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Test - WWE 2K26 : Test: Rückschritte beim Ringkampf

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Es sind oftmals Kleinigkeiten, die bei jährlichen Fortsetzungen die größte Rolle spielen. Wurden spielerische Schwächen des Vorgängers beseitigt? Sind seit Jahren vorhandene Nerv-Faktoren endlich Geschichte? Sieht alles besser aus als bisher? Gleich zu Beginn des Tests von WWE 2K26 hat mich ein Faktor enorm gestört: Es ist weiterhin nicht möglich, im Vorgänger erstellte Superstars, Move-Sets, Outfits und mehr ins neue Spiel zu importieren. 

Als jemand, der sehr gerne auf solche Inhalte setzt, würde ich beispielsweise gerne meine alten Charaktere übernehmen, um gleich in der Story durchstarten zu können. Stattdessen muss ich wieder viel Zeit investieren, um Wrestler nach meinem Geschmack zu bauen. Aussehen, Moves, Posen, Einzug – einfach alles muss von Grund auf gestaltet werden. Warum das weiterhin so ist, verstehe ich nicht. Schließlich handelt es sich bei WWE 2K26 nicht um einen Neustart der Reihe samt frischer Engine, sondern “nur” um eine Fortsetzung.

Rein in den Müllcontainer

Doch es gibt durchaus Verbesserungen. Augenscheinlich sind das die aufgebohrten Match-Varianten. Beim Inferno Match steht der Ring in Flammen, jedoch kann der gegnerische Superstar (anders als in der Realität) nicht “brennen” und damit verlieren. Stattdessen reicht es, ihn oder sie im Rahmen eines Minispiels nach draußen zu werfen. Das Feuer ist somit nur ein optisches Gimmick.

Dagegen läuft das Dumpster Match traditionell ab: Man prügelt sein Gegenüber in den Müllcontainer, schließt den Deckel (ebenfalls nach einem erfolgreichen Mini-Game) und freut sich über den gewissermaßen schmutzigen Sieg. Beim I Quit Match müssen Gegner oder Gegnerin ihre Aufgabe via Mikrofon verkünden – bis dahin kann alles passieren, denn Regeln existieren keine.  

Die aus meiner Sicht beste Ergänzung sind aber die 3 Stages of Hell. Hier darf man sich drei Match-Typen aussuchen, die nacheinander bestritten werden – der erste Superstar mit zwei Siegen gewinnt die große Schlacht. Die Kombinationsmöglichkeiten sind enorm, was bereits für reichlich Abwechslung sorgt.

Richtig wild wird es dann beim Blick aufs Roster. Unter den mehr als 400 Figuren (DLC-Charaktere und freispielbares Personal eingerechnet) finden sich jede Menge Legenden und natürlich aktuelle Superstars der Men’s und Women’s Division. Die visuelle Aufmachung rangiert zwischen “aus dem Gesicht geschnitten” und “ziemlich lustlos gestaltet”. Zugegeben, das Gros sieht sehr gut aus und kommt mit genau den Einlagen und Effekten zum Ring, die man aus echten WWE-Shows kennt. Umso mehr fallen Ausreißer auf: Selbst einige ganz große Namen wie Hulk Hogan oder "Macho Man" Randy Savage sehen leicht daneben aus.

Die eigentliche Action spielt sich sauber, dynamisch und abwechslungsreich. Ein merkwürdiges “Gleiten” der Superstars bei gewissen Aktionen ist selten, ebenso Zappel-Animationen oder Clipping. Praktisch alles hat Wucht und wird mit schicken Kameraeinstellungen in Szene gesetzt. Bei mehr als drei beteiligten Superstars mischt sich jedoch eine Prise Chaos ins Geschehen, weil das Anvisieren nicht immer astrein funktioniert und darum einige Attacken oder Konter daneben gehen. 

Apropos Konter: Das Timing ist schwierig und erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit, insbesondere dann, wenn man in den vergangenen Jahren nur gelegentlich in den virtuellen WWE-Ring gestiegen ist. Bereits ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad hauen gegnerische Superstars reichlich Reversals raus – selbst Finisher gehen regelmäßig daneben. 

Da geht der Punk ab – oder?

Keine Veränderungen finden sich im Showcase-Modus, abgesehen vom Superstar im Mittelpunkt. Diesmal spielt man wichtige Stationen in der langen Karriere des “Best in the World” nach, CM Punk. Wie gehabt müssen während der Matches diverse Vorgaben erfüllt werden, beispielsweise die Ausführung bestimmter Moves, um im Anschluss neue Superstars, Arenen und andere Boni freizuschalten. 

