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Glücksspiel in Videospielen: Sollten Lootboxen und Co. verboten werden?

Ob am Spielautomaten im Online Casino, am Roulettetisch in der Spielbank, bei einem Pokerturnier oder Wetten auf das nächste Spiel der Lieblingsmannschaft, viele wollen sich den Thrill nicht nehmen lassen. Nun ziehen Glücksspiele auch verstärkt in Videospielen ein. In GTA V gibt es beispielsweise ein Casino, in dem sich Spieler an Slot-Machines, bei Pferdewetten, Three Card Poker oder am Roulettetisch probieren können.

In vielen Spielen gibt es auch sogenannte Loot-Boxen, die wie bei Rubbellose Preise zum Vorschein bringen können. Dabei wird zwar nicht um Geld gespielt, dennoch rufen solche Spielangebote den einen oder anderen Kritiker auf den Plan. Das Problem: Die Spiele werden auch von vielen Heranwachsenden gespielt. Es wird gesagt, dass sich die Spieler an solche In-Game-Glücksspiele gewöhnen könnten und so die Hemmschwelle an echten Glücksspielen teilzunehmen, wie in Casinos von CrushingCasinos, und tatsächlich um echtes Geld zu spielen, sinkt.

Die Angst dahinter ist, dass sie dann in eine Abhängigkeit geraten oder sogar schon als noch nicht Volljährige an Glücksspielen teilnehmen. Sind solche Ängste eigentlich begründet oder ist hier Hysterie im Spiel?

Wie sieht die Realität aus?

Untersuchungen zeigen, dass 75 % der Deutschen über 18 schon mindestens einmal im Leben um Geld gespielt hat. Bei Männern liegt die Quote bei etwa 80 % und bei Frauen bei 70 %. Glücksspiele sind also allgegenwärtig. Etwa 38 % der Deutschen gibt jeden Monat Geld für Glücksspiele aus.

Zu den Glücksspielen zählt übrigens auch der wöchentliche Lottoschein. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellte vor kurzem in einer Studie fest, dass nur etwa 1 % der Spieler, die an Glücksspielen teilnehmen ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten aufzeigt. Genauer gesagt: Es gibt etwa 0,39 %, das sind 229.000 Personen die deren Spielverhalten als problematisch eingestuft wird und 0,34 % oder 200.000 Personen die süchtig sind. Die Quote ist jedoch rückläufig.

Die Computerspiele mit Loot-Boxen oder auch mit Casinospielen wie bei GTA V werden von Millionen Jugendlichen gespielt. Selbst wenn man annehmen würde, dass sich der eine oder andere Jugendliche zum Spielen um echtes Geld animieren lassen würde, erkennt man schnell, dass es sich um eine Scheindebatte handelt. Er würde es 99 % der Deutschen gleichtun. Hinzu kommt, dass kein Jugendlicher unter 18 einen Lottoschein abgeben darf und auch nicht in den beleibten Online Casinos zugelassen wird.

Jeder, der sich in einem Online Casino anmeldet, muss sich spätestens vor der ersten Auszahlung anhand eines Personaldokuments und eines Adressnachweises mit Alter, Identität und Wohnsitz identifizieren. Ob ein Erwachsener, der an Glücksspielen teilnimmt, tatsächlich auch spielsüchtig wird, mag auch mit der Gewöhnung zusammenhängen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass es sich um insgesamt labile Personen handelt, die oft auch noch andere Süchte aufweisen wie Alkohol- oder Nikotinsucht.

Schlussendlich auf einen generellen Zusammenhang zu schließen, dass Loot-Boxen oder in Computerspiele eingebettete simulierte Glücksspiele, bei denen nicht um echtes Geld gespielt wird, automatisch zu einer Spielsucht führen, scheint etwas weit hergeholt.

Was sagt der Gesetzgeber?

Glücksspiele sind in Deutschland für alle Volljährigen erlaubt. Es muss sich jedoch um lizenziertes Glücksspiel handeln, wie in der Lottoannahmestelle, im Wettbüro oder in einer Spielbank. Online Glücksspiel wurde dagegen erst sehr spät legalisiert. Online Sportwetten sind erst ab 2012 zugelassen. Online Casinospiele wurden erst jetzt mit der Neufassung des Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag legalisiert. Online Casinos müssen hierzu in Deutschland eine Lizenz beantragen. Sie werden unter anderem dazu verpflichtet sicherzustellen, dass sich keine Minderjährigen anmelden können und einzelne Spieler monatlich maximal 1.000 Euro einzahlen dürfen.

Spieler, die ein problematisches Spielverhalten zeigen, etwa weil sie um eine freiwillige Sperre bitten, müssen zukünftig in einer zentralen Datei erfasst werden, um zu verhindern, dass sie sich bei einem anderen Anbieter anmelden. Der Spieler- und Jugendschutzschutz ist damit sehr weitgehend. Auf der anderen Seite verspricht sich der Staat durch die nun erfolgte Liberalisierung zusätzliche Steuereinnahmen. Geld, dass bisher unkontrolliert im Netz in andere Staaten wie zum Beispiel Malta floss.