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Test - Elex : Ich hau Spacken auf die Backen mit'm Schwert

  • PC
  • PS4
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Eintönig

Hinzu kommt, dass Elex in nahezu allen Bereichen unfertig wirkt. Auf Dauer scheinen die verschiedenen Areale ziemlich leer, fast schon öde. Die immer gleichen Häuschen und Tankstellen, die mit stets den gleichen Gegenständen gefüllt wurden und zwischen denen die allzu bekannten und sich stetig wiederholenden Gegner umherschleichen. So schön das Grundkonzept auch sein mag, man muss eine Welt auch füllen können, nicht nur grob entwerfen.

Das Questdesign und die verschiedenen Wege, eine Mission zum Abschluss zu bringen, wiederholen sich ebenfalls sehr schnell, lassen bereits nach wenigen Spielstunden Einfallsreichtum und Abwechslung vermissen. Selbst die Fähigkeiten der drei großen Fraktionen ähneln sich ungemein und unterscheiden sich lediglich im groben Kern. Wären die Idee mit dem Meteorit und der futuristische Hintergrund nicht, Elex hätte dem Genre nichts Neues hinzuzufügen.

Beständig durch Schrott zum Aufsammeln belohnt, hält Elex trotzdem eine ganze Weile die Laune aufrecht. Gerade der Mangel an Ausrüstungsteilen und Waffen sowie die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen, sind hier mehr Segen als Fluch. Wer jedoch gerne und oft neu eingekleidet und ausgerüstet wird, hat in diesem Rollenspiel das Nachsehen. Der Sammeltrieb wird im selben Atemzug dadurch geschmälert, dass sich die verschiedenen Objekte an einem Abend auswendig lernen lassen.

Kaum schöner wird bezüglich der Kämpfe und des Kampfsystems. Anfangs viel zu schwer, zum Ende hin viel zu einfach und dazwischen eine Qual ohne Abwechslung. Fast jeder Kampf besteht in erster Linie aus der Frage, ob ich in diesem Gebiet schon sein sollte oder ob mein Feind mich mit einem einzigen Klaps auf den Allerwertesten umbringt. Danach tanzen Gegner und Held mit Ausweichmanövern umeinander herum und schlagen zu, wenn der andere gerade nicht kann oder schon hat.

Abgesehen davon, dass es für Nahkämpfer Cyber-Hammer und Ritterschwert und für Fernkämpfer Bogen und Laserwaffe gibt, glänzt Elex nicht unbedingt mit Abwechslungsreichtum. Mit der Zeit kommen die Fähigkeiten eurer Fraktion dazu und mit der letzten Rüstung und Level 20 kloppt ihr sowieso alles weg, was nicht bei drei in ein Raumschiff gestiegen und davongedüst ist.

Hinzu kommt, dass die KI in Elex sich auf dem Niveau einer Socke befindet. Bei Gefährten wie Feinden gleichermaßen ist die Intelligenz eine Lachnummer. Sie haben Probleme mit der Wegfindung, verweigern manchmal jegliche Bewegung oder lassen mich – im Fall meiner Verbündeten – im Kampf gerne mal im Stich und gucken mir ratlos beim Sterben zu.

Die Sache mit der Persönlichkeit

Richtig definieren könnt ihr euren Helden eigentlich nicht. Es ist lediglich möglich, in einigen Quests für oder gegen eine der großen Parteien zu arbeiten und sich als Abziehbildchen ihrer Ideologie zu präsentieren und auch so zu verhalten. Oder aber ihr geht euren eigenen Weg und werdet zu einem schrägen Typen, der alle zwanzig Sekunden seine Meinung beziehungsweise Einstellung ändert. Zum Ende hin macht das aber auch keinen Unterschied, denn letztendlich müsst ihr euch irgendwem anschließen.

Unterschiede im Gameplay gibt es in erster Linie nur dadurch, auf welche Talente ihr beim Leveln setzt. Wer viele Punkte in das Handwerk gesteckt hat, kann besondere Optionen in Gesprächen nutzen, wenn diese Fähigkeiten vonnöten sein sollten. Nette Sache, aber nicht annähernd so weitreichend, wie es möglich gewesen wäre. Der Wiederspielwert hält sich ebenfalls in Grenzen, da diese optionalen Gesprächsmöglichkeiten oft wenig Veränderung, meist sogar nur Geld einbringen.

Sound aus, bitte

Die melodische Untermalung in Elex ist gar nicht mal schlecht. Ruhig, passend, gefühlvoll – ganz im Gegensatz zu vielen der Soundeffekte und einigen Parts der Synchronisation. Die Haare habe ich mir gerauft. Watte in die Ohren gestopft. Auf einem Holzpfosten herumgebissen.

NPCs, die alle fünf Sekunden, manchmal sogar öfter, belang- und zusammenhangslose Einzeiler zum Besten geben. Sich stetig wiederholende Beleidigungen fürs Ohr, untermalt mit schrecklichen Geräuschen, deren Ursprung sich nicht immer klären ließ. Schnatternde, schmatzende und schrill pfeifende Lärmbelästigung. „Ruhrpottcharme“, nennt man das bei Piranha Bytes und benutzt es seit Jahren als Totschlagargument.

Es ist eine Zumutung, die nur dadurch abgemindert wird, dass einige der Synchronsprecher durchaus formidable Arbeit geleistet haben. Vor allem die Stimme der Hauptfigur und die vieler wichtiger Questgeber sind hervorragend gewählt und hörbar mit Leib und Seele dabei. Das gilt wohlgemerkt nicht für alle. Ausnahmen bestätigen hier nicht die Regel, sondern sind vielmehr in gleicher Zahl vertreten.

Von Käfern und Hoffnung

Auf der PlayStation 4 litt Elex im Test unter so manchen Rucklern und Einbrüchen der Bildrate. Die Ladezeiten des Menüs wurden mit jeder Spielstunde länger, Glitches und kleinere Bugs gehörten quasi zum Spiel dazu, zogen sich von Anfang bis zum Ende durch. Ein sauberes Spiel sieht ganz sicher anders aus. Das Menü, wenig intuitiv und unübersichtlich, trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei.

Das alles und, so blöd es klingen mag, noch viel mehr sind Gründe, die hauptsächlich gegen das Rollenspiel von Piranha Bytes sprechen. Trotzdem kann es sich lohnen, einen Blick in diese Welt zu riskieren. Ist das Spiel auch unvollendet, voller Bugs und hässlicher Pixelanhäufungen, steifer Gesichtsanimationen und dämlicher KI, so ist es doch auch ein Meer von neuen, frischen Ideen und mehr als nur einem guten Ansatz.

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