Gelungene Horror-Geschichte, die über die spielerischen Mängel nur bedingt hinwegsehen lässtThe Sinking City beginnt sehr vielversprechend: Das düstere Städtchen Oakmont zu erkunden, mit den gut geschriebenen Charakteren zu reden und massenweise Hinweise zu sammeln – das macht anfangs richtig Laune. Doch je weiter ich komme, desto mehr nervt mich das Spiel.
Mir fallen logische Inkonsistenzen in der Spielwelt auf, mich ärgern Rätsel, die plötzlich und ohne jedweden Hinweis unausgesprochene Regeln ändern. Die Kämpfe stören meinen Spielfluss, weil sie viel zu steif umgesetzt sind. Und so schön es auch ist, Entscheidungen treffen zu dürfen: Sämtliche Enden, die das Spiel zu bieten hat, fallen unbefriedigend aus.
Mein allergrößtes Problem aber ist die Atmosphäre, die mich von Anfang an erschreckend kaltlässt. Die Schockeffekte und Visionen erinnern in ihrer Machart an den GameCube-Klassiker Eternal Darkness, der das bereits vor 17 Jahren bedeutend gruseliger hinbekam. Es reicht eben nicht, die immer gleichen Kreaturen auf den Spieler loszulassen oder den erhängten Hauptcharakter zum x-ten Male lieblos ins Bild einzublenden. Besonders, wenn der das Charisma eines Steins besitzt.
Hätte ich The Sinking City nur ein paar Stunden lang ausprobiert, dann würde meine Meinung wohlwollender ausfallen. Doch je länger ich spielte, desto stärker sehnte ich mich dem Finaleentgegen. Und spätestens dann entpuppte sich sogar der größte Vorteil des Spiels, nämlich der stattliche Umfang, als Pferdefuß.
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