Test - Travis Strikes Again: No More Heroes : Zwischen Katana, Donuts und stillem Örtchen

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Mit Travis Strikes Again: No More Heroes lasst ihr den Alltagsstress auf herrlich verrückte Suda51-Art hinter euch. Zu Anfang haben mich die völlig unterschiedlichen Stilrichtungen im Spiel verwirrt. Auch die verschiedenen Themen, die darin angesprochen werden, wirken im ersten Moment willkürlich zusammengewürfelt. Doch das „Schlimmste“ dabei: Am Ende hat alles irgendwie trotzdem zusammengepasst – und gleichzeitig wiederum überhaupt nicht.

Wenn euch der Titel „No More Heroes“ bekannt vorkommt, ist das kein Zufall: 2007 erschien für die Nintendo Wii ein gleichnamiges Spiel. Travis Strikes Again ist eine Art Spin-off und lässt euch wieder in die Haut des namensgebenden Protagonisten schlüpfen. Gemeinsam mit Bad Man, der ebenfalls aus dem Vorgänger bekannt ist, wird Travis in die Videospielkonsole Death Drive Mk II gesogen und muss sich dort durch Horden von Gegnern kämpfen. Warum? Na, um zu gewinnen! Wer alle Level schafft und die sechs Death Balls einsammelt, darf sich etwas wünschen.

Nutzt eure Skills, um in den Welten zu bestehen

Kleinere Rätsel, verrückte Schauplatzwechsel und seltsame Monster sind hier an der Tagesordnung. Eurer Waffe ist zu Anfang nur zu zweierlei in der Lage: einfachen Attacken und schweren Schildbrechern. Da das auf Dauer langweilig wird, sind überall in der Welt Skills zu finden, die ihr nach Lust und Laune kombinieren könnt. Vier Stück sind ausrüstbar und bieten so die Möglichkeit, den eignen Kampfstil immer neu und situationsgerecht anzupassen.

Ein besonders hochwertiges Exemplar scheint die Waffe des Protagonisten allerdings nicht zu sein, denn sie verliert mit jedem Schlag an Energie. Ist sie leer, muss sie via Stick-Bewegung oder Schütteln des Joy-Cons wieder aufgeladen werden. Und das passiert wirklich ständig.

Wie in den meisten Action-RPGs baut sich auch in Travis Strikes Again eine Spezialleiste beim Kämpfen auf, um verheerende Angriffe auszulösen. Diese entsprechen im Grunde einem besonders starken Move, der sogar dreimal hintereinander ausgeführt werden kann.

Habt ihr den (vermeintlichen) Endboss besiegt, ist das Spiel jedoch beileibe nicht vorbei! Denn kaum ist der erste Durchlauf geschafft, verschlägt es Travis ins nächste Universum. Wenn ihr jetzt glaubt zu wissen, was euch dort erwartet, macht euch das Spiel einen Strich durch die Rechnung und wechselt komplett seinen Ablauf: In einer hyperdimensionalen Umgebung müsst ihr beispielsweise ein Rennen gewinnen, um weiterzukommen. Dann wiederum wechselt ihr mal eben die Seite und müsst versuchen, einen Übeltäter ausfindig zu machen. Blöd nur, dass außer einem guten Kaffee und einem Donut kaum Hinweise auf seinen Verbleib existieren.

Typisch Suda51

Wenn ihr die grünen Heiltränke in Glasphiolen langweilig findet und auf gutes Essen steht, wird euch die Ramenbar magisch anziehen. Hier kehrt der Kämpfer gemütlich ein und schlürft ein paar Nudeln, um seine Energie wieder aufzuladen. Da es sich mit vollem Magen und drückender Blase schlecht kämpft, nutzt er die eigens dafür aufgestellten Toiletten, bevor es in die nächste Schlacht geht. Praktischerweise ist das auch die Art und Weise, wie ihr den Spielfortschritt abspeichert.

Travis wohnt, abseits seiner Abenteuer mit dem Katana, in einem Wohnwagen. Dort könnt ihr zwischen den einzelnen Abschnitten chillen und hilfreiche Tipps zum Spiel lesen. Im Food-Blog dürft ihr außerdem nach dem neuesten Ramen-Hit stöbern und euch auf die nächste Nudelbar freuen. Wer dafür keine Geduld hat, verschwindet kurz auf dem stillen Örtchen und ist wieder ready to go. Fashion-Lover unter euch sollten vorher aber noch mal in den Kleiderschrank schauen, um ein neues Outfit anzulegen. Die Designs sind im Stil sogar teilweise an andere Spiele wie Dead Cells angelehnt.

No More Heroes: Travis Strikes Again - Life is Destroy Trailer
Kurz vor dem Release gibt es hier noch einmal frische Szenen aus dem Switch-Exklusivspiel No More Heroes: Travis Strikes Again.

Diese Mischung klingt in euren Ohren total verrückt und ihr wisst gar nicht so recht, wie das alles in nur einem Spiel zusammenpassen soll? Dann kann ich an dieser Stelle nur sagen: Herzlich willkommen in der Welt von Suda51! Der Entwickler ist unter anderem auch für das abgedrehte Abenteuer Lollipop Chainsaw verantwortlich. Ihr wisst schon, dieses Spiel mit der Kettensägen schwingenden Highschool-Schülerin, die den Kopf ihres Schwarms als Accessoire an der Gürtelschlaufe trägt und euch eine Trophäe „beschert“, wenn ihr zu lange unter ihren Rock schaut.

Gemeinsam kämpft es sich besser

Weil das Metzeln der Gegner zu zweit noch mehr Spaß macht, könnt ihr euch auch im Koop-Modus durch die Level schlagen. Ein Bildschirm, eine Couch und je ein Joy-Con reichen dafür aus. Lasst es so richtig krachen, wirbelt die Feinde umher, versetzt ihnen den Todesstoß und gebt das gesammelte Geld für coole Outfits aus, bevor die nächste Herausforderung auf euch wartet.

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