würden diese Art des Recyclings für gut befinden, bei dem ich immer die selben Quests absolvieren soll, sämtliche Rätsel auf null gestellt werden und ich nicht einmal richtig speichern darf? Wollen mir die Entwickler das tatsächlich als ein Feature verkaufen? Die Idee ist doch nur entstanden, um die Spielzeit nach oben zu schrauben und Kritiken der Marke “Man ist nach zehn Stunden durch“ zu verhindern.
Mir wären zehn oder auch nur fünf Stunden ungestrecktes Underworld Ascendant, bei dem ich jedes Gebiet einmal zum Ergattern der Schlüssel hätte durchkämen müssen, tausendmal lieber gewesen als diese Tortur. Dann hätte ich vielleicht sogar das miese Kampfgefühl sowie die nicht existente Story verzeihen und die eigentlich gut gestalteten 3-D-Gebiete genießen können.
In der derzeitigen Version (die übrigens seit dem Patch vom 30.11. verschämt als 0.3.20355 bezeichnet wird und somit an Early-Access-Produkte erinnert) kann ich das Spiel niemandem empfehlen, erst recht nicht den alten Fans von Ultima Underworld.
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