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News - Disco Elysium : ZA/UM kündigt Entlassungen nach geflopptem Spionage-RPG an

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Das estnische Entwicklerstudio ZA/UM, das im Jahr 2019 mit dem meisterhaften Detektiv-Rollenspiel Disco Elysium weltweite Berühmtheit erlangte, kommt einfach nicht zur Ruhe. Wie das Unternehmen am 17. Juli 2026 offiziell über seine Social-Media-Kanäle bekannt gab, steht eine massive Entlassungswelle bevor. Nur knapp zwei Monate nach der Veröffentlichung ihres neuesten Werks Zero Parades: For Dead Spies sieht sich die Chefetage gezwungen, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen. Betroffen sind bis zu 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus sämtlichen Abteilungen des Studios.

Die Situation birgt eine tiefgreifende inhaltliche wie wirtschaftliche Tragik. In Zero Parades: For Dead Spies geht es thematisch um Menschen, die durch äußere Umstände in absolut ausweglose und unmögliche Situationen gedrängt werden. Dass genau dieses Spiel nun die Existenzgrundlage vieler seiner Schöpfer zerstört, kommentieren Branchenbeobachter als bittere Ironie.

Dabei mangelte es dem Spionage-Thriller keineswegs an Qualität. Zum Launch im Mai 2026 wurde der Titel von der Fachpresse mit Lob überschüttet und hält beispielsweise einen Metascore von beachtlichen 83 Punkten sowie sehr positive Nutzerwertungen auf Steam. Dennoch blieben die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Laut Statistiken von SteamDB erreichte das Spiel in der Spitze gerade einmal etwas mehr als 3.000 gleichzeitig aktive Spieler.

In der offiziellen Stellungnahme von ZA/UM heißt es dazu nüchtern, dass die kommerzielle Leistung des Spiels es dem Studio schlichtweg nicht erlaube, ein Team der aktuellen Größenordnung weiterzufordern. Man arbeite nun eng mit der internen Gewerkschaft zusammen, um den Abbau der Arbeitsplätze so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig rief das Management andere Entwicklerstudios in der Industrie dazu auf, den talentierten Ex-Mitarbeitern neue Jobangebote zu unterbreiten.

Die verbleibende Struktur des Studios werde sich zwar verändern, der kreative Anspruch soll jedoch bestehen bleiben. In Fan-Kreisen und Foren wie Reddit überrascht der finanzielle Misserfolg hingegen kaum. Viele führen das Desaster auf das verbrannte Image des Studios zurück. Im Jahr 2022 kam es bei ZA/UM zu einem hässlichen und öffentlich ausgetragenen Rosenkrieg, bei dem die ursprünglichen Disco-Elysium-Schöpfer Robert Kurvitz, Aleksander Rostov und Helen Hindpere das Studio unfreiwillig verlassen mussten.

Die verbliebene Führungsebene wurde daraufhin beschuldigt, das geistige Eigentum der Gründer gestohlen zu haben. Dies führte dazu, dass große Teile der treuen Fangemeinde die Produkte des Studios fortan boykottierten. Viele der damaligen Entwickler haben sich inzwischen in Splitterstudios wie Dark Math Games oder Longdue Games formiert, um spirituelle Nachfolger auf eigene Faust zu entwickeln. Für das verbliebene ZA/UM-Studio dürfte der Weg in die Zukunft nach diesem herben Rückschlag extrem steinig werden.

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