Test - Turtle Beach / PDP : Test: Rematch Core und Afterglow Wave
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Wer bei Turtle Beach sofort an Headsets denkt, liegt nicht falsch. Dass nun auch Controller unter diesem Banner segeln, hat mit der Übernahme von PDP im Jahr 2024 zu tun – jenem Zubehörhersteller, der seit jeher für preisbewusste Eingabegeräte sorgt. Der neue Rematch Core und der Afterglow Wave sind also im Grunde PDP-Controller mit neuem Logo. Und die wollem vor allem eins sein: günstige Alternativen. Mission erfüllt – aber eben auch nur das.
Turble Beach Rematch Core (29,99 Euro)
Rein optisch lässt sich der Rematch Core nichts zuschulden kommen. Immerhin fünf verschiedene Farbkombinationen – jeweils mit farbigem Korpus und schicker Camo-Frontblende – bringen ein wenig Individualität ins Pad-Regal. Das Design lehnt sich ansonsten deutlich an den Xbox-Controller an. Ergonomie, Tastenlayout, sogar das Gewicht von 280 Gramm – alles kommt einem irgendwie bekannt vor. So weit, so funktional.
Doch beim Anfassen kommt schnell Ernüchterung auf. Die Haptik wirkt… sagen wir: zweckmäßig. Das Plastikgehäuse klappert zwar nicht, fühlt sich aber nicht sonderlich hochwertig an. Die Buttons tun, was sie sollen, wirken dabei aber leicht schwammig. Die Sticks? Bewegen sich solide, lassen aber beim Thema Präzision Federn. Gerade in schnellen Shootern oder bei sensibler Steuerung merkt man: Da geht mehr. Trigger? Funktionieren, aber Impulsfeedback oder irgendeine Form von Widerstand? Fehlanzeige. Kalibrieren kann man sie zwar via Software, aber Wunder darf man nicht erwarten.
Apropos Software: Der PDP Control Hub ist ein echtes Plus. Hier lassen sich Tasten neu belegen, Triggerzonen anpassen, Stickverhalten justieren und selbst die Audiofunktionen kontrollieren. Auch Diagnose- und Kalibrierungsfunktionen sind mit an Bord – lobenswert für einen Controller dieser Preisklasse. Leider nützt all das wenig, wenn die Hardware selbst ihre Grenzen hat. Die Software ist ein netter Pluspunkt, dem man in dieser Preisklasse eher selten begegnet.
Ein kleines Alleinstellungsmerkmal ist die Audio-Steuerung direkt über das Steuerkreuz – eine nette Dreingabe, gerade bei kabelgebundenem Betrieb mit Headset. Die Rumble-Motoren sind erfreulich kräftig und liefern ein ordentliches Feedback. Weniger erfreulich: das Steuerkreuz selbst. Präzise Eingaben fühlen sich eher nach Glücksspiel an – für 2D-Games oder präzise Fighting-Games also keine Empfehlung.
Der Controller kommt mit einem abnehmbaren 2,5-Meter-USB-Kabel und ist sowohl offiziell mit Xbox-Konsolen als auch mit Windows-PCs kompatibel. Drahtlos? Fehlanzeige. Aber das ist bei einem Preispunkt von 29,99 Euro wohl auch zu viel verlangt.
Turtle Beach Afterglow Wave (44,99 Euro)
Nachdem der Turtle Beach Rematch Core nur bedingt überzeugen kann, legt Turtle Beach nun und zwar deutlich stilvoller. Der Afterglow Wave will nicht nur funktionieren, sondern auch auffallen. Für 44,99 Euro gibt’s RGB, Extras und bessere Verarbeitung.
Der Afterglow Wave macht seinem Namen alle Ehre: Acht RGB-Zonen zieren das Gamepad – beleuchtete Stick-Basen plus jeweils drei Lichtstreifen an den Seiten lassen ihn wie einen kleinen Rave in Controllerform wirken. Ist das sinnvoll? Nein. Macht’s Spaß? Absolut. Und hey: Wenn schon Kabelbetrieb, dann wenigstens mit optischem Overkill. Die Auswahl an fünf Farbkombinationen rundet das stylische Gesamtpaket ab. Klar, Geschmackssache – aber rein optisch macht das Teil einiges her.
Im Gegensatz zum günstigeren Rematch Core ist der Afterglow Wave aber nicht nur Schein. Haptik und Verarbeitung spielen in einer deutlich höheren Liga. Die Oberfläche fühlt sich hochwertiger an, das Gehäuse liegt gut in der Hand, und das Gewicht passt zur soliden Gesamtanmutung.
Das Steuerkreuz ist weiterhin nicht die Krönung der Präzisionskunst, aber deutlich besser als beim Core-Modell. Die Sticks machen ihren Job ordentlich, wenn auch überraschenderweise ohne Hall-Effekt-Technik – und das, obwohl die Trigger genau damit beworben werden. Ein durchaus verwirrender Spagat: Wer auf Langlebigkeit setzt, hätte sich Hall-Effekt-Sticks weitaus mehr gewünscht als die aufwändig leuchtende Disco-Beleuchtung.
Immerhin: Die Trigger bieten einen zweistufigen Anschlag, der sich individuell einstellen lässt – etwa für präzisere Kontrolle beim Gasgeben oder Feuern. Klick-Trigger wie bei Premium-Pads gibt’s hier zwar nicht, aber die Funktion ist ein willkommenes Extra. Ebenfalls nützlich: zwei rückseitige Zusatzbuttons mit gutem Druckpunkt und sinnvoller Platzierung. Kein unkontrolliertes Herumwursteln, sondern durchdachtes Design für flüssigere Eingaben – gerade bei schnellen Games ein echter Pluspunkt.
Wie schon der Rematch Core profitiert auch der Afterglow Wave vom PDP Control Hub. Tastenbelegung, Triggerzonen, Stickverhalten – alles lässt sich anpassen. Auch die Audio-Steuerung läuft wieder über das Steuerkreuz – intuitiv und angenehm, auch wenn man sich etwas mehr taktiles Feedback gewünscht hätte.


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