Test - Song of Horror : Horror-Highlight: intelligent und furchteinflößend

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… ihr ein Horror-Erlebnis sucht, das sich eurer Spielweise anpasst.

Spart es euch, wenn...

… ihr keine Lust auf langwieriges Indiziensuchen habt.

Fazit

Denis  Brown - Portraitvon Denis Brown
Horror mit Klasse

Enttäuscht von aktuellen Horrorspielen? Song of Horror wird das Spiel des Jahres!“ Dieser Satz stammt nicht von uns, sondern von den Entwicklern selbst, die damit offensichtlich auf die vernichtenden Kritiken zu Blair Witch anspielen. Wer mit so viel Selbstvertrauen antritt, der hat entweder allen Grund dazu oder einfach nur ein großes Mundwerk. Das wollten wir genau wissen.

Was mir an Song of Horror wunderbar gefällt, ist der dynamische Spielablauf. Meine zwei Versuche verliefen in einigen herausstechenden Momenten nicht gleich, sodass ich Ereignisse erwartete, die nie eintraten, und das erhöhte die Spannung maßgeblich. Zudem ist der Grafikstil überraschend nobel und die Produktionsqualität hochwertig. Sie erinnert trotz Echtzeit-Berechnung an das größtenteils vorgerenderte Resident Evil 1 Remake. Das muffige Haus des Autors strotzt geradezu vor Details, wirkt aber trotzdem glaubwürdig. Allenfalls die hölzernen Gesichtsanimationen bilden eine Ausnahme.

>> Viele Flops, wenig Tops: Das Horror-Jahr 2019

Etwas nervig empfinde ich dagegen die gestreckte Logik einiger Rätsel, den spürbaren Bruch zwischen den Episoden und die Tatsache, dass einige Bereiche grundlos abgeriegelt werden. Woher weiß die Spielfigur, dass die Sicherungen richtig sitzen, wenn die Leitungen beim Einschalten doch durchbrennen? Warum darf man nicht in das zweite Stockwerk hinauf, bevor man vom Erlebnis der Tochter weiß? Warum befindet sich das Monster auch bei einem Anlauf mit einer neuen Spielfigur wieder am gleichen (tödlichen) Platz, gibt beim zweiten Anlauf aber keine Warnung an den Spieler? Manchmal wird mit es mit der Erzeugung der Spannung ein wenig übertrieben. Wer sich von solchen Kleinigkeiten nicht abschrecken lässt, sollte unbedingt einen gruseligen Abstecher wagen.

Überblick

Pro

  • schöne grafische Präsentation
  • Gänsehaut-Akustik
  • logische Steuerung
  • intelligent gestaltete Puzzles
  • dynamischer Horror passt sich dem Spieler an
  • ungewisser Ausgang für die vier Spielfiguren

Contra

  • manchmal gestreckte Logik bei den Puzzles
  • künstliche Barrieren bei der Indiziensuche
  • Sprachanimation ist Hölzern
  • starker Bruch zwischen den Episoden

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