Test - Resogun : Positive Resonanz

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Killzone, Knack … Resogun? Der vergleichsweise kleine Starttitel der Super-Stardust-Macher sollte zwischen den PS4-Platzhirschen auf keinen Fall übersehen werden. Schließlich überzeugt das Next-Gen-Shoot-'em-up mit tollen Ideen und einem Spielablauf, der euch das Adrenalin in die Venen pumpt.

Wie die Super-Stardust-Spiele ist auch Resogun ein Twin-Stick-Shooter. Mit dem linken Stick steuert ihr also euer Schiff und mit dem rechten die Schussrichtung. In Resogun zielt ihr allerdings stets nur nach links oder nach rechts – eine Einschränkung, die zu einigen brenzligen Situationen führt, was wir durchaus sehr positiv vermerken. Zumal Entwickler Housemarque darauf achtete, dass das Geschehen stets fair und schaffbar bleibt. Aus Notsituationen entkommt ihr beispielsweise mithilfe eines kurzen Geschwindigkeitsschubs, der sich danach allerdings erst wieder aufladen muss. Hier ist also Taktik trotz Hektik gefragt.

Ebenfalls nicht verschwenden solltet ihr eure Bomben, die mal eben alle aktuellen Gegner aus dem Level pusten, und einen besonders starken Superschuss. Letzterer steht, je nachdem welches von drei verfügbaren Schiffen ihr wählt, früher oder später zur Verfügung. Eure Wahl beeinflusst zudem massiv den Spielablauf, da die drei Schiffe spürbar unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Das geht von der Bewegungsgeschwindigkeit über den bereits erwähnten Superschuss bis hin zum extrem wichtigen Standardschuss, den ihr im Verlauf zusätzlich auflevelt. Ballert ihr beispielsweise mit einem Schiff, das einen zielsuchenden Standardschuss besitzt, hat sich das erwähnte Problem mit dem vertikalen Schießen schon erledigt. Zumindest zum Teil, denn die Spielbalance und die fiesen Verhaltensmuster der außerirdischen Angreifer sorgen stets für die nötige Herausforderung.

Frauen und Männeken

Mit dem Abschießen der Gegnerwellen ist es noch lange nicht getan. Sobald ein Level startet, verkündet eine Frauenstimme direkt über den PS4-Controller-Lautsprecher: „Save the last humans!“ Ja, richtig gehört: Eure Mission beinhaltet nicht nur das Verteidigen der angegriffenen Städte, sondern auch das Retten putziger, kleiner Menschlein. Die sind zu Beginn eines Levels zunächst noch in Glaskästen eingesperrt. Sobald die Frauenstimme verkündet, dass sogenannte Keepers aufgetaucht sind, kommt die besondere Resogun-Optik ins Spiel.

Resogun - Action Trailer
Wenn in Resogun euer Schiff zerschellt, dann explodiert auf dem Bildschirm ein Effektfeuerwerk.

Die verschiedenen Städte umkreist ihr nämlich während des gesamten Spiels sozusagen zylinderförmig. Es handelt sich also um eine Mischung aus 2-D-Spielmechanik à la Uridium und dreidimensionalen Welten. Auf diese Weise habt ihr stets das komplette Level im Blick und wisst so zum Beispiel (meist) schnell, wo genau die gesuchten Keepers aufgetaucht sind. Schießt ihr diese nämlich nicht schnell genug ab, geht eines eurer Menschlein drauf. Schafft ihr es, fliegt ein Energiestrahl quer durchs Level und befreit ein Männlein, das ihr dann möglichst schnell einsammeln und in Sicherheit bringen solltet. Ein Pfeil hilft euch hier zwar, den kleinen Flüchtling zu finden. Wer aber zuvor die besondere Resogun-Optik genutzt hat, um genau aufzupassen, wohin der Energiestrahl geflogen ist, findet sein Ziel deutlich schneller.

Riesenradbosse

Für die Rettungsaktionen erhaltet ihr verschiedene Boni wie Punkte oder Extraleben. Da es sich bei Resogun um ein reines Highscore-Spiel handelt, weshalb es auch nur insgesamt fünf verschiedene Level gibt, sollte die stets rein optionale Rettung gut überlegt sein. Verschiedene Bonuspunkteketten sind nämlich schnell mal unterbrochen, wenn ihr euch mittendrin zur Rettung aufmacht. Zumal ihr zum Abschluss eines Levels nur alle Gegnerwellen besiegen müsst – natürlich mitsamt dem obligatorischen Boss. In Resogun sind die, wie das komplette Spiel, vor allem auf den hohen Schwierigkeitsgraden interessant. Rein vom Äußeren her fehlt ihnen leider ein markantes Design. Zu häufig wird auf eine Art Riesenrad oder Ähnliches gesetzt.

Dafür weiß das restliche Design durchgehend zu überzeugen. Die Level sind aus zig kleinen Quadern gemacht, die Resogun seinen besonderen Pixelstil verleihen. Während der effektreichen Gefechte, die ihr übrigens auch im Koop-Modus bestreiten könnt, geht die Umgebung ordentlich in die Brüche. Nachdem ihr den Boss besiegt habt, wird spektakulär auch der Rest in Schutt und Asche gelegt.

Fazit

Michael Zeis - Portraitvon Michael Zeis

Ich hatte es geahnt: Kaum stehen die Next-Gen-Konsolen im Haus, schon sitze ich ständig am vergleichsweise kleinen Resogun. Ich liebe Shoot-'em-ups und Resogun trumpft mit tollen neuen Ideen und einem hübschen Grafikstil auf. Wenn jetzt nur noch die Bosse mithalten könnten und die Levels sich optisch mehr voneinander unterscheiden würden, wäre ich fast rundum glücklich. "Fast" deshalb, weil ich mir trotz des offensichtlichen Fokus auf die Highscore-Jagd mehr Umfang wünsche. So bleibt die Befürchtung, dass Resogun nach dem Bewältigen des höchsten Schwierigkeitsgrades, dem Retten aller Menschen und einem befriedigenden Highscore letztendlich doch zu schnell wieder weggelegt wird. Twinstick-Shooter-Fans sollten dennoch zugreifen. Es gab schließlich schon viel zu lange keinen so guten Genre-Beitrag mehr.

Überblick

Pro

  • berauschende Nonstop-Action
  • neue Ideen
  • tolle Optik
  • sehenswerte Effektgewitter
  • cleveres Zusammenspiel der verschiedenen Spielelemente
  • gute Spielbalance, nie unfair
  • passender Action-Soundtrack
  • Koop-Modus

Contra

  • geringer Umfang
  • Boss-Design könnte markanter sein
  • Schauplätze unterscheiden sich nicht genug
  • letztendlich nur für Genre-Fans interessant

Wertung

  • PS4
    8.0
    /10

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