Preview - RoboCop: Rogue City – Unfinished Business : Angespielt: Der Standalone-DLC erfüllt einen echten Fan-Traum
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Das Verbrechen schläft bekanntermaßen nicht, und schlägt man einer Hydra einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach. So mag RoboCop am Ende von Rogue City die Pläne des Alten Mannes zwar vereitelt haben, Zeit für den wohlverdienten Ruhestand bleibt der Blechbüchse aber nicht. In Old Detroit treiben bereits neue Ganoven ihr Unwesen und das heißt für euch: noch mehr Kanonenfutter. Und sogar ein wahr gewordener Fan-Traum!
Die ersten Minuten von RoboCop: Rogue City – Unfinished Business starten erstaunlich ruhig. Das Heimatrevier von Officer Alex J. Murphy wurde angegriffen, und entsprechend steht Spurensuche auf dem Plan. Ihr untersucht Leichen und Tatorte, und anschließend führt euch eure Spur mitten in die Höhle der Löwen: Eine schwer bewaffnete Söldnertruppe scheint verantwortlich zu sein und bettelt entsprechend um ein paar blaue Bohnen.
Einfach mal um die Ecke schießen
Im Kern fühlt sich Unfinished Business stark nach RoboCop: Rogue City an, als Standalone-DLC bietet der Titel aber natürlich ein paar kleinere Neuerungen. So erdreisten sich die Söldner, sich hinter Deckungen zu verschanzen. Praktischerweise zeigt euch das Spiel im Zielmodus nun an, wenn eure Projektile von einer Wand abprallen und die Bösewichte aus den unmöglichsten Winkeln überraschen können.
Abgesehen von dieser praktischen Neuerung stampft ihr weiterhin stoisch und etwas träge durch die herrlich dreckigen Umgebungen und erfreut euch an dem bewusst überzogenen Gewaltgrad. Immer wieder haut der mehr oder weniger willenlose Robo-Gesetzeshüter seinen Gegnern großartig geistlose One-Liner um die Ohren – der Humor stammt direkt aus den Filmvorlagen der 80er-Jahre.
Das spiegelt sich auch in den gelegentlich auftretenden Dialogen wider. So wirft mir ein Zivilist nach seiner Rettung vor bösen Ganoven vor, gar nicht der erste RoboCop zu sein. Während das einer emotionslosen Maschine eigentlich am verzinkten Hintern vorbeigehen sollte, lasse ich mich auf seinen Unsinn ein und soll in einer Serie von Fragen beweisen, der einzig Wahre zu sein – und versage kläglich.
Deutlich sauberer laufen die neuen Takedown-Animationen ab. Befindet ihr euch in unmittelbarer Nähe eines Gegners und einer entsprechenden Möglichkeit, stopft ihr sie in Müllschächte, knallt sie in Stromkästen oder donnert sie in Kisten. Wenn das alles nichts hilft, dann schnappt ihr euch einfach die neue Minigun und verarbeitet innerhalb weniger Sekunden ein ganzes Filmset zu Kleinholz.
Selbst neue Gegnertypen stellt euch RoboCop: Rogue City – Unfinished Business entgegen. Besonders schwer gepanzerte Juggernauts fressen jede Menge Kugeln, Söldner mit einem Jetpack auf dem Buckel hingegen verlangen von euch, auch vertikal zu denken. All diese Neuerungen stellen das Spielgefühl nicht auf den Kopf – das braucht es aber auch gar nicht. Stumpfe Action ohne übermäßig großen Anspruch reicht vollkommen aus – und in diese Kerbe schlägt auch eine ganz besondere Mission.
Wenn RoboCop nicht hart genug ist
Es mag unwahrscheinlich klingen, aber gelegentlich ist selbst Officer Alex J. Murphy der Situation nicht gewachsen. Oder er leidet in seiner Eigenschaft als Maschine unter einer Fehlfunktion und ist entsprechend nicht einsatzfähig.
Während der Anspielsitzung mit Unfinished Business fand ich mich just in einer Situation wieder, in der beide Punkte zutrafen – glücklicherweise hielt das Spiel einen großartigen Ausweg parat. Es verfrachtete mich kurzerhand ins Cockpit von ED-209.
An Bord der tollpatschigen, zweibeinigen Gerechtigkeitsmaschine stehen ein großkalibriges Maschinengewehr sowie ein Raketenwerfer zur Verfügung. Einfache Fußsoldaten blast ihr einfach aus dem Leben, und selbst andere ED-209-Einheiten haben euch nur wenig entgegenzusetzen. Während ich so durch ein OCP-Museum stampfte und es dabei in seine Einzelteile zerballerte, stellte sich durchaus eine animalische Freude an der Gewalt und Zerstörung ein.
Erstaunlich gut fiel auch das Pacing der Mission aus – gerade, als sie mir etwas zu lang erschien und ich die dritte Wand mit ein paar Raketen durchbrochen hatte, fand sie ein Ende. Um ehrlich zu sein, hätte ich so ein gutes Gespür für das Spieltempo nicht von Teyon erwartet. Schließlich lebte das Hauptspiel in erster Linie von seinem RoboCop-Feeling und dem überzogenen Gewaltgrad.


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