Preview - Dishonored: Die Maske des Zorns : Kunst im Action-Gewand

  • PC
  • PS3
  • X360
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Als die Einladung zum Frankfurter Dishonored-Event auf den Tisch flatterte, mussten wir erst ein paar Mal schlucken angesichts der nicht ganz unbekannten Namen der Leute, die an dem Spiel arbeiten: Deus-Ex-Schöpfer Harvey Smith. Half-Life-2-Designer Viktor Antonov. BioShock-Designer Sebastien Mitton. Arx-Fatalis- und Dark-Messiah-Macher Raphael Colantonio. Was mag dabei wohl herauskommen? Unseren Eindrücken nach ein ungemein vielversprechendes Stück Spielkunst.

Dunwall. Metropole eines Inselstaats in einer Parallelwelt. Viktorianisches Zeitalter, nicht ganz unähnlich dem London des 19. Jahrhunderts, trifft auf bizarre Maschinen, betrieben von Walöl, geerntet von riesigen Walfangschiffen, die über die Meere kreuzen. Ein Steampunk-Moloch, wie man ihn sich schöner kaum wünschen würde. Wäre da nicht eine Seuche, die große Teile der Bevölkerung dahingerafft hat und in den Slums der Stadt immer noch wütet. Die Folge: mit tödlichen Energiesperren von den „gesunden“ Vierteln der Stadt abgeriegelte Bereiche.

Ein totalitäres Regime herrscht unter der Fuchtel eines grausamen Lordregenten mit seinem adligen Anhang. Prunk und Pracht auf der einen Seite, Armut und Unterdrückung auf der anderen. Infizierte Bürger werden mit größter Brutalität ausgerottet, während die Oberschicht sich im Luxus badet. Mittendrin Corvo, der Mann, dessen Schicksal in unseren geübten Händen liegt - verhaftet und einen Schritt vor der Hinrichtung. Ihm wird zu Last gelegt, die Kaiserin ermordet zu haben. Als er mit seinem Leben schon abgeschlossen hat, bekommt er unerwartete Hilfe.

Der „Outsider“, eine gottähnliche Wesenheit jenseits von Gut und Böse, nimmt sich seiner an, verpasst ihm das göttliche Zeichen und damit übernatürliche Kräfte. Corvo gelingt die Flucht und als tödlicher Attentäter durchstreift er nun die Straßen von Dunwall. Er sucht nach Rache und will seinen Namen reinwaschen - und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Ein geheimes Versteck in einem verlassenen Pub, einige dubiose Händler und seine Kräfte sind alles, was ihm zur Verfügung steht. Wird das reichen, um in der düsteren Metropole zu überleben?

Dishonored: Die Maske des Zorns - Debut Trailer
Endlich das erste Videomaterial zum Action-RPG-Titel Dishonored: Die Maske des Zorns aus dem Hause Bethesda.

Wie ein bizarres Gemälde

Das Erste, was uns auffällt, ist die Gestaltung von Dunwall. Dishonored hat wenig Ähnlichkeiten zu bekannten Spielen, am ehesten vielleicht noch zu BioShock. Alles sieht anders aus, als man es gewohnt ist, und das hat seine Gründe. Denn die Arkane Studios setzen auf Handarbeit durch Künstler und Maler. So erinnern die zahlreichen Personen, die man in den Straßen von Dunwall trifft, nicht selten an Illustrationen aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Leicht überzeichnet, fast schon karikierend, prägnant. Sieht man eine Person, erahnt man ihren Beruf, ihre Neigungen, ihre Charaktereigenschaften. Es sind keine generischen NPCs aus der Retorte, sondern hier wird detailgenaue Typisierung betrieben, die alles umso glaubhafter macht. Der einfache Arbeiter sieht aus wie ein Arbeiter, der dekadente Adlige wie ein ebensolcher.

Die Stadt selbst überrascht mit klaren Strukturen, satten Farben, starken Kontrasten. Kein verwaschenes und nebulöses Herbeirufen künstlicher Düsternis. Die Handschrift von Antonov und Mitton ist deutlich erkennbar. Die Umgebungen strotzen nur so vor Details, die überzogenen Licht- und Schatteneffekte erzeugen eine fast surreale Stimmung. Verhaltene Farben in den düsteren Slums der Stadt mit betonenden Hell-Dunkel-Wechseln, satte Farbenpracht, Glitzer und Gold in den Gebäuden der Adligen und Herrschenden. Und über all dem die geschnitten scharfen Silhouetten der Häuser und der Walfänger, die auf dem Fluss an der bizarren Skyline der Stadt vorbeiziehen. Man sieht, dass die Art-Designer sich nicht nur Städte angeschaut, sondern vor allem deren Stimmungen in sich aufgesogen haben. Technisch auf höchstem Niveau sehen wir die PC-Version mit unglaublich scharfen Texturen.

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