Wie viel Spaß das macht, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Sympathie für CM Punk und der Bereitschaft, quasi Dienst nach Vorschrift zu leisten. Wenn das Zeitlimit für eine Aufgabe knapp ausfällt, der Gegner jedoch ständig kontert oder einfach falsch steht, kann das nerven – bis zu dem Punkt, an dem man das Match neu startet. Im direkten Vergleich zu den Showcase-Modi der vergangenen zwei Jahre mangelt es zudem an Abwechslung, weil man auf CM Punk als spielbaren Charakter festgelegt ist.

Der Modus “Meine Story: The Comeback” beginnt mit der Rückkehr des selbst erstellten Superstars nach langer Pause. Das geht zwar komplett daneben, bereitet zugleich allerdings den Boden für einen Neustart als Heel oder Face. Dabei bestimmen einmal mehr die getroffenen Entscheidungen und gewählten Dialog-Optionen über Matches, Fehden, Titelchancen und mehr. 

Schwung kommt trotzdem nicht auf: Regelmäßig gelangt man an Stellen, die nach einer Handvoll siegreicher Matches verlangen – ohne jegliche Storyline und damit erkennbaren Sinn für die Handlung. Das riecht nach einer bewussten Streckung der Spielzeit. So dauert ein Durchlauf in “The Comeback” etwa sechs bis sieben Stunden. Beim wiederholten Zocken lassen sich andere Pfade beschreiten, aufgrund der vielen ideenlosen Kämpfe fällt die Motivation dazu jedoch überschaubar aus.

Die Universum-Sandbox wurde um den WWE-Draft erweitert. Außerdem darf man nun im Zuschauer-Modus die selbst erstellten Events verfolgen. Hinzu kommen sinnvollere Money in the Bank Cash-ins und frische Promo-Optionen. Gerade in Kombination mit dem enorm leistungsstarken Editor für Superstars, Grafiken, Einzüge und mehr sowie dem schier endlosen Angebot an Download-Kreationen aus der Community bleibt Universe DIE kreative Spielwiese der WWE-Reihe. 

Allerdings könnte der Modus langsam signifikante Verbesserungen oder gar Innovationen vertragen. Die üppigen Editor-Möglichkeiten gibt es seit Jahren, genau wie die unzähligen Community-Downloads. Wer damit bisher zufrieden war und überwiegend Universum spielt, braucht WWE 2K26 streng genommen nicht.

Achtung, das kann teuer werden!

Intergender Matches, Begegnungen mit fünf, sechs und acht Superstars, zusätzliche Match-Typen und mehr Shows pro Saison erweitern den Modus Mein GM. Meine Fraktion hat neuerdings Intergender Line-ups, Run-ins (Eingreifen in ein laufendes Match) und neue Kartendesigns im Angebot. Geblieben sind verschachtelte Menüs und der Zwang zum Grind für alle, die kein Geld in Packs stecken wollen.

Grind oder Geld – vor dieser Entscheidung steht man auch auf The Island. Zu Beginn des Online-Modus wird eine von drei Fraktionen ausgewählt, in deren Auftrag man fortan Kämpfe bestreitet und Quests abschließt. Mit dabei sind ein verbessertes Fortschrittssystem, der Schrottplatz als neues Gebiet, frische Turm-Herausforderungen und mehr Superstar-Voiceovers.

 

Das liest sich alles gut, bringt am Ende aber nichts, weil der Fokus einmal mehr darauf liegt, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Preise für virtuelle Klamotten und Superstar-Upgrades sind hoch, nicht aber die VC-Belohnungen in den Kämpfen. Inhaltlich dünne, teils beliebig wirkende Quests und diverse Stabilitätsprobleme gehören ebenfalls zum Insel-Aufenthalt.

Haarsträubend wird es beim Blick auf den Ringside Pass, der das bisherige DLC-Modell ablöst. Dieser bietet einen Gratis-Pfad mit 40 Belohnungen, unter anderem Superstars, Fraktion-Kartenpacks und VC. Knapp 10 Euro kostet das Upgrade auf die Premium-Stufe mit weiteren 40 Belohnungen. Einmal gekauft, bleibt der Zugang dauerhaft erhalten, auch nach dem Ende der jeweiligen Season – das ist fair.

