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Preview - The Blood of Dawnwalker : Der Vampir-Witcher hat jede Menge Biss und überrascht ordentlich

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Ganz aus der Luft gegriffen ist der Vergleich von The Blood of Dawnwalker und The Witcher tatsächlich nicht. Schließlich zeichnete der Studiogründer von Rebel Wolves, Konrad Tomaszkiewicz, bereits als Director für The Witcher 3: Wild Hunt und Head of Production für Cyberpunk 2077 verantwortlich. Sein neues Projekt jedoch schlicht mit vergangenen Werken gleichzusetzen, würde ihm allerdings massiv Unrecht tun.

The Blood of Dawnwalker lässt euch in die Haut von Coen schlüpfen, seines Zeichens Familienmensch und Blutsauger. Doch im Gegensatz zu anderen Vampiren vermag er es auch, sich im Tageslicht zu bewegen, wodurch sich auch der Name des Spiels erklärt. Daywalker wäre natürlich der naheliegendere Titel, aber vermutlich hatte Rebel Wolves zu viel Angst vor einem unfreundlichen Besuch von Wesley Snipes.

Genau diese Dualität entpuppt sich in der Messedemo, die ich auf der Gamescom vorgespielt bekam, als Dreh- und Angelpunkt von The Blood of Dawnwalker. Ihr agiert sowohl tagsüber als auch nachts, wobei sich je nach gewählter Tageszeit eure Fähigkeiten ändern und damit verbunden auch eure Handlungsoptionen. Doch Vorsicht ist geboten, denn im Hintergrund tickt die Uhr in Form eines gnadenlosen Zeitlimits.

Nimm dir die Zeit

Denn nur 30 Tage bleiben für Coen, sein oberstes Ziel zu erreichen: die Rettung seiner Familie. Doch keine Sorge, die Zeit schreitet nicht beständig voran, wie es beispielsweise in Grand Theft Auto der Fall ist. Stattdessen bewegt ihr euch ohne Druck durch die mittelalterliche Spielwelt und erkundet sie nach eigenem Gutdünken. Aktionen, die Teile des Tages verstreichen lassen, sind klar gekennzeichnet.

In Kombination mit dem zweigeteilten Spielablauf entstehen so extrem spannende Möglichkeiten, wie mir anhand einer Beispielquest gezeigt wurde. Coen soll ein Kloster infiltrieren, dort eine geheime Gruft finden, weitere Informationen sammeln und sich dabei natürlich möglichst nicht erwischen lassen.

Nachts gestaltet sich der Vorgang vergleichsweise einfach. Dank seiner Vampirskills teleportiert sich der Held behände auf Vorsprünge oder läuft Wände hinauf. So betritt er problemlos Bibliotheken und andere Orte des Wissens, schnüffelt in geheimen Dokumenten herum und muss sich um fortschreitende Zeit keine Sorgen machen.

Tagsüber wiederum vermag er sich deutlich freier zu bewegen ohne die ständige Angst, in zeitraubende Kämpfe verwickelt zu werden. Dafür gilt es allerdings, deutlich bedachter bei der Informationsbeschaffung vorzugehen. Im Gespräch mit einem Priester offenbart sich zwar eine Möglichkeit für interessante Details, allerdings kostet das etwas Zeit – lohnt sich das Ergebnis oder wartet ihr lieber auf die Nacht und beschafft euch das nötige Wissen auf eigene Faust?

Hierbei offenbart sich die eine große Sorge, die ich bezüglich The Blood of Dawnwalker hege: In der vorgespielten Demo wirken die Möglichkeiten von Vampir-Coen so viel cooler als die seines menschlichen Gegenparts. Warum sollte ich mich mühselig mit launischen Menschen herumschlagen, wenn ich ihnen einfach das Blut aussaugen und mir mit Gewalt holen kann, was ich brauche?

Doch anscheinend vermag er auch in seiner menschlichen Form spezielle Zauber zu nutzen, indem er sich Runen in den Körper ritzt. Da erweckt er schon einmal Leichen zum Leben, um sie einer Befragung zu unterziehen. Die Entwicklerinnen und Entwickler scheinen also durchaus im Sinn zu haben, euch beide Seiten von The Blood of Dawnwalker schmackhaft zu machen. Zumal seine beiden Identitäten ja nicht strikt getrennt bleiben – findet ihr als Vampir einen Schlüssel, besitzt ihr ihn natürlich auch im Tageslicht.

