Test - Turtle Beach Stealth Pro II : Test: Angriff auf den Headset-Thron
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Wer High-End-Gaming-Headsets mit einer eierlegenden Wollmilchsau-Basisstation sucht, landete zuletzt unweigerlich bei Steelseries. Das will Turtle Beach nicht länger tatenlos mitansehen und schickt für 349,99 Euro das Stealth Pro II in den Ring. Wahlweise als PC- oder Xbox-Variante und in Schwarz oder Weiß erhältlich, klotzt das Premium-Modell mit dicker Ausstattung, Wechselakkus und einer „CrossPlay-Station“. Aber kann das edle Teil der harten Konkurrenz wirklich das Wasser abgraben?
Frisch ausgepackt, hinterlässt das Stealth Pro II zunächst einen guten Eindruck. Das Design ist optisch absolut ansprechend, das eloxierte Aluminium wirkt edel und die Ohrpolster sind mit einem angenehm atmungsaktiven Mesh-Textil bezogen. Ein echtes Highlight im Lieferumfang: Ein stabiles Hartschalen-Case für den Transport. Das spendiert die Konkurrenz in dieser Preisklasse auch nicht immer. Mit 382 Gramm ist das Gewicht moderat, die Verstellung des Kopfbügels allerdings etwas schwergängig.
Beim ersten Aufsetzen folgt dann leider die Ernüchterung in Sachen Ergonomie: Das Stoffband unter dem Kopfbügel ist eine ziemliche Fehlkonstruktion. Es ist schlicht viel zu nachgiebig, fängt fast kein Gewicht ab und führt dazu, dass der harte Bügel nach kurzer Zeit direkt auf den Schädel drückt. Hier hätte Turtle Beach das Band dringend etwas straffer spannen müssen, denn so wird der an sich ordentliche Tragekomfort spürbar beeinträchtigt. Immerhin: Die Bedienelemente am Gehäuse sind sinnvoll platziert und gut erreichbar.
Bei der Konnektivität geht Turtle Beach einen anderen Weg als Steelseries. Die sogenannte „CrossPlay-Station“ (im Grunde ein hipper Name für eine kleine Basisstation) funkt via 2,4 GHz Wireless, zeitgleich steht Bluetooth zur Verfügung. Ein Mix aus Funk- und Bluetooth-Audio klappt wunderbar, ihr könnt also beim Zocken parallel telefonieren. Die Station besitzt zudem einen Umschalter für den Normal- und Xbox-Betrieb und bedient damit alle Plattformen. Bis zu vier Geräte könnt ihr kabellos verknüpfen. Der Haken an der Sache: Im Lieferumfang befinden sich nur die Station und ein einzelner Dongle, womit ihr ab Werk zwei Geräte versorgt. Wer mehr Konsolen parallel kabellos einbinden will, muss weitere Dongles separat nachbestellen. Ein Mix aus mehreren 2,4-GHz-Quellen gleichzeitig ist zudem nicht möglich, es läuft immer nur eine.
Akustisch verbaut Turtle Beach wuchtige 60 mm Doppeltreiber, bei denen Tief- und Hochtöner sauber getrennt agieren. Das Headset ist Hi-Res zertifiziert, löst mit 24-bit / 96 kHz auf und ist auf Dolby Atmos optimiert. Im praktischen Betrieb macht der Sound vor allem bei Shootern und Actiontiteln eine gute Figur: Die Richtungswahrnehmung ist klasse und der Detailgrad hoch. Weniger prall sieht es bei dialoglastigen Spielen oder Musik aus. Das Klangbild ist eher auf Bässe und Höhen getrimmt, während die Mitten spürbar abfallen. Zudem neigen die hohen Frequenzen zuweilen dazu, unangenehm scharf ins Ohr zu schneiden. Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) verrichtet einen soliden Job, ist aber kein neuer Meilenstein.
Ein dickes Lob verdient das abnehmbare Mikrofon. Es kommt mit integrierten Stoßdämpfern (wozu auch immer die gut sein sollen), bietet eine KI-basierte Noise Cancellation sowie die praktische Flip-to-Mute-Funktion. Das Ergebnis ist eine saubere und glasklare Sprachübertragung im Chat. Das Akku-Konzept kennen wir schon. Turtle Beach packt zwei austauschbare Akkus mit jeweils bis zu 40 Stunden Laufzeit in die Box. Während einer im Headset funkt, lädt der andere in der Station. Saftprobleme gehören damit der Vergangenheit an, zumal auch eine Schnellladefunktion an Bord ist.
Einen Dämpfer gibt es dafür wieder bei der Software. Die Swarm-App (für PC, iOS und Android) steuert den Equalizer, das ANC und Features wie das „Superhuman Hearing“. Auf dem PC entpuppte sich die Software im Test allerdings als ziemlich instabil und stürzte sporadisch ab. Das nervt, besonders wenn man gerade die freie Tastenbelegung am Headset anpassen möchte.
Greift zu, wenn...… ihr vor allem Actionspiele und Shooter zockt, ein separates Transportcase schätzt und eure Konsolen so weit auseinanderstehen, dass euch einzelne Funk-Dongles entgegenkommen.
Spart es euch, wenn...… ihr empfindlich auf Druck am Oberkopf reagiert oder eine stabile PC-Software für die Feinjustierung eures Sounds voraussetzt.


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