Test - Reigns: The Witcher : Test: Swipen mit Hexer Geralt: Ist das ein Perfect Match?
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Swipe right oder swipe left? Was auf Tinder über die nächste potenzielle Liebschaft entscheidet, bestimmt in Reigns: The Witcher die Geschicke von Hexer Geralt und Barde Rittersporn. Wie gut das hinhaut, verraten wir im Test von Reigns: The Witcher.
Das Strategiespiel Reigns mauserte sich nach seinem Release 2016 für Mobile und PC zu einem Publikumsfavoriten. Die intuitive "Tinder-Technik" in Kombination mit spannenden Geschichten und blutig-zynischem Humor sorgte für viele vergnügliche Stunden – egal, ob unterwegs, auf der Couch oder am PC. Nachdem Entwickler Nerial bereits eine Game-of-Thrones-Adaption veröffentlichte, folgt nun eine Kooperation mit CD Projekt RED und The Witcher. Das Ergebnis ist spannend, witzig und gewohnt gut spielbar.
Ihr übernehmt dabei nur indirekt Geralt von Riva. Vielmehr steuert ihr den Barden Rittersporn, der auf Basis eurer Entscheidungen ein Liedchen über den Hexer trällert. Je länger und dramatischer desto besser.
Reigns mit Witcher-Touch
Für alle, die eins der Reigns-Spiele kennen, wirkt auch der Witcher-Ableger sofort vertraut: Im Zentrum des Bildschirms befindet sich die nächste Karte, die ihr entweder nach links oder nach rechts wischt. Mit dieser Entscheidung beeinflusst ihr vier Statuswerte: Sind Menschen, Nichtmenschen oder Zauberer dem Hexer gegenüber wohlgesinnt, und folgt er dem Pfad der Monsterjagd? Diese Werte müssen stets im ausgeglichenen Bereich gehalten werden, denn sobald ihr einen davon komplett gefüllt oder auch geleert habt, stirbt Geralt den Heldentod.
Dieser wird stets mit einem Augenzwinkern präsentiert: Ob vom Drachen gegrillt, bei der Orgie erstochen oder beim Saufen vergiftet – Hexer Geralt lässt in Reigns: The Witcher ordentlich Federn. Aber das Entdecken der Geschichten und der teils überraschenden Entwicklungen ist genau Teil des Spaßes. Ein besonderes Lob verdient an dieser Stelle übrigens die deutsche Übersetzung: Die nur als Texte präsentierten Dialoge strotzen vor Anspielungen, Humor und Witz. Hier hat man offenbar jemanden angeheuert, der nicht nur seine Arbeit gemacht hat, sondern auch viel Herzblut in diese investiert hat.
Jedoch geht es nicht allein um Entscheidungen, sondern zwischendurch auch um ein wenig Taktik. Reigns: The Witcher stellt seine Kämpfe als Fließbandarbeit dar. Als Geralt hopst ihr am unteren Bildschirmrand von links nach rechts. Per Tastendruck ändert ihr die Richtung. Von oben wiederum laufen weitere Symbole herunter – etwa gegnerische Angriffe, Heiltränke oder auch Geralts Attacken. Hier kommt es vor allem auf Timing und Planung an. Und so aktiviert ihr etwa einfache Hiebe mit Geralts Klingen oder platziert die Hexer-Zeichen. Die Kämpfe überzeugen allerdings nur bedingt, da sie zu sehr aus der Welt herausreißen.
Geschichten mit Konsequenz
Als Orientierungspunkte dienen sogenannte Inspirationen in Form von Spielkarten, von denen ihr vor jeder Runde drei auswählt bzw. zugeteilt bekommt. Dabei handelt es sich um dreistufige Mini-Geschichten, die euch vor bestimmte Herausforderungen stellen und teils mit besonderen Gameplay-Elementen unterlegt sind.
Wählt ihr etwa "Geralt der Flinkfüßige" aus, müsst ihr euch schnell entscheiden, ansonsten übernimmt das nämlich ein virtueller Handschuh für euch. Um die Karte "Geralt der Komische" zu meistern, müsst ihr dagegen möglichst viele Dialoge mit einem schlechten Witz beenden, mit "Geralt der Naive" dagegen möglichst viele Untersuchungen vermasseln. Die Inspirationen sind stets eine Wundertüte und genau deshalb ungemein unterhaltsam. Sie beeinflussen maßgeblich die Herangehensweise an die laufende Runde und nicht selten entscheiden sie auch über Erfolg oder Bildschirmtod.
Am Ende jeder Runde folgt die Abrechnung: Habt ihr die Aufgaben der Inspirationen abgeschlossen? Wie lange habt ihr überlebt? Aus einer Reihe von Faktoren ergeben sich schließlich eure Erfahrungspunkte, mit denen ihr neue Karten und Wege aktiviert. Die Inspirationen benötigt ihr auch, um Rittersporns separate Auftritte zu bewältigen. Hier müsst ihr in einem Frage-Antwort-Spiel mit eurem Auftraggeber die richtigen Töne anschlagen. Nicht bahnbrechend, aber nett.
Gleiches gilt für die Präsentation. Die Witcher-Adaption folgt selbstverständlich der in Reigns üblichen Optik. Euch erwarten also kantige Porträtbilder, murmelndes Gebrabbel und wechselnde Hintergründe. Erwartet hier also bitte kein Hochglanzspiel im Stile von The Witcher 3: Wild Hunt. Der Look versprüht aber seinen eigenen minimalistischen Charme und dient vor allem der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit.
Greift zu, wenn...… gerne eigene Geschichten mit Rittersporn, Geralt und Co. schreiben möchtet.
Spart es euch, wenn...… ihr euch mehr spielerische Tiefe und abwechslungsreiche Kämpfe erhofft.



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