Richtungsweisendes Kampfsystem

Natürlich schafft es Coen nicht immer unbemerkt vorzugehen – oder ihr seid einfach nicht in der Stimmung für Leisetreten und bevorzugt fein säuberlich leergeräumte Gebiete. Kommt es zum Kampf, attackiert ihr entweder mit klassischen Waffen wie einem Schwert oder aber ihr nutzt die langen Vampirklauen eures Helden.

Ähnlich zu Titeln wie For Honor oder Kingdom Come: Deliverance pariert ihr eingehende Angriffe durch direktionale Eingaben. Es gilt also, die Animationen richtig zu lesen und entsprechend zu reagieren. Das schmeckt nicht jedem und jeder, und so gab es im Vorfeld bereits einiges an Kritik am Kampfsystem von The Blood of Dawnwalker, bevor überhaupt jemand außerhalb des Studios Hand anlegen konnte.

Die Entwicklerinnen und Entwickler von Rebel Wolves nahmen sich die Kritik aber dennoch zu Herzen und bauten Omni-Blocks und -Attacken ein. Der Clou hierbei: Diese wehren zwar sämtliche Schläge ab, kosten euch aber Ausdauer. Durch korrekte Richtungseingaben regeneriert ihr die Leiste aber wieder, was für einige spannende Möglichkeiten im Kampf sorgen könnte.

In seiner Eigenschaft als Halb-Vampir lebt Coen aber natürlich nicht nur von Luft und Liebe, er braucht auch menschliches Blut. Im Kampf hängt ihr euch entsprechend auch mal eben an den Hals von Feinden, was euch heilt, aber nicht nur Vorteile bringen soll, wie während der Präsentation mit einem Augenzwinkern angemerkt wurde – was auch immer das heißt.

Solltet ihr dem roten Lebenssaft zu lange entsagen, führt das übrigens potenziell zu Problemen. Dann verfällt der Hauptcharakter nämlich in einen regelrechten Blutrausch und stürzt sich auch mal unkontrolliert auf Gesprächspartner, selbst wenn diese storyrelevant sind. Bei besonders wichtigen Personen dürft ihr allerdings selbst entscheiden, ob ihr sie nur um ein paar Liter erleichtert oder komplett leersaugt.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
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Ich bin ehrlich: Als ich den Stand von The Blood of Dawnwalker auf der Gamescom betrat, hatte ich so gut wie keine Ahnung von dem Spiel. Entsprechend niedrig fielen auch meine Erwartungen aus. Doch schnell merkte ich: Hier könnte etwas ganz Großes auf uns zukommen. Das beginnt schon bei der wunderschönen Optik im mittelalterlichen Setting, das in den Karpaten angesiedelt ist. Die Stimmung fängt das einfache Leben ebenso ein wie die bedrohliche Atmosphäre durch Blutrituale, Vampire und andere Monster.

Der große Kniff mit Coen in Vampir- und Menschengestalt wirkte in der Beispielquest deutlich weniger wie ein Gimmick als befürchtet. Natürlich handelte es sich um ein speziell für die Messe herangezüchtetes Szenario, die Möglichkeiten des Systems zeigte es aber dennoch gut auf. Spannend bleibt zu sehen, ob das Vorgehen bei Tag und bei Nacht wirklich ebenbürtig ist oder ihr als Blutsauger schlicht und ergreifend mehr Spaß habt.

>> Für die Wartezeit: Die 10 besten Vampirspiele <<

Ohne selbst Hand angelegt zu haben, wirken die Kämpfe zumindest angemessen dynamisch und wuchtig, und die Story verspricht durch den Fokus auf Coens Familie einen emotionalen Aufhänger auch abseits der düsteren Vampirfolklore. Rebel Wolves könnte mit The Blood of Dawnwalker nicht nur ein großartiges Rollenspiel liefern, sondern auch CD Projekt aus dem gleichen Land ordentlich Konkurrenz machen – und die belebt ja bekanntermaßen das Geschäft.

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