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Preview - Masters of Albion : Angespielt: Peter Molyneux’ finales Werk geht in den Early Access

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Viele Köche sind bekanntlich der Qualität des resultierenden Breis eher abträglich - Masters of Albion zeigt, dass das auch für einen Koch gilt, der bei der Zutatenliste etwas zu großzügig war. Wir beleuchten, warum wir zu Beginn des Early Access die Augenbraue eher mit viel Zweifel heben und wo Masters of Albion Potenzial für einen würdigen Abschluss einer beispiellosen Karriere hat.

Der Vollständigkeit halber: Natürlich arbeitet Peter Molyneux nicht alleine in seinem südenglischen Kämmerlein, sein Studio 22Cans produziert das Werk als Gemeinschaftsprodukt. Aber im Marketing und eben auch in der Produktphilosphie zeigt sich überdeutlich die Handschrift des Menschen hinter Populous, Black & White und Fable.

Seit unserer letzten Preview ist etwa ein Monat ins Land gegangen, der Aufbau von Masters of Albion hat sich in der Zeit nicht geändert. Ein wenig Gotthand-Dorf-Simulation hier, ein wenig Rezept-Optimierung für Aufträge, mit denen Geld und Sonderwährungen ins Konto kommen, etwas Erkunden und Auf-den-Helm-Hauen mit unseren Helden sowie nächtliche Verteidigungskämpfe. Forschungsbäume, Erweiterung unserer Gebiete, auf dem Papier eine saubere Progression, im Hintergrund eine eher generische Fantasy-Bedrohung. Das wäre eine ambitionierte Mischung, wenn sämtliche Teile für sich gut funktionieren würden.

Tun sie aber nicht.

Gameplay-Versatzstücke, die nur teilweise funktionieren

Ein Teil der nachfolgend beschriebenen Probleme mag daher rühren, dass der Early Access besonders auf Zugänglichkeit getrimmt sein soll. Dass wir keine zwanzig Stunden bis ins Endgame spielen konnten. Von daher lässt sich nicht ausschließen, dass einige unrunde Aspekte des Spiels einfach mit mehr Zeit gelöst werden können, dass Kämpfe gegen Banditen spaßiger und Puzzles fordernder werden.

Andererseits schreiben wir das Jahr 2026 und auch Tutorials und Einstiegsmissionen sind kein Freibrief für zehrendes Spieldesign - im Gegenteil, heutzutage sind ganze Heerscharen von Menschen in den Entwicklungsteams eigentlich darauf aus, gerade die frühen Spielminuten interessant zu gestalten. Und hier gönnt sich Masters ob Albion leider einige Schnitzer, die nicht einmal in der Gesellenprüfung zulässig wären.

Es gibt etwa die Möglichkeit, unsere Produktionsgebäude zu beschleunigen, indem wir den Mauszeiger in der Nähe des Fundamentes gedrückt halten. Auf einmal dreht sich das Windmühlenrad in Sturmeseile - fein. Aber… wozu? Als Element einer Wirtschaftssimulation mag ein temporärer Bonus formal Sinn ergeben, aber doch nicht, wenn ich währenddessen nichts anderes machen kann! Wenn zudem im Moment des Klicks eine Person etwa aus dem Haus läuft, interpretiert das Spiel unseren Befehl als gotteshandliches Pflücken ebendieser, sodass wir sie erst wieder absetzen müssen. Im allerbesten Fall also ist dieses Feature ein kurzfristiges Gimmick, im schlimmsten Fall noch eine Unterbrechung.

Auch die Rezeptur-Simulation macht höchstens eine halbe Minute Spaß. Zum einen sind die Zutaten und Gestaltungsmöglichkeiten zu begrenzt für wirkliche Kreativität. Zum anderen scheint sowohl die Bewertung, in der in einer immer gleichen Hmm-naja-Animation die Speise inklusive etwaigen Geschirrs heruntergeputzt wird, zu einfach. Vielleicht wird in den kommenden Monaten hier an den Möglichkeiten und am Balancing gefeilt, aktuell macht dieser Passus eher Lust, die alten Pizza-Connection-Spiele der 90er nochmal auszuprobieren.

Selbst die stärkeren Aspekte des Spiels wie das Umherlaufen mit unserem Helden, die nächtlichen Verteidigungskämpfe (Verteidigungsbauten! Zaubersprüche mit der Hand! Helden auf Patrouille!) gegen die ankommenden Herden Untoter, sowie die Dorf-Simulation spielen bestenfalls im Bereich einer Zweitliga-Mannschaft, die Jahr für Jahr um die Relegation schwitzt. Lichtstimmung und Landschaft, das atmosphärische Rauschen, das Zoomen von ganz nah bis hin zu einer weltumspannenden Karte, die passenderweise aussieht wie ein Spielbrett: Fein.

Dem stehen aber Animationen und Figurendesign gegenüber, das selbst im Indie-Bereich nur mit viel Wohlwollen zu ertragen ist und schlichtweg etliche Längen im Spielablauf. Erste Dungeons, die wirklich nur ein Weg mit einer Kiste am Ende sind. Eine Eskort-Mission mit einem uns laufend beleidigenden Typen, der dazu noch langsamer läuft als wir im Gehen.

Masters of Albion hat seine charmanten Momente, doch aktuell werden bestenfalls zweitklassige Spiel-Elemente überwiegend wenig überzeugend miteinander verwoben. In den künftigen Monaten braucht es hier einiges an Straffung - und Streichung.

Technischer Zustand

Die Early-Access-Fassung war an einigen Stellen noch etwas ruppig - je einmal bekamen wir einen Clipping-Fehler der Marke “alles in Himmelblau” zu Gesicht und eine Stelle, an der unser Held auf immer und ewig gefangen wäre, weil wir offensichtlich in einem Nirgendwo der begehbaren Welt-Geometrie gelandet waren.

Dass es aktuell zwar automatisch aktualisierte Spielstände bei Tagesbeginn und beim Beenden gibt, aber eben kein direktes normales Speicherstand-Management, nervt etwas. Für das Gebotene scheinen die Ladezeiten aktuell etwas großzügig - aber hier liegen nicht die großen Probleme, um die sich das Team kümmern muss.

Fazit

Christian Burtchen - Portraitvon Christian Burtchen
Albion muss noch einiges meistern

Stünde hinter Masters of Albion nicht einer der prominentesten Spieldesigner überhaupt - ich wage die These, dass sich wenige Menschen wirklich mit dem Titel auseinandersetzen würden. So gerne ich an das versöhnliche Abschlusswerk glauben würde, so sehr haben mich die ersten Stunden zweifeln lassen.

Kennt ihr das, wenn an einem Tortendiagramm immer ein Stück so klein ist, dass die Beschriftung natürlich nicht mehr rein passt? Genau das wäre mit vielen Aspekten von Masters of Albion der Fall. Das Ankurbeln meiner Produktion etwa durch Festhalten … was soll das? Ja, auch in Dungeon Keeper konnte ich Ohrfeigen verteilen, aber das war ein offensichtlicher kurzer Gag.

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Insgesamt scheint mir die Mischung des Titels im Großen und Kleinen schlichtweg nicht ausbalanciert. Selbst in den eigentlich aufreibenden Nachtschlachten mit der Brigade aus dem naheliegenden Friedhof kommt Langeweile auf. Für die kommenden Monate wünsche ich mir wirklich, dass das Spiel noch ein paar Runden Schliff (ohne “Fein-“) erhält. Dann könnte Masters of Albion ein durchaus solides AA-Produkt werden.

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