Dennoch hat das neue System kräftige Macken. Selbst beim Kauf des Premium-Abschnitts muss jedes Extra via Stufenfortschritt erspielt werden – beim alten DLC-Modell hatte man dagegen sofort Zugriff auf die gekauften Inhalte. Rund um den Release klappte die Freischaltung nur quälend langsam, weil die über alle Modi verteilten XP-Belohnungen mickrig ausfielen. Der Hintergrund war leider offensichtlich, nämlich Ungeduldige zum Kauf einzelner Stufensprünge zu bewegen – zum Preis von happigen 1,99 Euro! Inzwischen hat 2K zwar die XP-Vergabe erhöht, aber der ausgesprochen fade Beigeschmack bleibt. 

Außerdem enthalten viele Stufen Inhalte für Modi, die man unter Umständen gar nicht spielt. Wer ausschließlich weitere Superstars und frische Klamotten für seine Universe-Kreationen haben möchte, braucht kein halbes Dutzend Kartenpacks für Meine Fraktion oder Währung für The Island. Dass viele andere Spiele auf ein ähnliches Modell setzen, macht diese Struktur verständlich, aber keineswegs besser. 

Greift zu, wenn...

... dir kleine Veränderungen im WWE-Kosmos genügen und du The Island magst.

Spart es euch, wenn...

... du primär offline unterwegs bist und vor allem den Universum-Modus spielst.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
WWE 2K26 kontert sich selbst aus

Einmal mehr hat 2K an seiner Wrestling-Reihe herum gedoktert, leider mit keinem guten Ergebnis. Die Karriere nervt mit vielen Kämpfen ohne Story-Bezug, der Showcase-Modus mit Punk als einzigem spielbaren Charakter. Nach den abwechslungsreichen Themen Bloodline und Wrestlemania aus den Vorjahren ist diese Beschränkung – aus meiner Sicht – langweilig. Wenn 2K schon eine (sehr teure) Monday Night War Edition veröffentlicht, hätte man auch den Showcase-Modus auf diesen legendären Konkurrenzkampf ausrichten können.

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Daneben ist auch der neue Ringside Pass. Für mich relevant sind weitere Superstars und ein paar kosmetische Objekte. Stattdessen werde ich mit Karten, Island-Punkten und anderem Tinnef zugeworfen. Dahinter steckt die Hoffnung von 2K, dass ich mir die Belohnungen anschaue, im jeweiligen Modus bleibe und dort weiteres Geld ausgebe. Weil das jedoch nicht passieren wird, ist der Ringside Pass für mich ein klarer Rückschritt zum alten DLC-Modell, das den sofortigen Zugang zu den gekauften Inhalten ermöglichte.

Die in den Pass eingeflochtenen Stufen-Käufe erwecken den Eindruck, dass die meiste Entwicklungsarbeit in die Erschließung neuer Möglichkeiten gesteckt wurde, noch mehr Geld über Mikrotransaktionen zu verdienen. Wobei man angesichts der Preise für virtuelle Kleidung und Kartenpacks mittlerweile von Maxi sprechen muss. Noch bekloppter ist nur, dass viele Leute diesen Weg mitgehen …

Ja, das Wrestling an sich macht erneut mächtig Laune. Ein riesiges Roster und neue Match-Varianten sorgen für Kurzweil. Dazu spielt sich alles flott und wuchtig. Das garantiert lange Multiplayer-Abende mit Freunden. Aber das kann man auch mit dem (inzwischen günstigen) WWE 2K25 haben. Zumal der Universum-Modus auch da eine Wucht ist und dank der unzähligen Download-Inhalte der Community enorme Möglichkeiten bietet, sich kreativ auszutoben.

Wer primär offline zockt, sollte WWE 2K26 eigentlich nur als großer Fan von CM Punk in Erwägung ziehen. Wer hauptsächlich in Meine Fraktion oder auf The Island unterwegs ist, hat mehr Gründe für den Kauf des aktuellen Ablegers. Und vermutlich schon zusätzliches Geld für Shirts, Packs und Co. zur Seite gelegt ...

Überblick

Pro

  • riesiges Roster voller Legenden und aktueller Superstars
  • neue Match-Varianten wie I Quit und Dumpster
  • gewohnt leistungsstarker Editor
  • sauber spielbare und dynamische Kämpfe

Contra

  • insgesamt kaum substanzielle Verbesserungen
  • schwer ermittelbares Konter-Timing
  • erneut kein Import erstellter Inhalte aus dem Vorjahr
  • Mikrotransaktionen noch präsenter
  • schwaches Season-Pass-Modell

Awards

  • Mehrspieler
    • PC
    • PS5
    • XSX
    • NSw2

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