Test - Beaterator : Timbaland sucht Konkurrenz

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Vom Web-Auftritt frisch auf eure PSP: Die Musikmix-Software Beaterator hat mehr zu bieten als bloß Timbaland als Vorzeigenamen für das Produkt.

Hier spielt die Musik

Tonstudios sind teuer, unhandlich, vollgestopft mit Elektronik und man hat meist nicht mal genug Platz, um die lästigen goldenen Platten an die Wände zu hängen. Da kommt Beaterator gerade recht, denn bei dem Titel handelt es sich um ein Musikprogramm, das so manches Tonstudio in die Tasche steckt. Gut, das ist vielleicht ein wenig übertrieben formuliert, aber da die Software für PSP verfügbar ist, könnt ihr sie definitiv in die Tasche stecken und überall für fetzige Klänge Marke Eigenbau sorgen. Damit hat der Titel auf PSP einen klaren Vorteil gegenüber dem Original - Beaterator erschien nämlich vor vier Jahren ursprünglich als Web-Version.

Neu sind solche Musikprogramme allerdings nicht, auch nicht auf den Konsolen - man denke etwa an MTV Music Generation auf PS2. Auf Sonys portablem Gerät steht das Rockstar-Programm aber noch allein auf weiter Flur. Wichtig ist natürlich gerade auf einem Handheld die Benutzerfreundlichkeit. Diesbezüglich kann Beaterator leicht punkten. Zwar ist die Bedienung des Mischpults per Digi-Kreuz und Analog-Stick etwas hakelig, dafür sind alle Optionen rasch erreichbar und gut auf dem Bildschirm sowie in den Menüs platziert. Was nützt jedoch die beste Bedienbarkeit, wenn euch die Musik nicht zusagt? Nicht viel, deshalb vorab die Warnung: Beaterator richtet sich eindeutig an Fans von Hip-Hop und ähnlichen Stilrichtungen. Ihr solltet also mit entsprechenden Beats, Sounds und Rhymes was anfangen können.

Auf Timbalands Spuren

Kein Geringerer als der Star-Musikproduzent Timbaland ist das Gesicht des Programms. Der Musikus ist zum einen als Comicfigur im Spiel vorhanden, zum anderen hat er zahlreiche Soundversatzstücke erstellt, die ihr als Bausteine für eure eigenen Kreationen verwenden könnt. Mehr noch: Timbaland zeigt euch anhand von ihm erstellter Beispiele, was alles in Beaterator steckt - eine motivierende Sache für alle Hobby-Musiker! Leicht ist das Kreieren eigener Musikstücke allerdings nicht. Für Neulinge empfiehlt sich deshalb der Einstieg im Live-Play-Modus, während der Studiomodus eher den erfahrenen Melodiemischern vorbehalten ist.

Beaterator - Features Trailer
In einem neuen Trailer zu Beaterator stellt Timbaland persönlich die Features des Games vor.

Im Live-Play-Modus findet ihr acht Boxen, die als Tonspuren fungieren. Hier wählt ihr einfach über die vier Actiontasten für jede Box einen anderen Sound, eine andere Basslinie oder einen anderen Loop. Ihr dürft natürlich jederzeit die je vier Sounds auswechseln, eigene Loops laden oder vorgefertigte Klänge von Timbaland einsetzen. Das Ganze wird von einem animierten Comic-Timbaland präsentiert. Der Modus eignet sich gut, um ein wenig Gespür für die Musik zu erhalten und einen ersten Einblick in das Programm zu erhaschen.

Musik für die Nachwelt

Allerdings werden die meisten Musikfreunde eher früher als später in den Studiomodus wechseln. Auch dort bestehen die Lieder aus acht Spuren und es stehen ebenfalls pro Tonspur auf Knopfdruck vier Sounds zur Verfügung (die ihr bequem auswechselt), allerdings sind die Möglichkeiten viel umfangreicher. Besonders wichtig ist der Music-Crafter-Modus. Dort bastelt ihr eigene Loops aus bestehenden Sounds oder aus selbst gebastelten Klängen. Ihr könnt natürlich auch mehrere unterschiedliche Loops zu einer Sequenz zusammenmischen. Die Tonspuren sind im Übrigen auf zwei Drums, Backing, Lead, Beatbox, Synthesizer, Bongo und Ambiance aufgeteilt. Ihr seid aber sehr frei, was ihr aus diesem "Gerüst" macht.

Viele Musikeditorspiele auf Konsolen leiden darunter, dass es gar nicht oder bloß schwer möglich ist, die erschaffene Musik zu exportieren und sie so für die Nachwelt zu sichern. Diesbezüglich gibt sich Beaterator keine Blöße: Habt ihr ein Lied nach eurem Geschmack gemixt und abgespeichert, könnt ihr es als MIDI- oder WAV-Datei auf die Memory-Card verschieben, diese Karte in euren PC stecken und auf eurem PC zur Weiterverarbeitung sichern.

Praktisch: Ihr könnt eure Werke auch direkt im PSP-Systemmenü abspielen. Als Alternative ladet ihr die Musik in den Social Club von Rockstar Games hoch und holt euch dort eure eigene Musik. Wollt ihr hingegen eigene Sounds verwenden, ladet ihr einfach MIDI-Dateien ins Spiel oder nehmt mit einem Mikro eigenen Gesang oder Sounds auf. Diese nutzt ihr dann als Musikbausteine, allerdings müsst ihr den begrenzten Speicher beachten.

Fazit

von David Stöckli
Beaterator trägt zweifellos einen seltsamen Namen und ist auch kein wirkliches Spiel. Rockstar Games liefert ein umfangreiches Musikeditor-Programm ohne merkliche Schwächen ab. Zwar sind auch andere Musikrichtungen möglich, das Herz des Titels schlägt aber ganz klar im HipHop-Beat. Hier merkt man deutlich, dass Timbaland nicht nur mit seinem Namen für das Produkt wirbt, sondern eigene Ideen und Sounds einfließen ließ. Wer auf der Suche nach einer portablen und zugleich komfortablen Soundeditor-Software ist, sollte sich Beaterator auf jeden Fall genau anschauen. Auf der PSP gibt es keine besseren Alternativen.

Überblick

Pro

  • prima Bedienbarkeit
  • Import/Export von Sounddateien
  • gute Soundqualität
  • glaubwürdige Unterstützung von Timbaland

Contra

  • Live-Play-Modus verliert schnell an Reiz
  • bloß zweckmäßige Aufmachung
  • trockene Tutorial-Videos/Texte

Wertung

  • PSP
    77
    %

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