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Preview - ​Oninaki : Spiel mir das Lied vom Tod

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Die 2014 von Square-Enix gegründete Tokyo RPG Factory liefert nun schon seit geraumer Zeit kleine, aber feine J-RPG-Perlen, die in ihrem Umfang und Stil an Rollenspiele aus den 90ern erinnern. Mit Oninaki erscheint in Kürze ihr nächster Streich – statt klassischem Rundensystem gibt’s diesmal allerdings feinste Action-RPG-Kost. Wir konnten in einer Vorschauversion bereits die ersten Stunden für euch antesten.

Recht schnell fällt auf, dass Oninaki auch erzählerisch andere Wege einschlägt als die beiden bisherigen Tokyo-RPG-Factory-Spiele I Am Setsuna und Lost Sphear. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der der Tod und das Leben einen hohen Stellenwert einnehmen. Trauert jemand um einen Verstorbenen, kann dieser nicht den Weg durch die Nachwelt und zur potenziellen Wiedergeburt finden.

Das Thema geht sogar so weit, dass Menschen den Freitod wählen (der sogar von der örtlichen Regierung unterstützt wird), um der Einsamkeit zu entgehen und wiedergeboren zu werden. Von Anfang an sind die Geschichten, die man in Oninaki erlebt, ziemlich harter Tobak. Aus diesem Grund kommt das Spiel sogar trotz geringer Gewaltdarstellung mit einer Altersbeschränkung ab 16 Jahren heraus.

Ihr begleitet Kagachi, einen Wächter, dessen Aufgabe es ist, die Gesetze des Todes und der Wiedergeburt zu schützen und gleichzeitig verlorenen Seelen dabei zu helfen, ihren Weg in der Nachwelt zu finden. Außerdem gilt es, das Geheimnis um das mysteriöse Mädchen Linne zu lüften, das nur von eurem Protagonisten gesehen werden kann.

Der Storyansatz ist bisher recht erfrischend. Schon direkt zu Anfang schlagen uns die Geschichten der verlorenen Seelen, die wir begleiten, aufgrund ihrer Thematik mächtig in die Magengrube. Und trotz der für ein J-RPG vergleichsweise kurzen Introsequenz ziehen uns die Geschichte, die Welt und die Charaktere sofort in ihren Bann.

Ein Daemon für alle Fälle

Auch beim Gameplay probiert sich Tokyo RPG Factory neu aus: Statt in einem klassischen, rundenbasierten Kampfsystems mit mehreren Gruppenmitgliedern, seid ihr diesmal alleine unterwegs, während jegliche Action sich in Echtzeit abspielt. Das neue Kampfsystem erinnert entfernt an die Ys-Serie, geht aber taktisch etwas mehr in die Tiefe.

Statt einfach nur verschiedene Waffen mit neuen Movesets auszurüsten, findet ihr während eurer Reise verschiedene sogenannte Daemons. Jeder Daemon bringt einen eigenen Waffentypus mit, der eure Spielweise grundlegend verändert. Zu Anfang seid ihr mit der katanaschwingenden Aisha unterwegs, die auf schnelle Angriffe und flottes Ausweichen ausgelegt ist. Später findet ihr dann zum Beispiel Zaav, der sich mit seinem Speer in der Luft am wohlsten fühlt.

Jeder der Daemons besitzt einen eigenen Skillbaum. Mit Seelensteinen, die besiegte Gegner im Kampf fallen lassen, lassen sich Grundwerte und Spezialattacken nach und nach verbessern. Bis zu vier Daemons gleichzeitig könnt ihr an einem der überall verteilten Checkpoints ausrüsten und im Kampf jederzeit zwischen ihnen wechseln.

Das sorgt für etwas taktischen Tiefgang, denn neben verschiedenen Waffentypen bringt jeder Daemon auch seine eigenen Spezialfähigkeiten mit, die gegen bestimmte Gegner mal mehr, mal weniger effektiv sind. Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden ist es wichtig, sich ausgiebig vorzubereiten. Besonders die fordernden Bosskämpfe sollte man nicht zu sehr in die Länge ziehen, denn Heilgegenstände sind begrenzt und so geht euch schnell die Puste aus, wenn ihr nicht genügend Schaden anrichtet.

Als kleines Schmankerl schaltet ihr nach und nach die Hintergrundgeschichte eines jeden Daemons freis und erfahrt so, warum diese verlorenen Seelen nie wiedergeboren wurden. Das sorgt für zusätzlichen erzählerischen Tiefgang. Passend zum morbiden Grundton des Spiels sind auch jene Begleitergeschichten nicht die fröhlichsten.

Zwischen den Welten

Spielerisch läuft Oninaki nach typischem J-RPG-Muster ab. Zwischen den Dungeons mit relativ linearen Kampfarealen redet ihr in der Stadt mit NPCs, rüstet euch und eure Daemons aus und bereitet euch auf den nächsten Kampf vor. Eine Besonderheit bietet Oninaki aber trotzdem noch.

Oninaki - E3 2019 Release Date Trailer
Tokyo RPG veröffentlicht das Action-Rollenspiel Oninaki für PC, PS4 und Switch am 22. August 2019.

Außerhalb der Stadt könnt ihr jederzeit zwischen der realen Welt und der Zwischenwelt hin und her wechseln, zumindest wenn ihr jeweils einen besonderen Gegner besiegt habt, der die Nachwelt in Dunkelheit hüllt. Dort warten nicht nur neue Gegner und die Seelen der Verstorbenen auf euch, sondern auch neue Wege durch einen Dungeon. So sind zum Beispiel einige Hindernisse nur in der realen Welt passierbar und umgekehrt. Wie sich das System auf potenzielle Rätsel auswirkt, muss sich noch zeigen. In der Vorschauversion war es zumindest immer sehr offensichtlich, wann man zwischen den Welten wechseln musste.

Technisch macht Oninaki einen allgemein guten Eindruck. Die Grafik ist zwar typisch für den Entwickler recht simpel gehalten, wirkt aber in sich vollkommen stimmig. Leider läuft das Spiel zumindest auf Konsole mit 30 statt 60 Bildern pro Sekunde, was für ein skillbasiertes Action-Kampfsystem nicht unbedingt optimal ist. Wie es diesbezüglich in der ebenfalls kommenden PC-Version aussieht, wird sich dann in knapp einem Monat noch zeigen.

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