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Special - Keine Exklusivität, kein Problem : Lara nicht nur für Xbox One

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Das Rätselraten hat nun doch zu einem versöhnlichen Ende geführt. Vor wenigen Tagen gab Square Enix bekannt, dass Rise of the Tomb Raider Ende 2016 für PS4 und Anfang 2016 für PC erscheinen wird. Damit stoßen die Japaner einigen hartgesottenen Xbox-Verfechter und sicherlich auch manchem Microsoft-Schlipsträger vor den Kopf, doch letzten Endes ist es ein Gewinn für Spieler auf der ganzen Welt. Und für die eigene Brieftasche.

Exklusivität ist in den Kreisen der Videospielindustrie schon immer eine schwierige Angelegenheit gewesen. Speziell Konsolenbesitzer brüsten sich nur allzu gerne mit den Spielen, die anderen vorbehalten sind. Das kann manchmal nervig sein und für teilweise ellenlange Diskussionen im Netz aber auch in der realen Welt sorgen. Im Grunde ist dieses Phänomen aber schon so alt wie das Geschäft selbst und auch gar nicht verkehrt. Konsolenhersteller wollen Anreize schaffen und beauftragen ihre eigenen oder vertraglich an sie gebundenen Entwicklerstudios damit, im besten Fall qualitativ hochwertige Spiele zu kreieren.

Man stelle sich nur mal Nintendo ohne Mario, Microsoft ohne Master Chief und Sony ohne Nathan Drake vor. Sie sind allesamt Identifikationsfiguren und gleichzeitig gute Argumente für den Kauf einer bestimmten Konsole. Kompliziert wird die Sache erst, wenn sich die großen Drei dazu entscheiden, mit Drittherstellern Kooperationen einzugehen, um ehemals weit verbreitete Serien exklusiv für sich zu gewinnen – siehe Rise of the Tomb Raider. Dieses Beispiel ist bei Weitem keine Ausnahme, man denke nur an Bayonetta 2, Street Fighter V, Plants vs. Zombies: Garden Warfare oder auch an Resident Evil 4.

Geld regiert

Während einige dieser Titel ohne den finanziellen Rückhalt der Konsolenhersteller nicht produziert worden wären, wurden andere Spiele durch eine offenbar kräftige Finanzspritze zeitexklusiv an eine bestimmte Konsole gebunden. Solche Vorgehensweisen ernten seitens der Spieler, die keinen Einblick in die Kosten solcher Projekte haben, ordentlich Kritik. Diese entlädt sich dann vor allem im Internet und füllt Foren jenseits aller Ländergrenzen. Denn so recht möchte niemand akzeptieren, dass unabhängige Dritthersteller allein des Geldes wegen dem Kunden künstliche Grenzen auferlegen.

Diese Entwicklung ist vor allem höheren Produktionskosten geschuldet. Um das Risiko für die eigenen Investitionen so gering wie möglich zu halten, bietet es sich für Square Enix, Capcom und Co. geradezu an, eine Übereinkunft zu treffen. Der finanzielle Erfolg oder Misserfolg eines Spiels ist nicht immer leicht abzusehen. Die Einnahmen durch solch eine Vereinbarung sind hingegen fix. Für den einen ist das reines Kalkül, für den anderen ein lauteres Mittel, um die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu wahren.

Square Enix hatte sich im Fall von Rise of the Tomb Raider dazu entschieden, diesen Weg zu gehen. Auch wenn solche Entscheidungen berechtigterweise nach wie vor auf Kritik stoßen, so kann man doch aus Sicht eines PC- und PS4-Spielers froh sein, dass Square Enix früh genug Schadensbegrenzung betreibt und offen kommuniziert, dass die weiteren Versionen Anfang / Ende 2016 folgen.

Rise of the Tomb Raider - Bringing Lara to Life Developer Trailer
In einem neuen Entwicklervideo reden die Macher über die Erstellung von Lara Croft im Spiel.

So kann jeder für sich selbst entscheiden, ob der Kauf einer Xbox-Konsole in Frage kommt, oder es angesichts klammer Kassen Sinn macht, noch ein paar Monate zu warten. Über die Strategie und die anfänglich misslungene Kommunikation kann und muss man sich zu Recht ärgern. Trotzdem gilt: Eine vorläufige Exklusivität ist immer noch besser als eine absolute, wenn es um Spiele oder Serien geht, die ursprünglich auf mehreren Plattformen zu Hause waren.

Dennoch müssen wir uns an dieses Geschäftsgebaren gewöhnen: Gekaufte Zeitexklusivität wird mehr und mehr Einzug halten. Das finanzielle Risiko ist für viele Dritthersteller mittlerweile zu groß geworden. Auch Indie-Spiele sind von diesem Trend betroffen. Binding of Isaac, Rocket League und No Man's Sky sind die Vorboten dieser Entwicklung, die zwar im völligen Gegensatz zu den Interessen der Kunden steht, aber Geldgeber ruhig schlafen lässt.

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