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Preview - Watch Dogs : World Pearce

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Aiden Pearce ist nicht ganz dicht. Aufgewachsen in den schlimmeren Ecken Chicagos, entwickelte er sich nicht gerade zum tadellosen Ritter in strahlender Rüstung. Stattdessen nutzt er seine Hackertalente, um Geld zu stehlen oder jede Menge anderen Unsinn anzustellen. Allerdings geht mit seiner Fähigkeit auch ein kleiner Knacks im Oberstübchen einher. Ein Überwachungswahn, eine Paranoia, die ihn dazu bringt, seine Familie heimlich und rund um die Uhr zu beobachten. Bis es zur Katastrophe kommt.

„Etwas“ passiert mit seiner Familie. Was genau, verraten die Entwickler noch nicht. Nur, dass es Aiden offenbar zum Handeln zwingt. Dabei sind seine bisherigen Handlungen schon lange komplett aus dem Ruder gelaufen. Die Überwachung seiner Familie weitete er zunächst auf die Nachbarschaft und kurz darauf auf die gesamte Stadt aus. Ermöglicht wird ihm das durch das ctOS. Ein Computersystem, das ganz Chicago steuert. Eine Stadt, die schon heute zu den meistüberwachten der Welt gehört. Die Möglichkeiten des ctOS beschränken sich nicht nur auf Naheliegendes wie Ampeln und Kameras oder Strom- und Wasserversorgung. Da das System auch zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt wird und Polizisten unterstützen soll, bietet es unter anderem Zugriff auf Konten und konstant gesammelte Daten jedes Einwohners.

Die Hyperkonnektivität ist ein sehr aktuelles Thema. Facebook, Google, Twitter und Co. sammeln fleißig unsere Daten und Watch Dogs zeichnet das Bild einer möglichen nahen Zukunft. Das geht im Spiel so weit, dass die Polizei die Wahrscheinlichkeit berechnen lassen kann, mit der eine Person Teil eines Verbrechens werden könnte. Sorgerechtsstreit mit einem gewalttätigen Ex-Ehemann? Einen Dealer in der unmittelbaren Nachbarschaft? Es gibt viele Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Verbrechens steigern können. Und Aiden hat Zugriff auf alle notwendigen und auch unnützen Informationen.

Engel und Teufel

In einer Beispielszene liest er mit seiner Hacker-Allzweckwaffe – seinem Smartphone – ein SMS-Gespräch mit, in dem jemand ankündigt, einen Vergewaltiger umzubringen. Wo sich der aggressionsgeladene Gesprächspartner auf der anderen Seite der Leitung genau befindet, ist dank Ortungssystem leicht herauszufinden. Aiden hackt sich kurz in den Verriegelungsmechanismus eines nahen Wagens und düst zum Ort des Geschehens – wo er dann nichts unternimmt. Stattdessen sieht er zu, wie der Vergewaltiger getötet wird. Die Entwickler betonen, dass man für seine Entscheidungen im Spiel niemals verurteilt wird. Es gibt kein Gut-Böse-System á la inFAMOUS und keine multiplen Enden. Ob ihr das Konto eines wohlhabenden Bankers leerräumt oder euch die Ersparnisse einer alleinerziehenden Mutter unter den Nagel reißt, bleibt euch und eurem Gewissen überlassen.

Demzufolge wirkt Aiden trotz seiner interessanten Hintergrundgeschichte bislang noch recht blass. Schließlich muss er als Charakter mit jeder Spielerentscheidung zusammenpassen – sei sie noch so willkürlich. Sein Otto-Normal-Auftreten passt allerdings deutlich besser zu seiner Umgebung und seinen Zielen als beispielsweise Connors auffällige Kleidung in Assassin’s Creed III. Mit der Meuchelmörderserie teilt Watch Dogs andererseits deutlich mehr als nur die Tatsache, dass Ubisoft dahintersteht.

Watch Dogs - Out of Control Trailer
Anlässlich der Bekanntgabe des Erscheinungsdatums von Watch Dogs veröffentlicht Ubisoft einen neuen Trailer zum Spiel.

Eingeschränkt vernetzt

Die offene Spielwelt ist von Anfang an komplett begehbar. Doch worauf es Aiden wirklich ankommt, ist etwas, das die Entwickler „The Grid“ nennen. Dieses System hängt unmittelbar mit dem ctOS zusammen und bestimmt, auf welche Stadtteile wir als Hacker möglichst umfangreichen Zugriff bekommen. In einer live vorgespielten Sitzung beobachteten wir Aiden dabei, wie er einer roten Markierung auf seiner Minikarte folgte, um einen Knotenpunkt für eben jenes Grid zu finden. Hackt er sich dort rein, schaltet er den entsprechenden Grid-Abschnitt der Stadt frei – im Grunde also ganz ähnlich wie die Türme in der Assassin’s-Creed-Serie.

Dass diese Knotenpunkte nicht immer so leicht zugänglich sind, versteht sich von selbst. Doch selbst stark bewachte Bereiche schrecken Aiden nicht ab. Die Überwachungskameras nutzt er zur Observierung und kann sich dann mit cleveren Ablenkungstaktiken und diversen mitgeführten Tools entweder heimlich bis zum Ziel vorarbeiten oder eine seiner Waffen ziehen und sich von Deckung zu Deckung ballern. Sogar mit Einsatz eines Zeitlupeneffekts namens „Fokus“. Welchen Weg ihr wählt, bleibt ganz euch überlassen und dementsprechend verlaufen auch die Missionen nicht nach starren Vorgaben. Entscheidet ihr euch für die rabiate Methode, kommen euch die diversen Waffengeschäfte sicher gelegen. Dort könnt ihr laut Ubisoft alles an Standardbewaffnung erwarten, was ihr auch in den meisten Shootern vorfindet.

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