Preview - Project Pantheon : Angespielt: Das Wolcen-Studio arbeitet an der nächsten ARPG-Evolution
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Spätestens seit dem enormen Erfolg von Escape from Tarkov boomen Extraction-Shooter regelrecht. Doch was, wenn ihr keinen Bock auf ballern habt? Dann schaut ihr bisher tatsächlich in den Lauf, andere Genres wagten die Verschmelzung mit dem hochriskanten Exfiltrations-Ansatz nicht. Wolcen Studio scheint diese Lücke erkannt zu haben und arbeitet mit Project Pantheon an einer fast schon schmerzlich sinnvollen Kombination: einem ExtrAction-RPG.
Im Kern eines jeden Action-Rollenspiels steht die Jagd nach dem ultimativen Loot. Egal ob in Diablo, Path of Exile oder eben in Wolcen, der Fund besonders seltener Ausrüstung sorgt für Endorphin-Ausschuss im Übermaß. Hardcore-Modi mit Permadeath treiben im Originalgenre schon die Herzfrequenzen in gesundheitsgefährdende Bereiche, die Kombination mit Extraction-Mechaniken dürfte diesen Effekt nur noch weiter verstärken.
Kürzlich hielt Wolcen Studio einen zweiten Alpha-Playtest ab, bei dem ich eine sehr frühe Version von Project Pantheon anzocken durfte. Während das eigentliche Prinzip daraus schnell hervorgeht und sein Potenzial offenbart, wird auch klar: Die Entwicklerinnen und Entwickler haben noch einen Riesenhaufen Arbeit vor sich.
Arbeiten fürs Eigenheim
Bevor ihr euch in die Außenbezirke wagt und auf die Jagd nach Loot und Ressourcen geht, findet ihr euch in eurer Basis wieder. Hier hängt auch Gevatter Tod ab, der als Auftraggeber fungiert. Verwurzelt ist die Geschichte von Project Pantheon in diversen Mythologien alter Kulturen, was auch Gegner und Umgebungen vorgibt. Das erste Gebiet orientiert sich an nordischen Sagen, weshalb sich euch Wikinger und Skelettkrieger in den Weg stellen, ebenso aufgeblähte Monster, die nach ihrem Ableben eine riesige Giftexplosion hinterlassen.
Auch die Umgebungen passen bestens zu unseren antiken Nachbarn aus dem hohen Norden. Ihr meuchelt euch durch Dörfer bestehend aus windigen Hütten aus Holz und Stroh, bewegt euch durch Nadelwälder und schreitet über zugefrorene Seen, in deren Eisschicht nicht selten Leichen festhängen.
Die Basis selbst präsentiert sich als zeitloses Konstrukt aus Felsen, die mitten im Nichts schweben. Zu Beginn bietet euer Unterschlupf lediglich einen Tresor, in dem sich die Grundausstattung für euren Charakter befindet. Außerdem findet sich hier ein Portal, von dem aus ihr euch auf Beutezug begebt. Im Verlauf des Spiels schaltet ihr zudem immer mehr Einrichtungen frei.
Dies geschieht durch gefundene Ressourcen wie Steine und Holz. In meinem Fall zog ein Händler in die Basis ein, bei dem ich neben Tränken und Bandagen auch neue Rüstungsteile sowie Waffen erwerben könnte. Natürlich handelt es sich hierbei um simpelste Objekte, die wahren Schätze winken durch erfolgreiche Extraktionen aus der Außenwelt. In jedem Fall bringt der Basenbau noch eine potenzielle Motivation, um die Langzeitmotivation von Project Pantheon zu gewährleisten.
Qual der Waffenwahl
Ein klassisches Levelsystem samt Skilltree bietet euch das Spiel logischerweise nicht, da ihr von Versuch zu Versuch arbeitet. Stattdessen funktioniert das System ähnlich wie bei einem simplen MOBA. Jedes Level-up erlaubt euch, eine neue Fähigkeit freizuschalten oder diese aufzuwerten. Die gewählte Waffe bestimmt dabei, welche Skills euch zur Verfügung stehen. Ein Kriegshammer bietet einen wuchtigen Sprung mit Flächenschaden sowie die typische Dreh-Attacke, mit dem Einhandschwert hingegen entfesselt ihr schnelle Hiebe und der Speer erlaubt Anstürme nach vorne oder Attacken aus der Distanz.
Dieses System erscheint auf den ersten Blick ziemlich simpel, bietet aber zwei Vorteile: Ihr wisst immer genau, worauf ihr euch einlasst. Außerdem zwingt es euch in gewisser Weise, mehrere Waffenarten auszuprobieren. Denn auch, wenn ihr euren Kriegshammer über alles liebt, geht er verloren, sobald ihr vor der Extraktion das Zeitliche segnet. Bei Project Pantheon sammelt ihr nicht einfach Loot ein und geht damit nach Hause, ihr müsst durch ein Portal zurückreisen, um eure Beute zu sichern – typisch für Extraction-Spiele eben. Je länger ihr in der Außenwelt verweilt, umso stärker werden die NPCs.
Das wurde auch in meiner Partie sehr schnell deutlich. Kleinste Unaufmerksamkeiten führen zum Tod, die Kämpfe laufen schnell und brutal ab. Als ob die computergesteuerten Gegner nicht schon ausreichen, tummeln sich theoretisch auch andere Spielerinnen und Spieler auf den Servern, die euch entweder ans Leder wollen oder sich mit euch verbünden. Zumindest in der geschlossenen Alpha herrschte aber gähnende Leere.
Weiterhin stehen euch nicht nur Standard-Skills zur Verfügung, ihr findet auch regelmäßig besondere Edelsteine. In meinem Fall schaltete dieser einen Meteoritensturm frei, der allerdings unsagbar unbefriedigend ausfiel. Schaden verursachte er quasi überhaupt nicht und auch die Präsentation war Alpha-typisch nur überschaubar schick.
Ganz allgemein fehlt es Project Pantheon im aktuellen Zustand an Trefferwucht, Loot-Vielfalt und entsprechend auch Motivation. Sämtliche Ausrüstungsgegenstände unterscheiden sich lediglich in ihren passiven Effekten, und Waffentypen sind Mangelware. Dazu kriege ich ausgeteilte wie eingesteckte Treffer kaum mit, in erster Linie aufgrund sehr lascher Soundeffekte. Natürlich handelt es sich noch um eine sehr frühe Version, die mehr als Proof of Concept fungiert – aber Wolcen Studio muss noch jede Menge Zeit und Arbeit investieren.


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